nur im äußersten Nothfalle vertheilt sehen. Stimmt für die Tagesordnung. Was die Angriffe gegen das Marineministerium betrifft, so berührt er die Anstellung des englischen Kapitäns Jackson in der deutschen Marine. Er zeigt, daß das Stranden deS deutschen Schiffes „Acadia" durch die Schuld des Lootsin und nicht durch die des Kapitäns Jackson erfolgt sey. — Die Versammlung geht über den Antrag des Ausschusses zur Tagesordnung über.
Die Versammlung schreitet hierauf zueinem andern Gegenstand der Tagesordnung. Der Bericht deS Ausschusses lautet: „Bericht des völkerrechtlichen Ausschusses, betreffend mehrere auf die Friedensunterhandlungen mit Dänemark bezügliche Petitionen. Berichterstatter: Abg. Esmarch. In den letzten Monaten sind dem völkerrechtlichen Ausschüsse Petitionen aus dem Herzogthum Schleswig zugewiesen worden zusammen mit 2886 Unterschriften, in welchen um die Aufrechthaltung der Verbindung zwischen Schleswig und Holstein, und beziehungsweise um die Aufnahme Schleswigs in das deutsche Reich gebeten wird; ferner eine Anzahl Petitionen von ostfriestschen Schiffsbeamten, um schleunigen Abschluß des Friedens mit Dänemark. In Erwägung nun, daß diese Petitionen sich sämmtlich auf die vor kurzem zu London eröffneten Friedens- unterhandlungcn mit Dänemark beziehen, und es dem Ausschüsse bekannt ist, daß eine große Anzahl von Petitionen ähnlichen Inhalts direkt an die Zentralgewalt gelangt ist, trägt der Ausschuß darauf an: Daß die hohe Nationalversammlung beschließen wolle, die vorgedachten Petitionen dem Reichsministerium des Auswärtigen zur geeigneten Berücksichtigung zu überweisen.
Der Antrag deS Ausschusses wird angenommen. Deßgleichen ein vom Abg. Röder zu den Anträgen der beiden Ausschußberlchte gestellter Zusatzantrag, dahin gehend: „Die hohe Nationalversammlung wolle der hohen Reichsregierung dringend empfehlen, bei den vielleicht in Kurzem wieder einzu- leitenden Friedensunterhandlungen von Dänemark 1) vollständige Entschädigung für die dem deutschen Privateigenthum durch Wegnahme deutscher Handelsschiffe und Güter zugefüg- ten Verluste, 2) Befreiung aller deutschen Schiffe und ihrer Ladungen vom Sundzoll, zu fordern und zu erwirken, bis dahin aber 3) Veranstaltung zu treffen, daß zur Deckung der ad 1 zu machenden Ansprüche in den hoffentlich durch die Erfolge der deutschen Waffen in Besitz zu nehmenden feindlichen Gebietstheile zureichende Kontributionen beigetrieben und in Verwahrung genommen werden, und 4) im Interesse des deutschen Handels diese Absichten zur Warnung der dänischen Regierung sofort mitzutheilen."
Braunschweig, 1l. April. In einem Kreise, der darüber recht wohl unterrichtet seyn kann, wurde gestern Abend die Besorgniß ausgesprochen, der Herzog gehe ernstlich damit um, binnen Kurzem der Regierung zu entsagen. Es ist bekannt, daß der Herzog schon seit geraumer Zeit nicht mehr hier, sondern in Blankenburg residirt.
Frankreich.
□ Paris, 15. April. Im Marineministerium des Aeußern liefen gestern wichtige Depeschen aus vielen Richtungen ein. Der Ministerrath war fast unaufhörlich versammelt. Wichtige Beschlüsse sind gefaßt worden und wir werden morgen das Vergnügen haben, den Großmeister Odilon, Barrot auf die Bühne steigen zu sehen, um die Abfahrt des Papstge- schwaders und andere schöne Dinge zu verkünden.
Die „Opinion" meldet: „Der Herr Graf v. Montemolin ist heute Nacht zwischen zwei Adjutanten und einem Präfektur- rafhe durch Paris nach Calais abgereist, wo er sich wieder nach England einschifft.
Marseille, 12. April. Im hiesigen Gymnasetheater brach gestern Abend beim Beginn des Stückes „Eigenthum ist Diebstahl" ein solcher Tumult los, daß zwei Bataillone Infanterie zu den Waffen gerufen wurden, um in Verbindung mit der Gensdarmerie den Saal zu räumen. Das Parterre und die Logen waren hart an einander gerathen.
Italien.
Wie man aus Genua erfährt, ist die provisorische Regierung entflohen. Die Stadt hat weniger gelitten als zu fürchten war; ein einziger Palast ist ganz zerstört, sowie einige Nachbarhäuser desselben, wo sich die Insurgenten verschanzt hatten. Im Ganzen gab eS ungefähr 50 Todte und 350—400 Verwundete.
Eine am 13. b. in Bern eingetroffene Privatnachricht aus Sizilien meldet, daß die Insurgenten sich im letzten entscheidenden Augenblicke unterworfen haben und die ne apo, titanischen Erpeditionstruppen bereits in Palermo eingezogen seyen.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Bekanntmachungen.
394] Weinversteigerung in Wiesbaden.
Montag den 23. April, Morgens 10 Uhr, werden in Mr Marktstraße Nro. 30. nachfolgende vorzüglich gut und reingehaltene Weine mit Fässern, als:
4 Zulast 1846t Hochheimer,
2 Zulast 1846t Rüdesheimer und
2 Ohm 1846t Oestricher versteigert. Die Proben können Freitag den 20. und SamStag den 21. b. M., Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, an den Fässern genommen werden. Küfermeister Lambert, Metzgergasse, gibt Auskunft.
398] Donnerstag den 19. April wird Herr Direktor Blumenfeld mit feiner Kunstreitergesellschaft, aus 24 Personen und 18 Pferden bestehend , in der dazu erbauten Bude auf dem Markte seine Vorstellungen geben. DaS Nähere besagt der Anschlagzettel.
400] Bei Buchhalter Wolff, Mühlgaffe Nro. 2, kann Logis und Kost für ein auch zwei Gymnasiasten abgegeben werden.
399] Es wurde am ersten Osterfeiertage eine silberne Brille, entweder in der Kirche oder von der Kirche bis zum Urthurm verloren. Der Finder wird ersucht, dieselbe an Buchbinder Filius gegen eine gute Belohnung abzugeben.
Frankfurt a. M., den 17. April. Mittags 1 Mt.
Oesterreich, 5 "/„ MetalliqueS......
" 2%% " ' '
„ 3 % Äankactien 0. D.....
„ 500 fl. Loose........
„ 250 fl. Loose...... . .
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine ....
„ 37i % Staatsschuldscheine â 105 fr. .
Bayern, 371% Obligationen....... Verba cher-Eisenbahn-Actien..... Würtemberg, 37i% Obligationen.....
„ 4% % neue Obligationen . . .
Bad en, 37, %'Obligationen von 1842 .... „ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3'/, 7, Obligationen..... 4 % ,, .....
„ 50 fl. Loose........
„ 25 fl. Loose.........
Kurhessen, Friedrich-Wilhelms- Nordb ahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau, 3'/, % Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose..........
Frankfurt, 3% Obligationen.......
„ 37i% „ von 1839 . . .
„ 37, „ „ von 1846 . . .
Taunus -Eisenbahn-Actien â 250 fl. . . . H olland, 27i% Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld..... .
5 „ Ardoin incl. 16 Coup..... P ol e n, 300 fl. Lotterie-Loose.......
500 fl. „ „ .......
Sardinien, 36 Frcö. Loose bei Gebr. Bethmann D isconto..............
Papier.^ 76% 60 40% 1182 126 79%
817« 7971 737s 78% 94% 77% 487s
28%
87% 70% 227« 337, 2771 817« 21 777* 92% 897* 293
50 23 7,
7471 2671
-Geld—
75% 5971 39%
1177 12571
79
102 807.
79 727, 787« 94%
77 48 277, 79 867« 707* 22 337, 277* 807« 207« 777« 927, 887«
291 497« 22%
98
74 7« 26
1
Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen
Blattes
welche an jedem Werktage, Vormittags um 10 Uhr, aus-
gegeben wird.
Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der L. Schcllenberg'schen Hos, Buchhandlung in Wiesbaden.
