Die Nachricht von der Flucht des Herzogs von Modena bestätigt sich nicht.
Auch der Großherzog von Toskana hat sein Land nicht verlassen; er ist nach San Stephane geflohen.
Sprechsaal
für Stadt und Land.
— Theater-Angelegenheit.
Wir stehen mit unserm Theater nun wiederholt an demselben Punkte, an dem wir voriges Spätjahr standen, denn wiederholt werden in den nächsten Tagen die Stände das Seyn oder Nicht seyn über dies Institut aussprechen. Vielen Kummer hat uns die Lebensfrage dieses Theaters schon bereitet, und es wäre endlich an der Zeit, sein Schicksal (sein Bestehen nämlich) definitiv zu entscheiden. Entweder bewilligen die Stände den Zuschuß, ohne welchen kein ordentliches Theater hierzu Stande zu bringen ist, und sichern dadurch für immer seine Eristenz, oder sie bewilligen nichts mehr und geben dadurch die Residenz deS Landes dem Untergange Preis, was längst in dem Plane gewisser Leute liegt und was bei der Aussicht auf den Verlust der Spielbank unausbleiblich ist. Denn nur durch den Bestand eines vorzüglichen Theaters wird das von der Natur so reizend bedachte Wiesbaden den Fremden den Aufenthalt lieb und angenehm machen und für den Verlust des Spiels entschädigen können. Denken wir zurück, ein, zwei Jahre vor dieser Nothzeit, so wird Jeder wissen, daß selbst im Winter eine große Anzahl Fremder hier blieb, und warum? gerade des Theaters wegen. Unsere Bühnenkräfte waren so vortrefflich bestellt, daß die Fremden sagten, daß selbst in den größeren Städten, mit großartigeren Bühnen, ihnen das nicht geboten würde, wie hier. Sie blieben — ihr Geld auch, und die Stadt hatte einen großen Genuß. Seit vielen Jahren, selbst.als das Theater Hoftheater war, bewilligten die Stände den Zuschuß. Und jetzt, da das Wohl so vieler Familien , ja einer ganzen Bevölkerung von dem Bestehen dieses Instituts abhängt und cs, was selbst die Gegner zugestehen, eine wirkliche Lebensfrage für Wiesbaden sowohl, als die Umgegend geworden ist, jetzt will man diesen Zuschuß, die harten Zeiten vorschützend, nicht mehr bewilligen, somit Leben und Kunst zu Grunde gehen lassen. Laßt ihr die Kunst untergehen, geht auch das sittliche Leben unter, und schwer werdet ihr eö einst bereuen. Hoffen wir jedoch, daß es so weit nicht kommen wird. Ein Land wie Nassau und nicht ein einziges Kunstinstitut! Was müßte man von der Intelligenz eines Volkes denken, das die Kunst so sinken ließe! darum sagen wir nochmals, es kann nicht seyn. Die Stände mögen den Zuschuß fortbewilligen und dadurch deml Lande zeigen, daß sie, durch das Fortbestehen des einzigen Kunstinstituls des Landes, auf den sittlichen wie moralischen Einfluß, den die Bühne, sey es durch das freie Wort oder Musik, auf die sittliche Erhebung des Volkes ausübt, Gewicht legen. Blüht vie Kunst in einem Lande, wird Handel und Wandel auch wieder aufblühen, sowie es eine ausgemachte Sache bleibt, daß der Wohlstand der Hauptstadt des Landes sich auch auf das Land selbst erstreckt. Leben und lebenlassen, muß das einzige Motiv seyn, welches unsere Stände bei Lösung dieser wichtigen Frage vor Augen haben müssen. W.
Frankfurt a. M., den 17. Februar.
Mittags 1 Uhr.
Papier.
Geld.
Oesterreich, 5 °/> Metalliques......
757,
747,
58%
2%%........
39’/,
397,
„ 3 % Bankactien o. D.....
1183
1178
„ 500 st. Loose........
127
126
„ 250 fl. Loose........
81
80 7,
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine . . . .
987,
„ 3% % Staatsschuldschcine â 105 kr. .
817,
80 7,
Bayern, 3 7,% Obligationen..... .
78%
777,
Verba cher-Eisenbah n-Actien . . . . .
73 %
737,
Würte m berg, 3% % Obligationen . . ... .
80%
79%
„ 4^°/« neue Obligationen . . .
94%
947,
Baden, 3'/, % Obligationen von 1842 ....
79 7,
78%
„ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .
50
497,
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .
297,
28’/,
Darmstadt, 37, % Obligationen.....
79%
79
4 % „
877,
87
„ 50 fl. Loose........
71%
71
„ 25 fl. Loose.........
Kur Hesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien
387,
38
„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
287,
28
Nassau, 37, % Obligationen bei Rothschild . .
82
817,
„ 25 fl. Loose ..........
21
207,
Fran kfurt, 3 % Obligationen.......
77 7,
767«
„ 37, % „ von 1839 . . .
927,
92
„ 37, „ „ von 1846 . . .
887,
88%
Taunus-Eifenbahn-Actien â 250 fl. . . .
290
287
Holland, 27, % Integralen.......
507,
49%
Spanien, 3 % Innere L-chuld.......
22’/,
227s
„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......
104
—
„ 500 ft. ,. „ .......
76
757.
Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethmann
28%
287«
D isconto..............
—
17«
Gold
Silber
kr.
st.
382
Pistolen......
Pr. Friedrichsd'or.
Holl. 10 fl. Stück- Rand- Ducaten . .
20 Francsstücke . .
Engl. Souverains .'
st.
9
9
10
5
9
12
kr.
54
55 7,
2
37
35
1
Gold al Marco . . Laubth., ganze. . . Preuß. Thaler. . . 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber. Gering u. mittelh.
BekKNntmachssugeM.
24
24
28
20
"J Glänbigervorladung
Ueber den Nachlaß des verstorbenen Christian Jost von Usingen, welcher mit Elisabethe geb. Jppel in erster, und mit Katharine geb. Philippi von da in zweiter Ehe lebte, ist der Concursprozeß rechtskräftig erkannt worden.
Alle, welche dingliche oder persönliche Ansprüche an diesen Nachlaß oder gegen die beiden Eheweiber geltend machen wollen, werden aufge- fordert, solche
Dienstag den 20. März l. I., Vormittags 8 Uhr, bei Vermeidung des ohne weitere Dekretur erfolgenden Ausschlusses vor der ConcurS-Maffe vor hiesigem Amte anzumelden und richtig zu stellen.
Usingen, den 10. Februar 1849.
Herzog!. Nass. Amt.
Vonha usen.
Den resp. Herrschaften und Prinzipalitäten zeige hiermit ergebens an, daß die.Register der Stellesuchenden jeder Branche wieder zu geneigten Aufträgen aufs empfehlendste kompletirt sind.
Carl Leyendecker,
114] Geschäktsbureau, Mühlgaffe Nro. 1 in Wiesbaden.
Schierstein. Sonntag den 18. Februar wurde dahier ein Versöhnungsfest gefeiert, worüber sich jeder Ortskundige nur freuen kann, dabei aber auch wünschen muß, daß es von dauernden guten Folgen seyn möge. Möchte doch recht bald ein anderes derartiges Fest von ungleich wichtigerer Bedeutung hier können gefeiert werden!
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
81] Das vom Staat errichtete und von den Landständen garantirte Badische Staats-Eisenbahn-Anleben von 14 Millionen fl. ist rückzahlbar durch Gewinne von 14mal 50,000 , 54ma[ 40,000, 12mat 35,000 , 23mal 15,000, 2mal 12,000, 55mal 10,000 st. Niedrigste Prämie ist 42 ff. Die nächste Verloosung findet am 28. Februar 1849 statt, und find hierzu bei unterzeichnetem Handlungshause Originalloose für alle Ziehungen gültig â 31 st. 30 kr. und für die bevorstehende Ziehung ",
allein â 1 fl. 30 kr. zu beziehen. Plan liegt auf dem Comptoir dieser i
Blätter zur Einsicht offen. Jede Auskunft gratis.
Julius Stiebel junior, Banquier in Frankfurt a. M,. Bureau Wollgraben.
Solide Männer, die eine Agentur zu übernehmen gesonnen sind, beliebe« sich zu melden.
Hierzu eine zweite Ausgabe jdes politischen BlatteS welche an jedem Werktage, Vormittags um 11 Uhr, aus- gegeben wird.
Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
