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müsse. Nachher wurde noch mehrfach über diese Punkte ge, sprachen, und namentlich auch Kamberg als Kreisamtssitz noch weiter befürwortet. Keim spricht sich gegen den Leisler'schen Zusatzantrag aus.

Der Antrag Schmid t's (der Regierung die Befugniß eines kleinen Ab- und Zugebens auf Wunsch entlegener Ge­meinden zu geben) wird mit 30 Stimmen angenommen. Das Amendement Rah t's wird abgelehnt. Der Antrag Leis ler's desgleichen. Der zweite Antrag Leisler'S, daß Kamb erg Kreis­amtssitz für Usingen-Idstein werde, desgleichen abgelehnt gegen 13 Stimmen. Der Antrag Wimpf's wird gegen 6 Stimmen abgelehnt. Der ganze 8. 2 wird sodann gegen 4 Stimmen angenommen.

§. 3 handelt von den Ausnahmcverhältnissen für Rei­chelsheim und wird ohne Diskussion einstimmig angenommen.

Desgleichen §. 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11.

Reg.-Komm. Reichmann legt den Gesetzentwurf der Zivilliste und der Regulirung der Pensionsverhältnisse vor.

Der Abgeordnete Hehn er begründet seinen Antrag auf Aushebung der Verordnung wegen des medizinischen Doktor­titels. Durch die Grundrechte ist die Verordnung bereits außer Kraft gesetzt, und der Reg.-Komm, erklärt, daß diese Verordnung auf dem Wege, wie sie eingeführt worden sey, auch förmlich außer Kraft gesetzt werden solle.

Köln, 1. Februar. Unsere heitere Rheinstadt, welche von der Cholera gänzlich verschont blieb, wird jetzt auf andere Weise heimgesucht. Es sind nämlich schon seit einigen Wochen sehr beunruhigende Todesfälle durch die sogenannten „schwar­zen Pocken" vorgekommen, welche, im höchsten Grade ansteckend, bei weiterer Verbreitung große Trauer über unsere Stadt brin­gen dürften. Möge es den bereits ergriffenen Maßregeln ge­lingen, dies zu verhindern!

Mannheim. Karl Heinzen publizirt in der hiesigen Abendzeitung sein Budget. Bekanntlich ward er von seinen früheren Genossen angegriffen, namentlich ist dies auch von Friedrich Hecker aus Amerika geschehen, daß er von der Bettelei bei seinen Freunden lebe, statt, ein gesunder kräftiger Mann, durch sich selbst für sich und die Freiheit zu leben. Er rechnet nun aus, daß er Summa, seit er sich der Freiheit gewidmet, 5500 Thlr. eingenommen, (nämlich Honorar: 1700 Thlr., durch Unterstützung von Verwandten 300 Thlr., geliehen von Freunden 500 Thlr., durch Kollckliren in Deutschland und Amerika 3000 Thlr.) Ausgegeben davon habe er 3100 Thlr.; (1000 Thlr. für Druck und Einschmuggelung seiner Pro­pagandaschriften, 1500 für politische Reisen, 400 für Unter­stützung anderer Flüchtlinge, 100 für Porto) bleiben ihm und seiner Familie -zum Leben 47, Jahr im Auslande 2400 Thlr. Könne man billiger zum Besten der Republik leben, ruft er seinen republikanischen Freunden oder Mißgönnern zu. Die Beant­wortung der Frage, ob es schimpflich sey, als verfolgter Käm­pfer für die Volksrechte nicht „republikanisch" zu verhungern, will er den republikanischen und nichtrepublikanischen Agita­toren überlassen.

Stuttgart, 3. Febr. Der Reichstagsabgeordnete Gfrörer zeigt im D. V. Bl. an, daß er den 1. Febr. dem Reichstage eine Masse von Adressen aus Schwaben, welche einstimmig gegen ein preußisches Kaiserthum Protestiren und ein Reichs­oberhaupt aus dem Hause Oesterreich verlangen, über­geben habe. Es sind deren 148.

Konstanz, 31. Jan. Der Redakteur der Seeblätter, Letour, von welchem berichtet worden war, erjhabe sich nach der Schweiz geflüchtet, ist wegen Majestätsbeleidigung und Beleidigung der Nationalversammlung am 24. Januar hier verhaftet worden. Das Oberhofgericht zu Mannheim hat ihn wegen dieser Ver­brechen zu sechs Monaten Festungsstrafe verurtheilt.

München, 2. Febr. (A. Z.) Auf die von cher hiesigen deutsch-katholischen Gemeinde gegen den Stadtpfarrer der Lud­wigskirche bei dem Staatsministerium des Innern erhobene Beschwerde, daß letzterer bei einem Austrittszeugnisse den Aus­druck „zu der sogenannten deutsch-katholischen Gemeinde" gebrauchte, hat das genannte Ministerium erkannt, „daß dieser Religionsgesellschaft die Führung des Namens Deutsch- Katholiken unbedingt zustehe, und ihr derselbe weder von einer weltlichen noch von einer geistlichen Behörde des König­reichs verweigert werden dürfe." Das Verfahren des Stadt­

pfarrers könne weiter weder gebilligt, noch im Hinblick auf die Verfassungsurkunde geduldet werden, wovon das königl. Pfarr- amt zu verständigen sey, damit das Ministerium für die Zu, kunft weiterer Einschreitungen überhoben werde.

Berlin. Die „Deutsche Reform" enthält nachstehenden wie es scheint halboffiziellen Artikel: „Wir erfahren aus zu­verlässiger Quelle, daß die Aufhebung des Belagerungs­stand cs nicht so nahe bevorsteht, als man nach den umgehen» den Gerüchten unv den Mittheilungen einiger Blätter glauben mochte. Das Ministerium ist nämlich der Ansicht, daß diese Aufhebung ohne den Erlaß vorgängiger, die Mißbräuche des Assoziations- und Preßfreiheitsrechts beschränkender Gesetze unter den gegenwärtigen Umständen unzulässig sey. Anderer­seits hat das Ministerium geglaubt, jene wichtigen und tief eingreifenden Gesetze nicht selbstständig erlassen zu dürfen, da die moralische Kraft, welche eine zweckmäßige und gefahr« lose Durchführung derselben allein möglich macht, nur durch die Berathung und Beschlußfassung der Kammern gewährt werde. Aus einem ähnlichen Grunde hat das Ministerium die Einführung der neuen Gemeindeordnung nicht auf eigene Verantwortlichkeit übernehmen wollen. Uebrigens sind die er, wähnten Gesetzentwürfe wegen des Assoziationsrechts k. , so weit ausgearbeitet, daß dieselben den Kammern sofort vor, gelegt werden können. Es wird also zunächst von diesen ab, hängen, wie bald der Belagerungszustand, welchen man übri, gens mit möglichster Rücksicht und Milde auSsührt, aufge­hoben wird.

Aus Brünn läßt sich die Prager Zeitung beunruhigende Nachrichten über die Stimmung unter dem Landvolk schreiben. Man argwöhne, die Regierung hätte eine höhere Ziffer als der Landtag für die Entschädigung der Roboten angesetzt. Fast keiner Vorladung würde Folge geleistet, auch Gebühren selten eher entrichtet, als bis Erekution einträte.

Wien, 1. Febr. Eine Korrespondenz meldet, daß der Plan ist, um die Stadt sechs detaschirte Forts anzulegen; fernerdaß in der StaatSdruckerei dreißig Setzer bei einer geheimen Arbeit eingesperrt und auf das Strengste bewacht sind. '

Wien, 31. Jan. (A. Z.) Die ganze Garnison von Pesth wurde hinüber nach Ofen gezogen, und die Pontoniere schlagen eine neue Brücke über die Donau, um eine ungehinderte Kom- munikation für^s Militär herzustellen. Pesth ist ruhig, und eS lebt jetzt in Angst, daß sich der Kampf bis in seine Straßen erstrecken könnte, eine Angst, die wir um jo weniger theilen, da wir sehr zweifeln, daß die Ungarn eine Schlacht annehmen. Alles spricht daselbst mit Verwunderung von der Milde deS Militärgouvernèments, die mit der Strenge gegen Wien so sehr kontrastivt. Von Hinrichtungen ist keine Rede — kaum daß einige Verhaftungen vorgenommen wurden. Sogar den Säbel sollen die Ungarn, wenn sie im Nationalkostüm erschei, nen, beibehalten dürfen. Die Papiere des Bankierhauses Moriz Wovianer sind dagegen, wie es heißt, mit Beschlag be- legt worden, weil dasselbe Gewehrlieferungen für Kossuch über, nommen hatte.

Hier wurde gestern Abend in der Gegend deS Wafferglacis wieder auf einen Soldaten geschossen und ihm eine schwere Schenkelwunde beigebracht. Das Fremdenblatt berichtet, der Thäter sey- diesmal ertappt worden. Andere wollen wissen, daß er entkommen sey.

Die Reden, welche in der letzten Reichstagssitzung gegen die Todesstrafe gehalten wurden, erregen hier die allgemeine Theilnahme so sehr, daß das bezügliche Reichstagsblatt eine Stunde nach seinem Erscheinen völlig vergriffen war.

Schleswig, 1. Februar. Die Zeit der Zweifel und der Rücksichten ist vorüber! Unsere Landesversammlung hat sich gestern einstimmig für den Krieg erklärt! Die JnkorporationS» lust der Dänen veranlaßte am 24. März v. I. die Erhebung der Herzogthümer; dieselbe Jnkotporationslust tritt wieder bn den Friedensverhandlungen auf und wird eine noch einmüthigere und kräftigere Erhebung zur Folge haben. Einstimmig beschloß gestern die Landesversammlung eine Eingabe an Se. kais. Hoh. den Reichsverweser, worin es am Schluffe heißt: „Wir dürfen nicht schließen, ohne die Versicherung hinzuzufügen, daß wir, so viel an uns liegt, bereit seyn werden, die Anbahnung eines billigen und annehmbaren Friedens nach Kräften zu erleichtern und daß wir hierbei der Zustimmung des Landes versichert