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Sprechjaal

für Stadt und Land

*** Einsender dieser Zeilen laS von der „Nassauischen Dorfzeitung" nur eine einzige Seite, er wurde aber durch einen Aufsatz vom 28. Januar auf'S Veste unterhalten. Er fand darin die interessanten Behauptungen: 1) daß Karls des Großen Söhne das fränkische Reich im Jahre 843 theilten ; 2) daß Kaiser Franz die deutsche Kaiserkrone im Jahre 1809 niederlegte. — Ohne Zweifel beweist der Ver­fasser jenes Aufsatzes ebensoviel Judiz wie Wissen.

Langeuschwalbach, 28. Jan. Obwohl die beiden Korre­spondenzen von hier, dd. 22. und 24. d. M., eigentlich nicht gegen mich gerichtet sind, so muß ich doch mir eine Erwiderung aus dieselben erlauben, wenn nicht durch dieselben mein Thun verdächtigt werden soll. Ich rühme mich der strengsten Ehrlich­keit. Ist das vor der Welt wenig, so ist es mir doch dermalen Alles, daß ick mick getrosten kann. Soll Herr K. Petsch von hier verdrängt werden, so soll cs doch weder durch mich noch um meinetwillen geschehen. Es sind hier 2 Predigerstellen; eine derselben ist erledigt; die geringere in geziemender Demuth — selbst provisorisch — zu übernehmen, dazu allein habe ich mick, vielfach veranlaßt, erboten. Nun ich sehe, daß aus diesem Anerbieten eine ärgerliche Parteiung sich gestalten will, nehme ick es ausdrücklich zurück. Das sey ferne, daß ich irgend Jemanden verdrängen wollte. Doch wie könnte man im Grunde etwas Arges darin finden, wenn ein Kaplan auf eine Pfarrei verdrängt werden soll? Mit der religiösen Richtung des hochw. Herrn Petsch habe ich durchaus mir nichts zu schaffen gemacht, noch weniger mit angeblichen Petitionen.

Der erste Kvrrcspontent spricht von meinem „bcklagens- Werthen Falle" und von einer „Schmach," vor welcher die hiesige Stadt bewahrt werden solle. Ich gebe es ihm und dem Publikum anheim, in Milve zu erwägen, ob eine solche Sprache edel und christlich heißen kann. Ich habe meinen Fehler nicht verheimlichen wollen; aber eben darum würde ein gutdenkender Mann sich nicht berechtigt gehalten haben, mich öffentlich mit Schmach zu belegen. Doch ich trage das willig und frage nur jenen Bürger, ob er auch das für eine Schmach halte, daß unser Heiland zu d e m Petrus, der ihn dreimal verleugnet hatte, spricht: weide meine Lämmer!,?

Ist es auch möglich, das gebrauchte Wort „Schmach" noch anders zu deuten, so muß jener Bürger doch zugeben, daß ich es auf diese Weise deuten mußte.

Der wohlwollende zweite Korrespondent, dem ich danke, wünscht mir einen glücklichen Wirkungskreis, doch — hier in Langenschwalbach nicht! Recht schön; aber kann ich wählen? Habe ich nicht das Allergeringste annehmett wollen da, wo man mir freundlich begegnete? Ich kann mich nicht bewerben, ich kann mich nur anbieten. Und im Alter von 48 Jahren ist man wohl nicht gern noch lange Kandidat. Und wenn mir das allererste und bescheidenste Anerbieten auf solche äßeife vor dem ganzen Vaierlanve zur Schmach gemacht wird, ist dann nicht auch meine letzte Hoffnung vernichtet?

So erkläre ich hiermit feierlich: Ja, ich bin gefallen; ge­fallen nach zwanzigjähriger, nie getadelter Dienstsührung. Aber ich bin von dem Falle wieder aufgestanden, und ich fühle mich stärker nicht nur, sondern auch besser als zuvor. Will es ir­gend eine Gemeinde mit mir versuchen, so bin ich, mit Zu­stimmung der Behörden, entschlossen, das in mich gefitzte Ver­trauen auf keine Weise zu täuschen. Vietor.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Bekanntmachungen.

Dachschiefergrube Wilhelm Erbstoilen

zu Caub am Rhein.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß unser Dach- schiefcrsteiu-Lager auf das vollständigste affortirt ist und wir durch de» ausgedehnten Betrieb unserer Grube in den Stand gesetzt sind, Bestellungen von jedem beliebigen Quantum der verschiedenen «schieferstein-Sorten aus- zuführeu. Preise sowie die näheren Verkanfsbedingungen theilt apf Ver­langen der unterzeichnete Verwalter mit.

Caub, den 23. Januar 1849.

Die Gewerkschaft des Wilhelm-Erbstollens, 53] in deren Auftrag der VerwalterZobel.

Das chemische Laboratorium zu Wiesbaden

übernimmt von nun an die Ausführung chemischer Analysen vor. Natur- und Jndustrieprodukten jeder Art zu billigen und festen Preisen, was ich hiermit, um vielfachen Anfragen zu entsprechen, bekannt mache.

Wiesbaden, den 30. Januar 1849.

66] Professor Dr. R. Fresenius.

67]] Sehr zweckmäßig eingerichtete Gemeinde-Budgets nach den Vorschriften des neuen Gemeindegesetzes, sowie überhaupt Formularien für das Gemeinde-, Forst-, Schul- und Kirchen- wefen sind stets vorräthig in der Hof-Steindruckerei von

Jakob Zingel.

Frankfurt a. M.,

den

30. Januar.

Mittags 1 Uhr.

Oesterreich, 5 "/, MetalliqueS......

" 2% % " ‘

„ 3 °/0 Bankactien o. D. ....

„ 500 st. Loose........

„ 250 st. Loose........

Preußen, S0 Thaler Prämienscheine . : . .

„ 3y, % SraatSschuldscheine â 105 kr. .

Bayern, 3'4% Obligationen....... Berba cher-Eisenbahn-Aktien..... Würte mberg, 3 '% % Obligationen.....

„ ' 4-A % neue Obligationen . . .

Baden, 3'4% Obligationen von 1842 .... „ Lotterie-Anl. â 50 st. bei G. u. S. . .

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 .....

Darmstadt, 3*4 % Obligationen - ... .

„ 4% „ .....

„ 50 fl. Loche........

„ 25 fl. Loose.........

Kurhesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien

„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

Nassau, 3'4% Obligationen bei Rothschild . .

„ 25 fl. Loose ..........

Frankfurt, 3% Obligationen.......

„ 3'4% „ von 1839 . . .

„ 3'4 „ „ . von 1846 . . .

Tannns-Eisenbahn-Actren u 250 fl. . . Holland, 2'4 % Integralen....... Spanien, 3% Innere Schuld .......

„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......

„ 500 fli „ „ .......

Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bechmann D isconto..............

Papier.

76'4 61

40'4

1225 136%

81%

80% 77%

71%.

78% 93% 77% 50%

28% 79

87% 72% 26% 37% 26% 80% 22% 77% 91% 87%

283 49% 20'4

75 27%

Geld.

76% 60'/,. j 40% f 1220

136'4 80% .

98 ■ 80% !

77% ■

70% j 78

93% 1 77% 1 50% r 27% 1 78% I 86% i 72% : 25% 37% 26% 80 22% 76% 90% 86%

280 49% 20%

99

74% 27%

1%

Gold.

ff.

kr.

Silb er.

ff.

kr.

Pistolen........

Pr. Friedrichsd'or. . . Holl. 10 fl. Stücke . . Rand- Ducaten .... 20 Francsstücke .... Engl. Souverains. . .

9

9

10

5

9

12

54

55

1

37

35

1

Gold al Marco ....

Laubth., ganze.....

Preuß. Thaler.....

5 Frankenthaler .... Hochhaltig Silber. . . Gering u. mittelh. .

382

2

24

24

43%

24

18

Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes, welche an jedem Werktage, Vormittags um 11 Uhr, aus­gegeben wird.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

54] In der Louisenstraße Nr». 13 ist im unteren Stock ein Zimmer nebst Kabinet mit oder ohne Möbel mit dem 1. April zu vermiethen.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.