xicyr versetzt, daß Herr Kaplan Petsch (warum den Namen verschweigen?) von hier verdrängt werden, und einem Geistlichen Platz machen solle, der eines Vergehens halber seine frühere Stelle verlassen hat. Ich bin weit davon entfernt, gegen den Charakter des letzteren einen Tadel auszusprechen, nein ich finde sogar eine hinlängliche Bürgschaft für die Ehrenhaftigkeit desselben in dem Umstande daß, und in der Ursache warum derselbe sein Amt niedergelegt hat. Glauben kann ich aber nicht, daß es der Wille der Mehrzahl der hiesigen evangelischen Bürger ist, daß ein Mann von hier hinweggedrängt werde, der die allgemeine Achtung genießt, aus dem einfachen Grunde, um einen andern zu plaziren; noch weniger aber kann ich glauben, daß Hr. Petsch seiner religiösen Richtung wegen entfernt werden soll. Der wahrhaft freisinnige Mann ehrt die Ueberzeugung anderer, auch wenn sie nicht die seinige ist, er achtet ein aus dieser Ueberzeugung hervorgegangenes Handeln. Herr Petsch ist von der Wahrheit seiner Ansichten durchdrungen, er ist Religionslehrer mit der Wärme jugendlicher Begeisterung, sein ganzes Wirken trägt das Gepräge der Ausrichtigkeit; sein Lebenswandel ist durchaus tadelfrei; und ich glaube nicht, daß Einer auftreten kann, der im Stande ist, ihm eine Nachlässigkeit in seiner Dienstführung nachzuweisen. — Warum ihn daher von hier entfernen? Fürchtet man etwa eine Verbreitung seiner Religionsansichten auf seine erwachsenen Zuhörer? — denn beweise man mir die Unmündigkeit derselben. Fürchtet man etwa den Einfluß seiner Lehre auf die Jugend? — dann strafe man den Satz Lügen, daß die wahre, auf moralischem Werthe basirte Religion nicht in dem Schulunterricht, sondern in den am älterlichen Heerde gesammelten Grundsätzen ihre Hauptstütze findet, und in beider Beziehung thue man dar, welcher Nachtheil der menschlichen Ge- sellschast aus dem Glauben des göttlichen Ursprungs unserer Religion erwachsen ist. — Ich wünsche dem Herrn Pfarrer V. recht bald einen seinen Kenntnissen und seinem biedern Charakter entsprechenden öffentlichen Wirkungskreis, würde es aber tief beklagen, wenn durch Erlangung desselben ein Mann unverdient einer Stelle enthoben würde, welche ihm bereits werth geworden ist.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Für die Hinterbliebenen v. Auerswald's sind ferner bei uns eingegangen: 2 fl. von W. St.
Zugleich machen wir bekannt, daß wir die vordem bereits eingegangene Summe von 161 fl. 15 kr. an das Zentral- komite in Frankfurt übersendet haben.
Die Expedition der Nass. Mg. Zeitung.
Bekanntmachungen
öu HTapoUtaines /
Durch vortheilhaften Einkauf einer nicht unbedeutenden Partie Nii»- politaines, bin ich in den Stand gesetzt, solche zu 21 fr. die Elle zu erlassen. Da diese Waare von bester Qualität, vollkommen % breit ist, so glaube ich ein verehrliches Publikum hierauf aufmerksam machen zu können und einer gefälligen zahlreichen Abnahme entgegensehen zu dürfen. Wiesbaden, den 24. Januar 1849.
W. Zwormann seel. Wittwe.
In der L. Schellenberg'schen Hosbuchhandlung in Wiesbaden ist zu haben:
Payne's Miniaturalmanach für 1849 mit 6 brillanten Stahlstichen. Preis 18 kr.
Komischer Volkskalender für 1849. Herausgegeben von Adolf Brennglas.
Mit vielen Illustrationen von Th. Hosemann. Preis 36 kr. Dieser Jahrgang übertrifft alle frühern an Witz und Satyre!
Gedichte von Friedrich von Schiller. Schulausgabe 1 fl. 12 kr.
Laßt der Welt ihren Laf, und der Katz ihren Sprung
Nachdem sich die hiesigen Narren permanent erklärt habet so wurde die erste Sitzung auf
Freitag den 26. dieses, Abends 8 Uhr 77, Minuten, festgesetzt.
Die Narrhalla hat ihren Sitz im Nonnenhof aufgeschlage! und werden alle Verehrer Karnevals dienstgehorsamst ersuch! sich recht zahlreich einzufinden.
56] Das Komite
Frankfurt a. M., den 24. Januar.'
Mittags 1 Uhr.
Papier. Geld.
Oesterreich, 5 "/, Metalliques......
'6’4
757«
61 7a
„ ........
„ 3 % Bankaktien o. D.....
407, 1230
40'4
1222
„ 500 fl. Loose........
„ 250 fl. Loose........
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine ....
138
82
137'/, 81'/, 98
„ 3 '/, % Staatchchuldscheine â 105 fr. .
807,
80
Bayern, 31/, % Obligationen.......
Berba cher-Eisenbahn-Actien.....
77'4
767«
70%
70'/,
Würte in berg, 372 % Obligationen.....
787,
78
„ 4% % neue Obligationen . . .
947«
937«
Baden, 3'/, % Obligationen von 1842 ....
787«
777«
„ Lotterie-Aul. â 50 fl. bei G. u. S. . .
507,
50
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3-1/. % Obligationen .....
4% „ .... .
28'/«
79
87 7s
28 78'/, 86’4
„ 50 fl. Loose........
72%
72'/.
„ 25 fl. Loose. . '. . . . ...
257«
25 7,
Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nvrdbahn-Actien
38 %
37%
„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
27 7s
26’4
Nassau, 3 72 % Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose......
Frankfurt, 3 % Obligationen.......
797«
79'4
227« 77
22'/, 767,
„ 37,% „ von 1839 . . .
917«
907«
„ 37a „ „ von 1846 . . .
877s
86’4
T au nn s-Ei senbah n -Actien ü 250 ff. . . .
292
289
Holland, 2'/, % Integralen.......
Spanien, 3 % Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......
500 fl. „ „ .......
49 7, 20'/,
74
49'/« 20'/«
987«
737«
Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann
Diskonto ..............
267,
26
17«
Gold. fl. kr. Silver.
fl. kr.
Pistolen ....... 9 54 Gold al Marco .
382 —
Pr. Friedrichsd'or... 9 55 Laubth., ganze. .
2 43'4
Holl. 10 fl. Stücke . . 10 1 Preuß. Thaler. .
- —
Rand- Ducaten .... 5 36 5 Frankenthaler .
—
20 Francsstücke .... 9 35 Hochhaltig Silber. . .
24 24
Engl. Souverains... 12 1 Gering u. mittelh. . .
24 18
Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes, welche an jedem Werktage, Vormittags um 11 Uhr, ausgegeben wird.
Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
