Einzelbild herunterladen
 
  

betrieben wird, gemacht hat. Die Versuche sollen äußerst gün­stig ausgefallen sevn und die hohe Wichtigkeit dargelcgt haben, welche ein gutgeleiteter umfangreicher Betrieb des Wallfisch­fanges für die Vermehrung unseres Nationaleinkommens, für die Hebung unserer Schifffahrt, namentlich in Bezug auf ihre Weiterbildung zur Theilnahme am großen Welt­handel, und als die trefflichste Vorschule für eine kräftige, abgehärtete und mutige Mannschaft unserer künftigen Kriegs­flotte haben würde."

Eisenmann's „Volksblatt" stellt dessen Austritt aus dem Märzverein, in Folge des verweigerten Anschlusses der konstitutionellen und der massenhaften Beilrittserklärungen der demokratischen Vereine, in Aussicht, da Eisenmann, „der entschiedenste Verfechter der k o n st i t u t i o n e l l e n Monarchie", unter solchen Umständen keine Stellung und kein Wirkungövermögen im Märzverein haben könne.

Dieser fürchtet aber, daß Ludwig Napoleon ihm über den Kopf wachsen und daß er bei seinem Eintritt in das Kabinet nur noch der Zweite im Staate seyn würde. Daher seine zarte Fürsorge für die Verfassung.

Die „Times" bemerkt in einem längeren Artikel über den Hader Oesterreichs und Ungarns: „Die Magyaren, die ihnen bevorstehende Niederlage voraussehend, haben nach London und Paris einen Sendboten geschickt, der ihnen die Vermittelung Englands und Frankreichs auswirken soll. Hierauf kann, wir hoffen es, die Antwort nur Eine seyn. Es ist im Laufe dieses Jahres genug geschehen, um das Wort Vermittlung ge­haßt und verächtlich zu machen, und wenn England sich zu einer Vermittelung zwischen Oesterreich und Kossuth hergeben sollte, so wäre dies das Nämliche, als wenn Lamartine sich vergangenen Juni erboten hätte, zwischen der Königin Viktoria und Herrn Smith O'Brien zu vermitteln."

Aus Lyon schreibt man der „Kölnischen Zeitung": Es bilden sich hier und in der Umgegend Klubbs, welche die ent­schiedene Tendenz des Monarchismus oder vielmehr des Kaiserthums zu verfechten gesonnen sind. Die Legiti­misten, in ihren Hoffnungen vor der Hand getäuscht, da der Präsident der Republik wider ihr Erwarten den Eiv für Aufrechthaltung der Konstitution geleistet, streben nun dahin, daß die republikanische Regierungsform so bald als möglich zu Grabe getragen werde. Sie sind in dieser Beziehung von der Geistlichkeit unterstützt und werden von ehrgeizigen Militärs aufgemuntert.

Die sozialistisch-demokratische Partei erkennt ihre momentane Unmacht und zählt ebenfalls mit Sicherheit darauf, daß der Weg zur rothen Republik über kaiserliche Trümmer führen müsse. Die verschiedenartigsten Elemente reichen sich also, wie bei der Präsidentenwahl, die Hände, um einen ge­waltigen Umsturz vorzubereiten. Handelt die Regierung auf­richtig und besonnen, so kann sie all diese Plane unschädlich machen; allein das einzige Mittel hierfür wäre, sich der Ver- saffung und der Republik mit Redlichkeit anzuschließen.

Es ist möglich, daß Ludwig Bonaparte von dem besten Willen beseelt ist, die Oberbefehlshaber der Pariser und Lvoner Besatzung, sowie des Alpenheeres sind es aber durchaus nicht. Noch ist zwar keine eigentliche Kriegspartei unter den Staats­männern vorhanden, welche an der Spitze der Verwaltung stehen, aber desto stärker ist dieselbe unter dem Militär und dessen Anführern vertreten. Es könnten daher jedenfalls Um­stände sich einstellen, welche den guten Willen des Präsi­denten der Republik, so wie seiner Minister, überwältigen würden.

An den Namen Napoleon knüpfen sich einmal die Worte Krieg und Eroberung. Das Landvolk ist davon so durch­drungen, daß man zwischen hier und Marseille, zwischen Di­jon und Chalons gar nicht anders weiß, als daß im nächsten Frühlinge unsere Armeen ausgcschickt werden, um sich Lor­beeren â la Napoleon zu holen.

In den meisten Dörfern erhalten seit vierzehn Tagen die neugebornen Kinder den Namen „Louis Napoleon." In einer nahe gelegenen, sehr bevölkerten Gemeinde kamen vom 10. bis 23. v. M. vierzehn Knaben zur Welt, und zwölf davon taufte man mit dem Namen „Napoleon."

In Bezug auf den Ministerwechsel scheint uns nur die Aeußerung des Thiers'schen „Constitutionnel" von Bedeutung: „ES ist immer Zeit genug, um schlechte Nachrichten zu bringen und das Abtreten eines so verdienstvollen Mannes zu melden, wie Herrn Malleville. Die Ursache desselben liegt in einer bedauerlichen Differenz zwischen ihm und dem Präsidenten der Republik. Hr. v. Malleville blieb bei dieser Gelegenheit der Würde seines Charakters treu, sowie den Grundsätzen der konstitutionellen Regierung." Letzteres Geständ- niß ist doppelt wichtig, weil es ein Beleg aus dem Munde deS Hrn. Thiers zu der Behauptung der Opposition ist, daß Ludwig Napoleon bereits anfange, den Kaiser zu spielen, und zweitens enthält es implicite eine Warnung des Herrn Thiers an seinen Schüler, obschon sich kein Mensch als Mini­ster weniger um die Verfassung gekümmert hat, als Hr. Thiers.

Deutschland.

Der „Westerwälder Bote" schreibt: Mit den Gemeinde- rathswahlen will cs bei uns noch nicht recht gehen. Im gan­zen Amte Hachenburg sollen bis jetzt nur sechs bestätigt werden; alle übrigen werden wegen Formsehler umgestoßen. Unter. diesen letzteren befindet sich auch die Wahl der Stadt Hachenburg.

Frankfurt, 4. Jan. In der heutigen 146. Sitzung der verfassunggebenden Reichsversammlung wurde zur Berathung über den Antrag des Abg. Wesen do nck, die Auflösung der preußischen Nationalversammlung und die Oktroyirung einer Verfassung für Preußen betreffend, geschritten. Von den 23 eingeschriebenen Rednern sprachen bis jetzt (1 % Uhr) die Ab­geordneten Wesendonck, Hayu, H. Simon v. Breslau, v. Beckerath, Wachsmuth, Göden, Martiny, Wurm, Löwe von Calbe. Die Anträge von Vogt und Konsorten und Ambrosch und Konsorten auf Schluß der Debatte wurden abaelelmt Zu dem Ausschuß-Antrag auf einfache Tagesordnung sind mehrere Verbesserungsanträge gestellt.

Frankfurt, 2. Jan. (O.P.A.Ztg.) Seitdem Herr von Gagern in das Reichsministerium eingetreten ist, hat der­selbe angefangen, die Bevollmächtigten der deutschen Regie­rungen zu gemeinschaftlichen Konferenzen mit dem Reichsmi­nisterium einzuladen. Dadurch scheint der Weg verlassen, den das Reichsministerium früher als den regelmäßigen emge- schlagen hat. Somit wird, wenn es sich von Vollzug allge­meiner Anordnungen des Reichs handelt, ferner nicht mehr mit den Regierungsbehörden der einzelnen Staaten unmittel­bar kommunizirt und daher auch wohl von der Absendung be­sonderer Reichskommissarien Umgang genommen werden. Da das Ungenügende des letztgedachten Verfahrens sich sattsam ausgewiesen, so finden wir es begreiflich, daß der neue Präsi­dent des Reichsministeriums einen andern Weg versuchen will. Die Frage ist nur, ob dem beabsichtigten Zweck dadurch genü­gend entsprochen werden wird.

In dieser Beziehung hegen wir einige Zweifel. Schon vor Monaten ist in diesen Blättern ausgeführt worden, daß die Thätigkeit von Bevollmächtigten, wie sie der Art. 14 des Reichs­gesetzes vom 28. Juni v. I. zuläßt, nicht hinreichen werde, um die Vollendung und Vollziehung der neuen Reichsverfassung zu verbürgen. Deshalb schlugen wir damals so dringend ,die Bildung eines dem Reichsverweser von den einzelnen Staaten beizugedenden Reichsrathes vor, weil wir vorhersahen, daß man ohne eine solche dem neuen Organismus angepaßte Ein­richtung früher oder später auf einem Punkte anlangen mußte, wo eine Verständigung mit den Regierungen kaum noch möglich wäre.

Aus dem badischen Oberlande, 1. Jan. Am zweiten Weihnachtsfeiertage wurde in sämmtlichen katholischen Kirchen Badens ein Hirtenbrief deö Freiburger Erzbischofs gegen die Einführung von Kommunalschulen verlesen.

München, 1. Jan. Ein allerhöchstes Reskript beruft die beiden Kammern des Landtags auf Montag den 15. d. Mts. zum ordentlichen Landtage zusammen.