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würde, und im Anschluß an ein aus dem Vertrauen deS Volkes hervorgegangenes Ministerium unsere Verhältnisse neu gestalten, die Früchte der französisch-deutschen Revolution im friedlichen Wege der Re sorm Mich unserem engeren Vaterlande zuführen würde.

Allein tvie in ganz Deutschland, so gibt es-auch in Wür- temberg und zeigten sich bald auch in bei Kammer nicht We­nige, welchen die Revolution deS März nur als ein halber Schritt erscheint, welche jedes Versuchs friedlicher Umbildung als eines eitlen Flickwerks spotten, und einen zweiten grüne» liegen U m sturz als das einzige Heilmittel in Aussicht stellen, demnach auch unser jetziges Ministerium zwar gern aufkommen sahen, weil cs doch wenigstens A sagte, es aber noch lieber wieder fort hätten, weil in ihrem Sinne nicht auch B sagen will.

Daher wurden die Arbeiten der Kammer von Anfang an bei jeder Gelegenheit d ur ch Interpellationen unter­brochen; das Ministerium sollte sich wegen jedes ungedul­digen Briefes, der von einem politischen Gefangenen einlief, wegen jedes Wirthshausgeredes über Truppensendungen und Einberufungen verantworten: in der Regel gelang dies zwar so gut, daß am Ende die Interpellanten selbst sich genöthigt sahèn, dem Ministerium ihr Kompliment zu machen; doch das schreckte sie nicht ab, bei nächster Gelegenheit wieder zu kommen.

Auch mit der Nationalversammlung in Frankfurt war man von dieser Seite immer weniger zufrieden, je mehr in ihr die gemäßigte Partei die Oberhand bekam. Daher wurde in unserm Ständesaal auch die große Politik zur Hand genom, men: die Verbâltnisse an der Spree und Donau zu bestimmen, wozu man am Maine sich zu schwach sah, wurden am Nesen- bach wiederholte Versuche gemacht. Nach der unbedingten Unterwcrfungserklärung in der Antwortsadresse erst Bitten dann Monitorien, zuletzt eine Verwahrung, die ein wahres Mißtrauensvotum war, und der nur noch die Form zur wirk­lichen Lossagung von den Beschlüssen der Nationalversammlung fehlte.

Dazwischen hinein wurden die Gesetzesvorlagen, welche größtentheils schon im Entwürfe der Regierung das Aeußerste bezeichneten, was gewährt werden konnte, ohne be­stehende Rechte allzu empfindlich zu verletzen, oder der Staats­kasse allzu große Ausfälle zu bereiten — diese Gesetzesentwürfe wurden theils schon von den einseitig zusammengesetzten Kom­missionen in einem Sinne begutachtet, theils von der Kammer­mehrheit mit Zusätzen und Abänderungen angenommen, welche die bedenklichsten Folgen für das öffentliche und Privatwohl in Aussicht stellen. So war es nicht genug, durch das Z e h n t - ablösungsgesetz zu Gunsten einer einzelnen, allerdings der Erleichterung bedürftigen Klaffe von Staatsbürgern, an­dern Einzelnen nicht nur, sondern auch frommen Stiftungen und der Staatskasse, mithin der Gesammtheit der Steuer­pflichtigen, Millionen an Kapital zu entziehen: man mußte durch willkürliche Erniedrigung des Zinsfußes den Ausfall noch um Hunderttausende vermehren. (Schluß f.)

Deutschland.

Mainz, -31. Dez. (F. I.) Schon vor Weihnachten lie­ßen sich verschiedene Blätter von hier aus berichten, daß man in Kastel bereits anfange, die Kasernen zu dem Zwecke abzu­decken, um Erde hinauf zu schaffen und sie in förmlichen Vertheidigungszustand zu setzen. Gleiche Vorkehrun­gen sollten auch, und zwar in der Woche nach Weihnachten, mit den Kasernen in Mainz getroffen werden; ja es hieß so­gar, es stehe Seitens des Festungsgouvernements die Auf­forderung an die hiesige Einwohnerschaft zur Verproviantirung in nächster Aussicht. Alle diese, auf schwere Kriegszeiten deu­tende Maßregeln sind bis jetzt glücklicher Weise nur Gerüchte geblieben, und wir können ihnen auf das bestimmteste versichern, daß an Anordnung und Ausführung solcher Vorkehrungen vor ter Hand nicht gedacht wird.

Mainz, 3l. Dezbr. In der heutigen Jahresfchlußsitzung deS demokratischen Vereins wurden unter sämmtliche Mitglie­der und sonstige Anwesenden Eremplare der „Erklärung der Menschenrechte von Maximilian Robespierre" »ertheilt.

Frankfurt, 30. Dez. Die O. P. Z. bestätigt heute die Nachricht, daß „von einem süddeutschen Könige" schon vor Wochen eine Erklärung zu Gunsten der Uebertragung der

Reichsgewalt an Preußen bei dem Reichsministerium eingelangt sey, und sich nun in dem Portefeuille Schmerlings vorgefun- den habe. Dasselbe Blatt glaubt ferner zu wissen, „daß zwi­schen den Fürsten der mittleren Staaten von einer nachbarH chen Residenz aus ein* Einverständniß eingelritet wird, um dir' Krone Preußens zur Annahme der Kaiserwürde zu bestimmen "

Elberfeld, 30. Dez. Die ErDnüng der bergisch-märki­schen Eisenbahn begrüßen wir als ein Ereigniß, unabsehbar in seinen Folgen, in seinen Einflüssen auf den Wohlstand des gewerbreichen Wupperthales und der industriellen Provinz Westphalen. Die Eröffnung der ganzen Bahn von Elberfeld bis Dortmund, die Verbindung von Berg und Mark fand . heute statt.

Erfurt, 27._Dez. Diesen Morgen halb 8 Uhr erschoß sich auf hiesiger Citadelle ein wegen eines Vergehens zur Degradi- rung verurtheilter Artillerist mit der von ihm scharf geladenen Lärmkanone. Der Kopf und die obern Gliedmaßen des Un­glücklichen wurden theils in den Festungsgraben, theiiS in die Nähe der Severin-Kirche geschleudert. Die 12pfündige Kugel flog über einen Theil der Stadt hinweg bis an das Haupt­steueramtsgebäude, wo sie an dem Dache eine Beschädigung verursachte, von da durch das Dach des Möbelfabrikanten Grenzdörffer in der Auguststraße, wo sie aus Dem Boden ge­funden wurde.

Münster, 28. Dez. (W. Z.) Ich beeile mich, Sie da­von in Kenntniß zu setzen, daß gestern .Abend der Oberlands­gerichtsdirektor Temme, bekanntes Mitglied der aufgelösten Berliner Nationalversammlung, verhaftet worden ist; und zwar nicht etwa auf Requisition des Staatsanwalts zu Berlin, son­dern auf Beschluß des hiesigen Stadtgerichts, welches vom hiesigen Obergerichte beauftragt war, gegen Temme die Unter­suchung wegen „Erregung von Aufruhr" unv „Hochverrath" einzuleiten.

München, 31. Dez. (F.O.P.A.Z.) Zwei Mitglieder deS Parlaments werden nicht wieder von hier nach Frankfurt zu- rückkehrn. Herr v. Beister hat nämlich heute daS Portefeuille des Innern bereits angenommen, und auch Professor Dr. Ebel, welcher bie Stelle eines General­sekretärs für alle Cultgegenstände (Kirche unv Schule) that­sächlich übernommen hat, wird sich vurch die angehäuften Ge­schäfte sofort so in Anspruch genommen sehen, baß er nicht auch nur auf eine kürzere Zeit wieder von hier fort kann. Noch heutehaben wirdas Einberufungsdekret fürbeide Kammern zu erwarten, und ehe die nächste Woche vor- übergegangen sein wird, werden die meisten Reichsräthe und Abgeordnete hier eingetroffen seyn.

Berlin, 28. Dez. Die „Spenersche Zeitung" schreibt, Preußen werde „der Ersparniß wegen" in Zukunft bei den kleineren deutschen Höfen keine Gesandten mehr halten. Eigent­lich sollte sich das von selbst verstehen. —

Dasselbe Blatt bestätigt, daß man von Berlin aus die Aus­weisung der Demagogen aus Köthen gefordert, aber eine abschlägige Antwort erhalten habe. Gestern noch fand dort eine größere Versammlung statt. —

Dem Prinzen von Preußen wurde gestern ein großes militärisches Morgenständchen gebracht. Eine Damendeputation vieler Gewerbtreibenden dankte der Prinzessin für ihre Rück- siedelung nach Berlin. — Das Gerücht wiederholt sich, daß Preußen ein Beobachtungs-Corps gegen Dänemark ausstellen wird.

Berlin, 30. Dezbr. (Lith. Korr.sp.) Es geht uns eine Mittheilung zu, deren Zuverlässigkeit wir indeß nicht verbür­gen können, wonach der Präsident der französischen Repulik in einer an die Kabinette gerichteten Anzeige von dem Antritt der Regierungsgeschäfte sich unbedingt zu Grundsätzen einer friedlichen Politik bekannt haben soll.

Berlin, 29. Dez. Das Ministerium scheint insbesonder« der Herstellung einer strafferen Haltung im Beamtenstand« seine Bemühungen zuzuwenden. Verschiedene Korrespvndenzer und Blätter wollen wissen, daß in diesem Sinne die ernstester Ausschreiben an die Präsidenten der Collegien und überhaupt an die Disciplinarbehörden ergangen seyen. Es sey dabei bis Ueberzeugung ausgesprochen, daß die bürgerliche Gesellschaft M