Franken Zehrgelder auszusetzen und denzemgen, welche durch Erfüllung dieses oft drei Wochen dauernden Amts brodlos werden sollten, einen interimistischen Taglohn von 2 Fr. zu g^D^sem Beispiele wollen andere Gewerbe folgen, damit sich das Proletariat nicht selbst von den Assisenlisten auszuschließen genothigtusche.t ^ip „ach Neujahr hier erwartet.
— Marrast läßt sich vom Couture in Lebensgröße malen, um dann im Eonferenzsaale aufgehangen zu werden.
Paris , 30. Dez. Während alle Welt gestern die Ministerkrisis deigelegt glaubte, überrascht uns heute der Moniteur mit folgenden Ernennungen:
Leon Faucher ist zum Minister des Innern ernannt, in Ersetzung Leon de Maleville's, dessen Abdankung ange- nommeNöch^e, Vizepräsident der Nationalversammlung, ist an die Stelle Leon Faucher's zum Minister der Staatsbauten ernaimt.^u Repräsentant des Volks, ist zum Minister des Ackerbau und Handels ernannt, in Ersetzung Bmo's, besten Entlassung angenommen. , m ,
Diese drei Dekrete sind vom Präsidenten Louis Napoleon Bonaparte unterzeichnet und von dem, in Abwesenheit Bona- parte'S den Ministerpräsident präsidircnden Justizminister und Siegelbewahrer Odilon Barrot gegengezelchnet.
_ Passy bleibt Finanzminister. Er hat den Bitten der Herren Thiers und Mole, sowie einiger Glieder der hohen Finanzwelt (Argont und Rothschild) nachgegeben, welche ihm sagten, daß sein Rückzug eine allgemeine Verwirrung auf dem Geldmärkte hervorbringen müßte; es sey jetzt der wichtigste Augenblick im ganzen Jahre; viele Liquidationen ständen bevor, und eine Finanzkrisis im Ministerium könnte ein wahres Nationalunglück nach sich führen. So vielen Gründen vermochte Passy nicht zu widerstehen, sein finanzieller Patriotismus siegte und er versprach gestern früh den Herren Bankiers, daß er die Staatsbarke im gegenwärtigen Augenblicke nicht verlassen wolle.
Eine telegraphische Depesche des Präfekten deö Sommedepartements wiederlegt die Gerüchte vom Ausbruch von Rebellion in jener Stadt.
Der Seinepräfekt Berger installirtc gestern nach Börsen- schluß das neue Handelsgericht, zu dessen Präsident Legentil und zu dessen Schreiber Say gewählt wurden. Berger hielt dem versammelten Handelsstande dabei eine Rede, aus der wir folgende Stelle entnehmen: „.. .Wie Sie wissen, wird in diesem Augenblick von den Verwaltungsbehörden im Umfang der ganzen Republik eine Untersuchung aller Verkehrs- Verhältnisse angestellt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden ihnen zahlreiche Beiträge für Ihre Studien .liefern. Der Eifer, mit welchem auch die Pariser Handelskammer den Gang dieser Untersuchung fördert, verdient von Seiten der Staatsgewalt die vollste Anerkennung."
Marschall Molitor nahm gestern in einer Proklamation von den Invaliden Abschied, da ihm heute der Onkel Bona- parte'S , der heldenmüthige Jerüme aus Westphalen , in der Gouverneurstelle folgt: „Wenn mich irgend etwas über diese Trennung von Euch zu trösten im Stande ist (ruft Mo^wr aus) so ist es der Gedanke, daß meine Sorge für (£uC den Bruder des unsterblichen Kaisers übergeht, jenen SBr^ der sich bis zur letzten Stunde des Kaiserreichs so helden- müthig auf dem Schlachtfelve auszeichnete."
Schon wieder ein Duell! Delescluze, Strohmann . Ledru-Rollins, hat den Proudhon wegen eines Zeitungsartikels auf Pistolen gefordert, Proudhon aber den Kampf verweigert. Die „Revolution dernocratique et Sociale “ bringt heute darüber folgendes Kartellschreiben von dem Sekundanten des Hrn. Delescluze, dem Strohmann Ledru-Rollins:
„Mein lieber De l e s cluz e! Deinem Verlangen gemäß begaben wir uns zum Bürger Proudhon in der Absicht, Genugthuung von ihm für einen beleidigenden und verläumderi- schen Artikel zu fordern, der heute mit seiner Namensunterschrift im Peuple erschienen. Wir fanden den Bürger Proudhon in der Druckerei seines Blattes und setzten ihm dort den Zweck unseres Besuches auseinander. Von uns gedrängt, uns seine Zeugen anzugeben, erklärte uns der Bürger Proudhon ganz
bestimmt, daß er Dir keine Genugthuung gebe. Wir haben unsere Aufforderung zwei Mal wiederholt, wie es unsere Pflicht gebietet; aber zwei Mal hat uns Proudhon geantwortet, daß er sich nicht schieße. Hierauf haben wir uns zurückgezogen und benachrichtigen Dich hiermit von dem Ergebniß unseres Auftrages. Gruß und Bruderschaft!
Paris, 29. Dez. 1849.
(gez.) A. Lemaitre. A. Dalican.
Die Regierung veröffentlicht keine Sylbe über ihre gestrigen Depeschen aus Toulon und Marseille. Dennoch wissen wir, daß sie deren von höchster Wichtigkeit erhielt.
Präsident Bonaparte fuhr gestern mit Fould in einer Kalesche umher und stieg in einigen Möbel- und Bronzewaaren- läden ab, wo er einige Bestellungen machte.
Italien.
Vom Pabst aus Gaeta nichts Bestimmtes. Es heißt hier, er werde ein neues Manifest vor seiner Abfahrt nach Frankreich veröffentlichen, das sehr versöhnlicher Natur seyn soll.
Polen.
Das „Journal de St. Petersbourg" meldet: „Se. kaiserliche Hoheit der Großfürst Konstantin Nikolajewitsch ist in der Nacht vom 18. zum 19.. Dezember nach Ollmütz abgereist. Se. kaiserliche Hoheit ist beauftragt, die Glückwünsche Sr. Maj. des Kaisers dem Kaiser von Oesterreich, Franz Joseph I , zu seiner Thronbesteigung darzubringen. Se. Maj. der Kaiser hat mit dieser Sendung seinen erhabenen Sohn zu betrauen geruht, um dadurch zu bezeugen, welchen Werth Se. Maj. auf die Fortdauer der Beziehungen des Vertrauens und der Freundschaft legt, welche von jeher beide Kaiserhöfe verbanden. Von Ollmütz wird sich Se. kaiserl. Hoheit der Großfürst Konstantin Nikolajewitsch nach Prag zu Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand begeben, um demselben die Gefühle der Theilnahme und Zuneigung, welche Se. Majestät der Kaiser für seine erhabene Person zu haben nie aufhören wirb, auszurrücken. Der Großfürst ist am 23. d. M.. bereits in Warschau eingetroffen.
Aus Warschau vernimmt man die Ankunft des auf einer Reise ins Ausland begriffenen Großfürsten Konstantin. In den Ländern an den Donaumündungen dauert die unter der dortigen Doppelherrschaft leicht einreißende Verwirrung fort. ■
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
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Joh. Heinrich Wolff» Haupt-Agent, Scbnurgassé 50, Eck der Bockgasse.
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Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Abends um 6 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokäle abgeholt werden.
Wie Erpedition der Nast. Allg. Leitung.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden.
