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[6 so verkündet dieser Barometer einen neuen C m. Man streut von dort dem Parlamente wieder Weihrauch, das man noch vor Kurzem in den Koth herabzog; man setzt alle Hess- nung auf einen offenen Bruch in der Nationalversammlung, n der das Ministerium Eagern stürzen und mit ihm alle Ein- ; heitsbestrebungen scheitern macht. Wenn Venedey und andere r( ehrliche Abgeordnete nur einen Begriff hätten von den Plä- J nen dieser Umsturzmänner, würden sie sich sicher abwenden von einer Koalition, die das Unglück Deutschlands verewi- gen kann.

Di Aus Süddeutschland bringt ein Artikel der „Allg. 3-" interessante Einzeinheiten über die augenblicklich herrschende ^Spannung zwischen den Höfen von Berlin und A Petersburg. Der Kaiser von Rußland hat seinem hohen 11 Schwager nicht einmal durch ein besonderes Schreiben zur n Feier der silbernen Hochzeit gratulirt, sondern die Kaiserin $ allein hat diese Pflicht der Artigkeit und verwandtschaftlich ® nachbarlichen Liebe erfüllen müssen. So groß soll der Zorn - des Czars gegen den preußischen König gewesen seyn, daß er rundheraus erklärte, aus einem etwanigen Einfall der Fran- zosen in die Rheinlande keinen casus belli machen zu wollen. Dagegen bestätigt nun der Artikel aus guter Quelle, daß die Höfe von Berlin und Wien darauf hinarbeiten, die Bande

~ der Freundschaft fester als je zu knüpfen, und daß zwischen Ollmütz und Berlin im Augenblick die wichtigsten Verhand- r lungen über die Zukunft Deutschlands gepflogen werden; auch ' Prinz Karls Reise nach Berlin dürfte damit im nächsten Be- ^ zug stehen, ebenso Frhr. v. Closens Sendung nach Ollmütz.

3 Konst. Korr. Berlin, 28. Dez. Als General Wrangel

:l vorgestern seinen Offizieren ein Diner gab, bat er seine Gäste ff zum Schluffe ihre Gläser zu füllen, um noch einmal mit ihm anzustoßen. Die Gläser wurden gefüllt und der General erhob das seine mit den Worten: Den nächsten Tropfen, meine K Herren, am schönen, freien Rheine!

t Berlin, 27. Dez. Der General Wrangel hat für das

* Weihnachtssest bedeutende Einkäufe machen lassen und dabei

* namentlich die kleinen Händler reich bedacht. Er selbst begab * sich in die sogenannten Familienhäuser, wo bekanntlich bittere

5 Armuth herrscht, und machte dort ansehnliche Geschenke. —

5 In den jüngsten Tagen sind viele russische Kuriere hier durch ' nach Italien geeilt. — Der Fürst von Hohenzovern-Sigma- "'s ringen ist hier angekommen. Man bringt seine Reise mit der c 2 Abtretung seines Fürstenthums an die Krone Preußen in . Verbindung, ö

i, I Berlin, 27. Dez. Professor Dönniges, der jetzt am : Hofe deS Königs von Bayern lebt, soll die Denkschriften schrei- - den, worin Bayern sich hoch und theuer vermißt, niemals ein deutsches Kaiserthum anzuerkennen, falls Preußen erb#

; . lich dieses Amt überkäme. (Voff. Z.)

Wien, 24. Dezbr. (D. Ref.) Gestern machte Graf Stadion eine Wanderung durch die unter ihm stehenden Bü- reaur, ließ alle Beamten zusammenkommen und hielt ihnen eine eindringliche Rede, worin er erklärte, daß er weder Reak­tionäre noch Radikale im Staatsdienste dulden wolle, daß da­her alle Diejenigen, welche der einen oder der anderen Partei zunrigten, sofort ihr Amt niederlegen möchten. Es scheint jedoch, daß unsere Beamten alle die rechte Mitte halten, denn eS hat sich Keiner veranlaßt gefühlt, seine Stelle niederzulegen.

Wien, 23. Dezbr. Die aus dem Preßburger Komitate abgeführten Insurgenten erhielten die Freiheit der Wahl zwi­schen Gefangenschaft und Mllitärdienst in Italien. Ein großer Theil wählte daS Letztere und gegen Tausend wurden von hier nach der Lombardei tranSportirt! (O. P. Z.)

Wien, 24. Dez. (K. Z.) Es scheinen sich zwischen dem österreichen und dem russischen Kabinette Beziehungen anzu- km'tpfen, die im Falle eines Krieges in Italien von europäischer Bedeutung seyn würden. Neue Napoleonische EroberungS- Gelüsts würden wahrscheinlich aus eine Tripel-Allianz zwischen Oesterreich, Rußland und Großbritannien stoßen. So viel ist Sewiß, daß Oesterreich weniger alö je daran denkt, einen Fuß reit von seinen österreichischen Besitzungen fahren zu lassen.

Wie«, 24. Dezbr. Die Untersuchung wegen deS an La­tour verübten Mordes ist noch immer rucht beendigt, obwohl

sie ununterbrochen und mit aller Energie betrieben wird. ES find in diesem verwickelten Prozesse bereits über 600 verschiedene Per­sonen und Zeugen verhürt-worden, und. die Untersuchungsakten bilden ganze Stöße. Einer der gewesenen Adjutanten des Grafen Latour, der Hauptmann N... befindet sich noch immer in Haft. Gestern ist der Major Mad aras, früher österreichischer Offi­zier und während der letzten Zeit Stadtkommandant in Preß, burg, gefangen hierher gebracht worden. Die Kommunikation zwischen hier und Preßburg (sowie auch nach Ocvenburg) ist ganz frei, und von heute angefangen, sind auch die Eisenbahn­fahrten zwischen hier und Preßburg über Gänserndorf wieder regelmäßig eröffnet worden.

Frankreich.

□ Paris, 28. Dez. Man liest im Moniteur: „Das Fest der heiligen Genoveva, Schutzgöttin von Paris, soll in diesem Jahre ganz besonders feierlich begangen werden. Mehrere Erz­bischöfe und Bischöfe werden den Gottesdienst in der Kirche von Saint-Etienne du Mont (am Pantheon) neun Tage lang (vom 3. Januar an gerechnet) abbalten."

Es sind bereits mehrere Departementsbischöfe in Paris ein- getroffen.

— Der türkische Gesandte hatte gestern seine EmpfangS- audienz beim Präsidenten Bonaparte, in Welcker er seine Voll­machten überreichte.

— Die Neujahrsfeierlichkeiten am Hofe des Präsidenten werden dieses Mal sehr stiller Natur seyn/ Es sollen keine lau­ten Glückwünsche, denen man unter der Monarchie eine gewisse politische Farbe beilegte, ausgesprochen werden. Die Chefs der Behörden können sich dazu nur Glück wünschen, denn diese Feier setzte viele von ihnen in Verlegenheit.

— In einem gestrigen Kabinetsrathe kam der äußere Diplomateuwechsel zur Sprache. Wie man hört, werden Na­poleon Bonaparte (Sohn Jerome's), PiScatorv, LagrcuSe, Wa- lowSki, Bourquenov und viele andere Gesandte Louis Philipp'- ihre Posten wieder einnehmen.

— Sibour, der neue Erzbischof von Paris, ist nach Gaöta zum Papst abgereist, um mit ihm über das Heil der sranzöf. Kirche unter der Republik zu berathen.

— Die Blätter veröffentlichen ein KabinetSschreiben Bona- parte's, worin er dem Wahlkomitè der Rue Cassette für die Wärme dankt, mit der es seine Präsidialwahl geleitet.

— Wir machen darauf aufmerksam (sagt die Reformen daß der Moniteur bis heute unseren Artikel über Bildung einer neuen heiligen Allianz zwischen Frankreich, Oestreich und Nea­pel gegen die römischen Demokraten noch nicht widerlegt hat.

— DaS Gerücht gebt diesen Morgen, das Ministerium wolle heute den Gesetzentwurf vorlcaen, welcher die Volks- klubbs schließt und cs werde auf Abstimmung durch Stimm­zettel antragen.

— Am nächsten Dienstage versammelt sich endlich die Pa­riser Anklagekammer, um über das Schicksal der Maigefangenen im Donjon von Vincennes zu entscheiden.

Von einer allgemeinen Amnestie als Neujahrsgeschenk ist für jetzt keine Rede.

— Cavaignac'S Zurückgezogenheit erscheint nicht ganz un­schuldig. Jni Gegentheil entwickelt er eine geheime politische Thätigkeit, die sich zunächst in der Bildung eines neuen Reprä- sentantenklubbs kundthut. In der betreffenden Einladung wird zur Verschwiegenheit ermahnt.

Ungarn.

Preßburg, 21. Dez. Die ganze ungarische Armee an der oberen Donau hat sich gegen Ungarisch »Altenburg, der Insel Schütt zurückgezogen und theils in Csötörtök, Altenbu^, Raab, die Hauptquartiere aufgeschlage». Arad wird tagtäg­lich mit Zwölf- und Achtzehnpfündern bombardirt und hat sich noch nicht ergeben. Mit den Serben bei St. Thomas soll Friede geschlossen werden. Bem ist Kommandant der Arme« bei Siebenbürgen. Nach dem Koffuth Hirlapja ist TemeSvar bereits in seinen Händen. Freilich sagt dies KoffuthS Organ. Tausenau, Hrizka und Haug sind in Pesth. Die Generäle, welche die ungarische Armee kowmandiren, sind: Görgey Gijon, Ernest Kiß, Persel, Marialsy, Katona, Szegedy, Vetter, Bem re. Die bei Preßburg konzentrirte ungarische Armee