sich um das Oberhaupt zu scharen, welches das allgemeine Stimmrecht jetzt Frankreich gegeben hat. Sie erwarten eine neue Umgestaltung, und ihre Zurückhaltung ist darauf berechnet, eine solche hervorzurufen. Das Volk hat seine Rolle gut gespielt, aber die Politiker, die Männer, welche an die Leitung der Geschäfte gewohnt sind, haben ihr Zutrauen zum Volke verloren. Sie haben eben so viel oder sogar noch mehr Nutzen durch die Bourbonen und durch Ludwig Philipp gehabt, als das Volk glaubte, daß sie aus Bonaparte gezogen hätten, und sie begreifen kaum die begeisterte Anhänglichkeit jenes Volkes an den Schatten des großen Kaisers. Alle Rücksichten dieser Männer sind persönlich. Sie betrachten die ganze Frage nur im Verhältniß zu sich selber, zu ihrer Lage, ihren Interessen.
Eine der schlimmsten Wirkungen des Systems Ludwig Philipp's — an sich eine Täuschung — war, daß es alle öffentlichen Männer verdarb, welche mit demselben in Berührung kamen. Die Ehrlichkeit verschwand aus ihrer Mitte, und aus der Gewohnheit, sich unter einander nicht zu trauen, kamen sie dazu, der ganzen Welt, selbst ihren Landsleuten, zu mißtrauen. Da eS nothwendig ist, daß eine besondere Klaffe Menschen der Leitung der öffentlichen Angelegenheiten ihr Leben widme — denn die Vertheilung der Arbeit erstreckt sich über jenen Zweig menschlicher Thätigkeit sowohl, als über die Wissenschaften, Künste und Handarbeiten, — so ist cs ein großes Unglück für Frankreich, daß die durch ihre Verwaltungskenntnisse und Fähigkeiten ausgezeichnetsten öffentlichen Männer so großen Mangel an politischen Grundsätzen haben und entblößt sind von jenem Zutrauen zudem menschlichen Geschlechte, welches seine sicherste und festeste Grundlage im Selbstbewußtseyn der Rechtschaffenheit findet!"
Die Times ist von der neuesten Wendung der Dinge in Frankreich wenig befriedigt. Der neue Präsident scheint gefühlt zu haben, sagt sie, daß der praktische Erfolg seiner Verwaltung ganz davon abhänge, wie viel politisches Talent und Einfluß er für die höchsten Staatsämter gewinnen könne. Diese Absicht scheint gänzlich fehlgeschlagen zu seyn. Die Parteiführer und die Männer, welche früher die ---böcksten Stetten im St^t- kâik-t,n halten ttch fern. Ankere von unzweifelhafter Fähigkeit und heißem Ehrgeiz sind übergangen und verletzt worden, aus Furcht, eine Regierung, die ihre Dienste beanspruchte, zu diskreditiren; kurz, der Präsident sieht sich gezwungen, das schwerste Unternehmen, das einem Menschen anheimfallen kann, ohne die Unterstützung und den praktischen Beistand, die zu erwarten er ein Recht hatte, zu beginnen.
Sein Kabinet besteht meistens aus ehrenwerthen und wohlmeinenden Männern, aber er hat keinen einzigen Berather, dessen Erfahrung, Autorität oder Entschiedenheit ersten Ranges wäre; noch weniger einen, der die schöpferische Kraft besitzt, welche einen festen Bau aus einem Trümmerhaufen hervorzaubert, das Vertrauen einem Volke zurückgibt und die Finanzen und die Industrie seines Vaterlandes vor der Verwirrung und dem Bankrott rettet.
In der gegenwärtigen Nationalversammlung ist es im besten Fall ungewiß, welche Unterstützung die neue Regierung finden werde, und bei einer bald zu erwartenden Auflösung der Kammer wäre es verlorene Mühe, eine Partei zu diszt- pliniren oder systematische Bezüge mit dem Parlament anzuknüpfen. Ein Konflikt zwischen der von der öffentlichen Meinung im April erwählten Versammlung und dem von dem Volke im Dezember ernannten Präsidenten ist daher unvermeidlich, und eine Auflösung der Versammlung wäre viel vernünftiger. Aber der Präsident besitzt nicht die Macht dazu, und da noch verschiedene organische Gesetze zu votiren sind, hängt eö ganz von der Nationalversammlung ab, wie lange sie noch sitzen will.
Unterdessen kann der Zustand Italiens, und der wahrscheinliche Gang der Dinge in Deutschland die neue Regierung in sehr kurzer Zeit nöthigen, sich deutlich über ihre auswärtige Politik zu erklären. Die Ernennung deS Marschalls Bugeaud zum Oberbefehlshaber der Alpenarmee sieht aus wie eine Hindeutung auf einen Feldzug in Italien, und der Umstand, daß ein Mann, der durch sein Votum gegen die Pritchard sch e Entschädigung ein sehr wichtiges Amt aufgab, zum Minister gewählt ist, verspricht kein sehr herzliches Einverstândniß mit England. Aber wir hoffen, diese Bechrgmsie werden zerstreut und sofortige Maßregeln ergriffen
werden, um die Beziehungen zwischen Frankreich und England wieder herzustellen, von denen die Ruhe deS übrigen Europa vorzugsweise abhängt.
O Berechnung über Einkommensteuer.
Wer sein reineS Einkommen von Grundvermögen nicht zu berechnen vermag, der findet hierzu einen Anhaltspunkt in seinem Grundsteuer-Simplum, indem die ganze Berechnung der Steuer auf der Auömittelung eines durchschnittlichen reinen Einkommens beruhet. Denu
25 fl. Steuer-Kapital giebt in Simplo 25 Pfennige oder 67» kr.
25 fl. St.-Kap. 4fa$ genommen, giebt den wahren Werth â 100 fl.
100 fl. Werth hat Reinertrag 3 %, d. h. 3 fl. oder 180 kr. Die Steuer â 4 Simpla mit 25 kr. ist also vom Reinertrag "/i8o, oder %6, oder nicht ganz VT.
Hiernach und mit den betreffenden Versetzungen läßt sich die Hanze Einkommensteuer nach Gesetz de 9. Octbr. und die Classification nach §. 7 berechnen.
Reinertrag
ist Werth
ist Steuerkapital
gibt in Simp.
gibt
Eink.-St.
fl.
fl. kr.
ff. kr.
fl. kr.
%
fl. kr.
250
8333 20
2080 20
8 40
251—500
16666 40
4166 40
17 21'/,
7.
1 15
501—1000
33333 20
8333 20
34 43'/.
7,
5
1001—1500
50000
12500
52 5
1
15
1501-2000
66666 40
16666 40
69 267,
17.
25
2001—2500
83333 20
20833 20
86 48%
17,
37 30
2501—3000
100000
25000
104 10
1%
52 30
3001—3500
116666 40
29166 40
121 317,
2
70
3501—4000
133333 20
33333 20
138 53
27.
90
4001—4500
150000
37500
156 15
27,
112 30
4501—5000
166666 40
41666 40
173 36
2%
137 30
5001—8000
266666 40
66666 40
277 46
3
240
9000
300000
75000
312 30
4
360
10000
333333 20
83333 20
347 2
4
400
20000
666666 40
166666 40
794 4
taxi in
4
A
800
40000
1333333 20
333333 20
1588 8
4
1600
50000
1666666 40
416666 40
1736 6 7,
4
2000
60000
2000000
500000
2083 20
4
2400
70000
2333333 20
583333 20
2430 33 7.
4
2800
80000
2666666 40
666666 40
2777 46%
4
3200
100000
3333333 20
833333 20
3472 137,
4
4000
Hiernach kann jeder seine Einkommensteuer berechnen, wenner
1) sein 'Grundsteuerkapital 4fa$ nimmt, wodurch er den wahren Werth erhält;
2) wenn er von dem wahren Werth 3% als Reinertrag berechnet;
3) wenn er nach der Summe des Reinertrages sich in der Verordnung §. 7 die Klasse aussiehet, unter welche er gehört;
4) wenn er dann die Prozente, welche er von dem reinen Einkommen zu geben hat, hiernach berechnet.
Diese Art der Berechnung beruht auf dem Grundgesetz der Besteuerung, und ist in jeder Beziehung gesetzlich. Nach derselben werden alle Berechnungen aus dem unglücklichen Jahre 1848, welche nur sehr ungenügend, verschieden und widerspre- cbend ausfallen können, vermieden; und die nämliche Berechnungsart ließe sich auch auf alle Einkommensteuer von Gewerben eben so rechtlich anwenden. Die Einkommensteuer selbst bleibet bis zu 8000 fl. Reinertrag unter einem Simplum stehen, erst mit 8—9000 steiget sie über ein Simplum 10s%0 °/o und dieses bis zu 100,000 fl. Reinertrag auf I5n/S1 %
Deutschland
Frankfurt, 29. Dezbr., Mittags. Der Verfassungsausschuß hat sich so eben entschieden, 2) daß einer der regierenden deutschen Fürsten zum Reichsoberhaupt erwählt, 2) daß dieses Oberhaupt Kaiser genannt werden solle.
Darmstadt, den 24. Dez. (Mannh. I.) Gestern ist unsre Stadt auf eine eigenthümliche Weise alarmirt worden. Man hörte plötzlich, daß die Wachen im Schlosse verstärkt, daß
