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Italien.

Rom, 4. Dez. (A. Z.) Der Aufbruch des diplomatischen Korps nach Gaëta verkündete gestern Morgen das Eintreffen der Proteste des Papstes, deren Inhalt' in der That auch bald gerüchtweise verbreitet wurde. Das Manifest selbst kam nur sehr wenigen zu Gesicht, uud scheint eher unterdrückt, als in Umlauf gesetzt worden zu seyn. Der Papst erklärt darin, daß er durch die letzten unseligen Auftritte zu seinem großen Leidwesen gezwungen worden sey, Rom zu verlassen, und daß er jetzt den Protest, welchen er bereits vor dem diploma­tischen Korps gegen die gewaltsame Einsetzung des Ministe­riums eingelegt habe, vor aller Welt wiederhole, und alle in der Zwischenzeit bekanntgegebenen Erlasse als jeder legalen Sanktion ermangelnd für null und nichtig erkläre und eine Gouvernativ-Kommission einsetze, welche in folgenderweise zu­sammengesetzt ist: Card. Castruccio Castracane, Mons. Roberto Roberti, Fürst von Raviano, Fürst Barberini, Marchese Bevilacqua von Bologna, Marchese Ricci von Macerata, Generallieutenant Zucchi. Gestern Abend hieß es bereits, daß mehrere der hier anwesenden Mitglieder dieser Kommission derselben anzugehören sich geweigert hätten, weil sie natürlich jedes materiellen Stützpunktes entbehren. Um 10 Uhr ver­sammelte sich die Deputirtenkammcr, welche diesen Morgen ihre Beschlüsse durch ein an die Völker des Kirchenstaats ge­richtetes Manifest kundgegeben hat. Durch dieses erklären sie, daß, da ein gewisses hie und da verbreitetes Aktenstück aller authentischen Kennzeichen ermangle, so sey auf dasselbe keine Rücksicht zu nehmen, und das Ministerium habe in der Aus­übung seiner Funktionen zu verharren. Man werde eine Deputation an den Papst senden und ihn zur Rückkehr nach Rom ausfordern lassen. Unterdessen solle man zur Aufrecht­haltung der Ruhe mitwirken , wie bisher.

Sprechsaal für Stadt und Land.

A* Finanzielles.

Prüfet Alles und das Beste behaltet.

Die Geldfrage ist so wichtig, daß sie verdient, von allen Seilen betrachtet zu werden. Man spricht von Geldmangel, von Verarmung, und während wir stets neue Münzen prägen, werden wir doch nicht geldreicher. — Welches sind nun die Ursachen dieser merkwürdigen Erscheinung, sind sie gehörig er­kannt und wie kann abgcholsen werden? Einige Andeutungen mögen dies beantworten.

1) Wir haben uns nach und nach an so viele vom Aus­land stammende Bedürfnisse gewöhnt, daß unsere Handelsbilanz von Jahr zu Jahr sich nachtheiliger gestaltet hat. Nur beispiels­weise sey hier der starke Verbrauch von Kaffe, Zucker und son­stigen Spezereien erwähnt, wovon der Zucker doch reiner Luxus­artikel ist. Dieselben kosten uns Deutsche jährlich viele Millio­nen Gulden, und es wäre zu wünschen, daß es Jeder einsehe, welcher Geldmangel, welch? Zerrüttung des Wohlstandes uns bevorsteht, wenn wir uns hierin mit der Zeit nicht einschränken.

2) Die starken Auswanderungen nach Amerika entziehen uns jährlich mehrere Millionen Gulden. Durch nichts wird uns dieser Verlust ersetzt, und die Auswanderung, die Deutsch­land doch nützen sollte, gereicht uns gerade zum offenbarsten und größten Nachtheil. Es gibt in Deutschland noch so viele unkultivirte oder schlecht angebaute und wohlfeile Ländereien, wohin man die Auswanderung lenken könnte, um dem Vater­land das Geld und die Arbeitskräfte zu erhalten. Wenigstens sollte man Einrichtungen treffen, daß das durch die Auswan­derer weggeführte Geld wieder zurückfließt.

3) Lurusgegenstände, als: fremde Weine, Seidewaaren re., welche uns ganz entbehrlich sind, beziehen wir für bedeutende Summen, und was unsere Nachbarn von uns dagegen em­pfangen, ist nicht nennenswerth, wodurch auch hier der Geld­verlust auf unserer Seite ist. Deutsche Waaren laßt uns kaufen. '

4) Hazardspiele, Lotterien und Lotto's sind der Ruin von Manchem, der sonst sein ehrliches Auskommen hätte. Bis Einer sich glücklich spielt, gehen Tausende zu Grunde.

5) Viele beteiligen sich bei auswärtigen Lebens-, Möbel- und Häuserversicherungsbanken, und die jährliche Einzahlung geschieht nach Prozenten für die versicherte Summe, ohne Rück- sicht auf den im betreffenden Jahr erforderlichen Bedarf, wo­durch diese Banken zu unermeßlichen Kapitalien gelangen, die dem gewöhnlichen Verkehr entzogen werden. Unsere Vorfahren hatten diese Anstalten nicht nöthig, und sie dürften auch uns

unnöthig und schädlich seyn, da sie dem nicht sehr reichen Mann einen Theil seiner Subsistenzmittel entziehen. (Schluß f.)

Anfrage. Ersetzt die durchschnittliche Ausgabe von täg, lich 8 kr. an sogenannte Handwerksburschen nicht die Einkom­mensteuer, oder kann man ohne Gefahr für Person und Eigen­thum diese Bettler in den Schützenhof verweisen?

Frankfurt a. M., den 13. Dezember.

Mittags 1 Uhr.

O esterreich, 5 % Metalliques......

2% % „ ......

„ 3 % Bankactien o. D.....

„ 500 fl. Loose...... .

„ 250 fl. Loose........

Pjr eußen, 50 Thaler Prämienscheine ....

„ 3 7i % Staatsschuldscheine ü 105 kr. .

Bayern, 3 7i % Obligationen....... Verba ch er-Eisen bah n-Actien..... Würtem berg, 3%% Obligationen.....

„ 4 % % neue Obligationen . . .

Baden, 3’/2 % Obligationen von 1842 . . . . „ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

Darmstadt, 3‘/2 % Obligationen.....

„ 4 % „ .....

„ 50 fl. Loose........

„ 25 fl. Loose.........

Kurhesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

Nassau, 372 % Obligationen bei Rothschild . .

„ 25 fl. Loose..........

Frankfurt, 3 % Obligationen.......

„ 3%% „ von 1839 . . .

„ 3‘/2 „ „ von 1846 . . .

Taunus-Eisenbahn-Actien a 250 fl. . Holland, 2% % Integralen.......

Spanien, 3 % Innere Schuld.......

„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......

„ . 500 ff. „ „ .......

Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethmann D isconto..............

Papier.

Geld.

717.

58

37%

1222 125%

76

80% 76% 66% 76%

93% 74% 45% 25%

75% 85%

61%

21%

41

25% 79%

20% 77

90%

87

26'»

47% 18%-

70%

24

70% 57 36%

124% 75 93 80% 76 657. 76% 92% 747, 45 25% 74% 84% 617.

21

40% 25'/. 79 20% 76% 90 86%

267 46% 18%

98

70 7, ~i%

WekâMNtMLZchuugeM.

552] Bei E. H. Schroeder- in Berlin ist eben erschienen und in der Buchhandlung von 6. ürctöcl in äöie^bstbcn vorrätig :

deutscher Dichter.

Hcrausgegeben von H. Kletke.

3te (Miniatur-) Auflage. Elegant gebunden mit Goldschnitt 3 fl. 36 ff. 5511 Weihnachtsgaben.

In der Buchhandlung von Chr. Wilh. Kreidel in Wies­baden, Langgaffe Nro. 25, sind vorr â thig:

Schenkel, Dr. F., Lehrer am hiesigen Gymnasium, Das Pflanzen­reich. Ein naturgeschichtliches Lesebuch für Schule und Haus. Mit 80 Tafeln Abbildungen 3 fl. 36 kr.

Dasselbe mit colorirten Abbildungen. Elegant geb. 8 fl. 36 kr.

Ferner von demselben Verfasser:

Blüthen deutscher Dichter für Kinder von 7 bis 10 Jahren. Ge­bunden- 48 kr.

Blüthen deutscher Dichter für Gymnasien und höhere Bürgerschulen, nebst einem Abriß der neuen poetischen Literatur der Deutschen. Ge­bunden 1 fl. 15 kr.

Stoll, H. W., Conrector am hiesigen Gymnasium, Geschichte der Hohenstaufen. Für die Jugend bearbeitet. Mit 1 Stahlstich. Ge­bunden 2 fl. 6 kr.

Stoll, H. W., Handbuch der Religion und der Mythologie der Griechen. Für Gymnasien bearbeitet. Mit 12 Abbildungen. 1 fl. 48 kr.

Wir erlauben uns auf diese Schriften, als sehr passende Gaben an dem bevorstehenden Christfeste besonders auf­merksam zu machen.

553] In der Buchhandlung Vön C. W. Kreidel in Wiesbaden ist vorrâthig:

Vorlegeblätter zu Modeltüchern.

Für Schul- und Hausgebrauch. Von Charl. Leander,

2 Hefte in Quart. Broschirt 36 kr. Einzelne Hefte sind zu 18 kr, zu haben. ___

Die neuesten und elegantesten Stickmuster in Weiß.

Gezeichnet von Charlotte Leander.

1tes bis 9tes, 10 und Utes, 12 und 13tes Heft enthaltend: Große und kleine verzierte Alphabete, Ecken und Kanten zu Taschentüchern u. f w. 1 fl 12 kr. — Einzelne Hefte find zu 36 kr. und Doppelhefte zu 54 kr. zu haben.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der L.^Sch ellenb erg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.