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Wien, 6. Dezbr, Der Kaiser wird mit Bestimmtheit morgen erwartet, aber trotzdem, daß die Zimmer der Burg in Stand gesetzt werden, ist es so viel wie gewiß , daß er nicht in die Stadt kommen wird. Sein Aufenthalt in Schönbrunn wird nur kurze Zeit dauern, er begibt sich sogleich nach Schloß­hof — an der ungarischen Gränze — um die Truppen zu besichtigen, einem Gerüchte zufolge, um sich an die Spitze der gegen Ungarn operirenden Armee zu stellen. Ein solcher Schritt jedoch dünkt uns zu unpolitisch, um dem Gerücht Glauben bei- meffen zu wollen. Es wäre eine sehr mißliche Sache, wenn der jugendliche Kaiser sich im Kampfe gegen eine Provinz seines eigenen Reiches Lorbeeren holen wollte, und doch sehen wir andererseits aus den kaiserlichen Proklamationen, daß es der Regierung zumeist um die Sympathien der Armee zu thun ist. Oesterreichs Fortbestand hängt zunächst von dem guten Geiste der Truppen ab, die Armee fast allein bildet in diesem Augenblicke den gesunden Kern inmitten wider­strebender staatlicher Elemente. —

Gestern erhielten mehrere — vielleicht alle — hiesige Jour­nale die Weisung vom Militärkommando, künftig über Stand, Stellung und Veränderung der kaiserlichen Truppen unver­brüchliches Schweigen zu beobachten, so lange der Belagerungs­zustand dauert. Die Art, wie diese Weisung gegeben wurde, bürgt dafür, daß dieselbe nicht umgangen wird. Alles, was Sie daher über die Bewegungen der Armee in hiesigen Jour­nalen lesen, kömmt aus offizieller Quelle.

Die Wiener Poft vom 7. Dez. versichert, daß zunächst die Minister Bach und Stadion auf Abkürzung des Belagerungs­zustandes dringen, Petitionen dagegen wünschten Verlängerung desselben. Die außerordentliche Kriegssteuer in der Lombardei soll zurückgenommen seyn. — In P est h soll die Abdankung des Kaisers eine ungeheuere Aufregung hervorgerufen, ja die Proklamation der Republik veranlaßt haben. Die Bestätigung steht dahin.

Siebenbürgen.

Kronstadt, 22. Nov. So eben erhalten wir aus Kim- pina von Freundeshand die Nachricht, daß am 18. d. M. Nachmittags eine Abtheilung russischer Sappeure mit einem Hauptmann und einem Lieutenant daselbst eingerückt sind. Eine größere Abtheilung russischer Truppen soll nachfolgen, um die Gränze gegen Siebenbürgen zu besetzen!

Ungar n.

Ein Schreiben aus Pesth vom 24. Nov. meldet: daß Kostuth als Präsident nunmehr sein Ministerium gebildet habe, und seine Genossen seyen: als Minister des Innern Lad. Madaraß, des Aeußern Paul Nvarv__des Handelst Loscvb Malmraß.^ dâ frinp? Ernst Kiss, VcsKüllus Dian. Paz- ruuuvy, der Kommunikation Graf L. Teleky, der Justiz Edm. Paloczy, der Finanzen Barth. Szemere, (Grätzer Ztg.)

FrankreLtH.

□ Paris, 9. Dez, Viele Gruppen auf den Boulevards und am Vendomeplatze vor den Thüren des Gasthofs des neuen Kaisers. Aber keine Störung. Man lacht und ruft von Zeit zu Zeit: Es lebe Napoleon! Es lebe der Kaiser!

Aus Rom besitzen wir Berichte bis zum 30. Novbr. und aus Neapel bis zum 29. NovM Laut dieser Berichte befindet sich der Pabst noch in Gaöla, wo am 2. Dezbr. ein geheimes Konsistorium stattfinden sollte, in welchem wahrscheinlich die Mittel und Wege berathen werden sollen, durch welche die Römer zur Ordnung zurückzuführen. Der neapolitanische Hof und ein Junger russischer Großfürst sind bei dem Pabst, und er soll ihnen das Versprechen gegeben haben, daß er nach Neapel komme,_ um den König und die Stadt zu segnen.

Aus Marseille vom 6. Dezbr. meldet der Semaphore: „Die drei Fregatten, welche das römische Truppenkorps tragen, haben die Höhe von Endoume verlassen und sind in den Neben- Hafen zurückgekehrt. Das Meer war fürchterlich und die Mann­schaften erkrankten. Von Paris erwartet man noch definitive Befehle."

„Die Nationalversammlung erledigt hoffentlich heute die Prasidentiâlgesetze (Jnstallationsförmlichkeiten und Verantwort- Itchkeit), die Dufaure und Eremieur ausarbeiteten.

. stehen am Vorabende der Präsidentenwahl und noch laßt kein Resultat bestimmen. In den Mairiehöfen er- buckt man wie vor Theaterkassen lange Reihen, die auf ihre harren. Das P wteispiel in den besuchtesten ^baulich. Gassenjungen und fein gekleidete trè Vorüb^E Stöße von kaiserlichen Stimmzetteln an — a Vnden, dw ye je nach Laune in tausend Stücke

zerreißen und in die Luft werfen. Dieses Schneegestöber er­regt viel Gelächter.

In Paris hat Cavaignac wenig Hoffnung, dagegen in den Departements viele. Folgende Statistik ist für die Wahlkarte nicht uninteressant. Es unterstützten Cavaignac 190 Journale, darunter natürlich fast alle Präfekturblätter; Napoleon 103 und den Ledru Rollin 48 Journale.

Frankfurt a. M., den 11. Dezember. Mittags 1 Uhr.

Papier.

Geld.

Oesterreich, 5 % Metalliques......

727.

727.

4 ff

59

58

2%% „ ......

38

377.

„ 3 % Bankactien o. D.....

1243

1233

„ 500 ff. Loose........

1257,

124%

„ 250 fl. Loose........

78

777,

Pjr eußen, 50 Thaler Prämienscheine ....

—

92 7,

„ 3 7, % Staatsschuldscheine â 105 kr. .

817.

807.

Bayern, 37, % Obligationen.......

767,

76

Berba cher-Eisen bah n-Actien.....

67

66 7,

Würtemberg, 3% % Obligationen..... „ % neue Obligationen . . .

76%

76%

937s,

937s

Baden, 3%, % Obligationen von 1842 ....

74 7.

457.

747.

„ Lotterie-Aul. â 50 fl. bei G. u. S. . .

457.

„ 35 ff. Loose vom Jahr 1845 ....

26%

26%

Dar in sta d t, 37, % Obligationen.....

757, .

75

„ 4 % „ .....

85%

85

„ 50 ff. Loose........

617.

607.

„ 25 fl. Loose.........

217=

21

Kur Hesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Aetien

42

41%

„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

26

25%

Nassau, 3 7, % Obligationen bei Rothschild . .

797,

79

„ 25 fl. Loose..........

21%

207.

Frankfurt, 3 % Obligationen.......

77

76 7=

„ 37, % „ von 1839 . . .

907,

90

„ 3 7, „ „ von 1846 ...

87%

87

Taunus-Eisen bah n - A c t i e u a 250 fl. . . .

273

269

Holland, L'/r Vo Integralen .......

48

47 %J

Spanien, 3 % Innere Schuld .......

18%

18%

„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....

—

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......

—

98

„ 300 fl. „ „ .......

717.

71

Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethmann

247.

247.

D is conto ..............

—

1%

WäHNNtMLZehNNgeM.

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zu einer Versammlung im Gasthaus zum Adler am Mitt­woch den 1 3. Dezember, Abends 7 Uhr, zum Behufe einer Besprechung wegen der Trink- und Gewerbe-Halle dahier.

Wiesbaden, den 12. Dezember 1848.

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Gouvernanten, Haushälterinnen, Bonne, Ladenmädchen, Buffet­mädchen, Köchinnen, Hausmädchen, Hauslehrer, Commis, Köche, Kellner, Kutscher, Bedienten und Hausknechte, sind in tem Geichäfrs- Bureau von Car: Leyendecker, Muhlgaffe Nro. 1 eingeschrieben und können jeden Tag eintreten. 544]

543] Zu vepruioWèn

Wohnungen jeder Größe, so wie einzelne Zimmer möblirt und uti' moblirt, sinv stündlich zu vermiethen durch dasGefchästsbureau von

. Cari Leyendecker.

545] Größere und kleinere Kapitalien werden gegen gerichtliche doppelte Sicherheit zu leihen gesucht durch das Geschäftsbureau von

Carl Leyendecker.

a,e.antworttichcr Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der 8. Schellenberg'schcn Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.