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tungen wie der gesetzlichen Ordnung feindlich; derselbe wider­spricht dem Programm des konstitutionellen GesammtvereinS für Rheinland-Westphalen und ist die Betheiligung an dem­selben von Seite Einzelner als ganzer Vereine mit einem Ver­bleiben im Gesammtverein unvereinbar." — Der Verein trat diesem Antrag und seinen Motiven bei und beschloß die Mit­theilung an die verbundenen Vereine. (Elberf. Ztg.)

Leipzig, 8. Dezbr. (D. A. Z.) Vorgestern endlich ist aus Wien der Ab sch iedsbri es Robert BI um's an seine Gat­tin hierangelangt. Er lautet: „Mein theures, gutes, liebes Weib, lebe wohl! wohl für die Zeit, die man ewig nennt, die es aber nicht seyn wrid. Erziehe unsere, jetzt nur Deine Kinder zu edeln Menschen, dann werden sie ihrem Vater nim­mer Schande machen. Unser kleines Vermögen verkaufe mit Hülfe unserer Freunde. Gott und gute Menschen wer­den Euch ja helfen. Alles, was ich empfinde, rinnt in Thränen dahin, daher nur nochmals; leb' wohl, theures Weib! Betrachte unsere Kinder als theures Vermächtniß, mit denen Du wuchern mußt, und ehre so Deinen treuen Gatten. Leb' wohl, leb' wohl f Tausend, tausend, die letzten Küsse von Deinem Robert. Wien, den 9. Nov. 1848, Morgens 5Uhr; um 6 Uhr habe ich vollendet. P. P. Die Ringe hatte ich vergessen; ich drücke Dir den letzten Kuß auf den Trauring. Mein Siegelring ist für Hans, die Uhr für Richard, der Dia­mantknopf für Joa, die Kette für Alfred als Andenken. Alle sonstigen Andenken vertheile Du nach Deinem Ermessen. Man kommt! Lebe wohl, wohl!"

Berlin, 7. Dezbr. Die Spenersche Zeitung sagt: „Die Aufnahme, welche den beiden königl. Verfügungen vom 5. von Seiten der Bevölkerung Berlins gestern zu Theil wurde, war im Allgemeinen die der Anerkennung. Man verhehlte zwar nicht, daß eine aus der Berathung mit den Vertretern des Volkes hervorgegangene Verfassung einen günstigeren Eindruck gemacht haben würde, gestand indeß auch ein, daß die Schwie­rigkeiten, welche sich der Vereinbarung, selbst mit einer neuen Kammer, entgegenstellten, das Verfassungswerk noch auf eine lange Zeit hinausgeschoben, und damit die Unsicherheit des RechtSznstandes verlängert haben würden. Die Stadt blieb ruhig/und von der Aufregung, welche sich bei der Bekannt- werdung des ersten Camphausen'schen Verfassungsentwurfs zeigte, war keine Spur. Abends waren viele Häuser erleuchtet."

Berlin, 7. Dez. Heute Morgen reis'te eine große An­zahl der Abgeordneten der Sinfch und des Zentrums nach Brandenbnrg__gu.-M4w^--&itrnng-ifr^^ wahrscheinlich nicht gekommen. Einzelnen Abgeordneten sind Karten zuge­gangen, durch welche die Auflösung der Nationalversammlung und das Nichtstattfinden der auf heute anberaunuen Sitzung angezeigt wurde. Unterzeichnet waren dieselben von Hrn. v. Brünnèck, „Alters-Präsident der ausgelös'ten Versammlung zur Vereinbarung der preußischen Staatsverfassung." — Das Ge­rücht, daß der Belagerungszustand mit dem 10. d. M. würde aufgehoben werden, erhält sich. Man will in der Milde, mit welcher derselbe seit einigen Tagen gehandhabt wird, einen Wahrscheinlichkeitsgrund für diese sehr verbreitete Nachricht finden. Ebenso wird auch wiederholt erzählt, daß Se. Majestät in Kürze Ihre Residenz wieder hier zu nehmen beabsichtigen.

Wien, 5. Dezbr. Unser junger Kaiser hat seinen Regie­rungsantritt bereits auf eine sehr ausdrucksvolle Weise bezeich­net, indem hohe und einflußreiche Hofbeamte ihre Entlassung erhielten. Man nennt darunter den Fürsten Lobkowitz und den Grafen Moritz Dietrichstein, welcher letztere wieder so störend in daS Theaterwesen eingegriffen hatte. Graf Auersperg hatte schon früher seinen Abschied erhalten; seiner kompleten Unfähig­keit sind die Unglückstage des Oktobers großentheils zuzuschrei­ben. Fürst Windisch-Grätz erhielt vom Kaiser Ferdinand, so wie vom jungen Kaiser Franz Joseph, höchst anerkennende tandschreiben, und von ersterem außerdem das Großkreuz des t. Stephansordens. Erst um die Hälfte d. M. nach Empfang des kaiserlichen die Thronbesteigung verkündenden Manifestes in Pest sollen die Operationen gegen Ungarn beginnen. In­zwischen haben die Ungarn gestern bei Bruck die Gränze über­schritten und sind bis Rohran vorgedrungen, von wo sie sich aber Abends wieder zurückzogen.

Frankreich.

□ Paris, 7. Septbr. Je näher der Sonntag rückt, desto hoher steigt die allgemeine Gährung.

. Die Legitimisten und Philippisten geben sich alle erdenk- ' -ä^nr Losschlagen zu stoßen. Aber Cavaignac zeigt ihnen bieten Morgen im National in folgender Weise die Zähne:

„Den bonapartistischen Abendblättern nach zu urtheilen, können wir uns heute auf einen schönen Putsch gefaßt machen. Das Schlagwort ist bereits auf der ganzen Linie ausgetheilt und man möchte gar zu gerne im Interesse des Herrn Bona­parte die Mißstimmung ausbeuten, welche der Rückzug deS Dekrets über die Nationalbelohnungen hervorgerufen. Aber mögen Diejenigen, die auf einen Skandal rechnen, der ihren Umtrieben nützlich seyn könnte, auf ihrer Hut sehn. Der Boden brennt unter ihren Füßen. Kennen sie nicht in ihren Reihen einen Mann, der heute um die höchste Nationalbelohnung sol- lizitirt, welche das Land zu vertheilen im Stande? Wenn sie es vergessen haben sollten, so rufen wir ihnen in's Gedächtniß zurück," daß Herr Louis Bonaparte, „ihr Kandidat zur Präsi­dentschaft", in Boulogne im Jahre 1840 in geringer Entfer­nung eine Pistole gegen einen französischen Offizier abschoß, und obgleich er den Offizier fehlte, die Kugel dennoch ihr Ziel nicht ganz vermied, indem ein Soldat des zweiten Gliedes, von ihr getroffen, niederstürzte. Diesem Unglücklichen hatte der kai­serliche Prätendent den ganzen unteren Theil des Gesichts (Kinnlade) zerschmettert."

Der Moniteur enthält heute folgende Erklärung:

„Die ungegründetsten Nachrichten zirkulirten an der Börse und scheinen auf den Kurs der Fonds bösen Einfluß geübt zu haben. Erstens hieß es, der Pabst habe die ihm von der fran­zösischen Regierung angebotene Gastfreundschaft geradezu ver­weigert. Nichts aber in allen Depeschen, welche die Regierung bisher empfing und die sie der Nationalversammlung genau mittheilte, berechtigt zu einer solchen Voraussetzung.

Ferner ist kein wahres Wort an der angeblichen Demission oder Absetzung des Oberkommandanten der Pariser Bürgerwehr, noch an den Gründen, welche man einer Versammlung des Generals Changarnier und vieler Obersten beim Minister deS Innern unterschiebt."

Der Pabst soll Gaëta verlassen und sich nach Caserta oder Potici bei Neapel begeben haben. Wenn wir nicht irren, so führt jetzt eine Eisenbahn von Neapel nach Portici.

Der Marseiller Courrir vom 4. Dezbr. sagt, das italie­nische Geschwader (Brigade Mollière) habe sich allerdings ein­geschifft und sey abgefahren, allein sie habe sich auf der Höhe von Endoume (vor der Marseiller Rhede) aufgestellt und scheine dort noch Befehle abzuwarten. Seit gestern bemerkten die Fahrzeuge der Umgegend, daß die Fregatten unaufhörlich mit einander Signale wechselten.

Nachschrift. Ein Bataillon des 33sten Regiments wird soeben wieder an's Land geschifft. Man zerbricht sich den Kopf über diese unvermuthete Landung. Die abenteuerlichsten Ge­rüchte sind darüber in der Stadt im Umlauf.

□ Paris, 8. Dez Die Mallposten, die seit undenklichen Zeiten (wenigstens im Frieden) sämmtlich um 6 Uhr Abends abfahren, wurden gestern auf einen allerhöchsten Spezialbe­fehl bis 11 Vi Uhr Nachts zurückgehalten. Zweck dieser Maß­regel war, die Journale zu hindern, im Auslande und in den Departements mit den Listen der Nationalbelohnungen früher einzutreffen, als der kleine Moniteur mit den Kammerverhand­lungen, auS denen die Unschuld des Kabinets bei Abfassung dieser Listen hervorgeht. Die Minister Vivien und Trouve Chauvel haben es über sich genommen, diesen Plan des Ge­nerals Cavaignac vor der Kammer zu verantworten.

Die Nationalversammlung soll heute das Verantwortlich­keitsgesetz für den Präsidenten berathen; doch wird sie schwer­lich wegen anderweitigen Skandals dazu kommen.

DaS Pariser Zuchtgericht hat den Verfasser und Drucker einer Broschüre: Les trahisons de M. Ledru Rollin (die Ver- räthereien des Hrn. Ledru-Rollin) zu 500 Frks. Geld- und Ge­fängnißstrafe verurtheilt. Der Ankläger bewies, daß der Ver­öffentlichung eine verläumderische Absicht zu Grunde lag.

Auf dem Vendomeplatze und an den Ecken der Rivoli-' und St. Honore-Straßen stehen wieder starke Volksmassen, mit mancher eleganten Toilette vermischt, um dem demokrati­schen Kaiser ein Lebehoch zu bringen. Die Polizei sagt ih­nen nichts.

Im Faubourg St. Antoine geht es dagegen weniger ruhig zu. Ein Haufe von Arbeitern drang vorige Nacht in einen Wachtposten der Mobilgarde und entwaffnete denselben.

Bugeaud liegt bedenklich an der Halsschwindsucht auf seinem Landgute Durantie bei Perigneur darnieder.

In der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wies- badcil ist soeben angekommen:

Payne's Miniaturalmanach für 1849 mit 6 brillanten Stahl­

stichen. Preis 18 kr.

Verantwortlicher N-dakteur: W. H. Riehl. - Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.