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Novembersturin in Rom längst voraussahen und sich schon vorher heimlich an Cavaignac um Unterstützung gewandt hat­ten; denn in Nr. 25 der von Harcourt an Bastide gerichteten und im Ausschusse deS Aenßcren bekannt gewordenen Depe­schen heißt es wörtlich: „., «Vielleicht werden wir es zu be­dauern haben, daß wir dem souveränen Pontifikus nicht zur gehörigen Zeit Hülfe leisteten."

Der Unterrichts- und Kultusminister Freslon wird mor­gen aus Marseille zurückerwartet. Die franz. Kardinäle und Bischöfe, die sich bereits ebenfalls nach Marseille bemühten, haben die Reise vergebens gemacht.

Louis Napoleon Bonaparte schickte auf die Nachricht hin von der Landung des Pabstes in Marseille seinen Vetter Peter dahin ab, um dem Pabst seine Huldigung darzubringen.

Aus Korsika ist abermals ein Bonaparte (Lonis Luzian) in die Nationalversammlung getreten. Wir haben nun deren fünf (Louis, Peter, Gerome, Luzian und Murat).

Der kleine Moniteur bestätigt die von uns bereits am Sonntag gegebene Nachricht, daß Brüssel definitiv zum italie­nischen Kongresse auserkoren ist und Hr. v. Togueville die franz. Republik vertreten werde.

Caussidière's „Memoiren" sind erschienen. Den Auszügen nach zu urtheilen, welche die Pariser Blätter heute daraus geben, enthalten sie über die Ereignisse in Paris vom 22. Februar bis in die Nacht vom 26. August viel Neues.

Louis Blanc räth seinen Pariser Freunden in einem Briefe aus London vom 4. Dez. von Neuem, die ihm zuge­dachten Stimmen auf einen anderen Kandidaten zu übertragen, damit sich die Zahl der Sozialisten nicht allzusehr zersplittere.

Ita l i e n.

Rom, 29. Nov. (A. Z.) Ueber den gegenwärtigen Aufent­halt des Pabstes weiß Niemand bis jetzt etwas Bestimmtes. Eines der Flugblätter meldet seine Ankunft in Gaöta, ohne die Nachricht jedoch zu verbürgen. Die Vermuthung, daß er sich von da aus nach Benevent begeben habe, wird von Wohl­unterrichteten als unhaltbar bezeichnet, da die dortige Bevöl­kerung sehr eraltirt seyn soll, und erst vor Kurzem den Bischof verjagt hat. Das hiesige Ministerium beabsichtigt außerordent­liche Gesandte nach Frankreich, England und Deutschland zu senden, um die verschiedenen Regierungen über den wahren Stand der Angelegenheiten unterrichten zu lassen, da sie den gegenwärtigen Agenten des Pabstes im Auslande nicht traut.

Dem Journal des Debats vom 6. Dezbr. schreibt man aus Neapel vom 27. Novbr. noch folgende neue Details über die Flucht des Papstes: „Graf Spaur, Gesandter des Königs von Bayern, trug mit dem Herrn Harcourt das Meiste zur Rettung des Papstes bei. Man weiß, daß die Römer den Papst bis in seine Zimmer bewachten. Niemand wurde ohne Zeugen zugelassen. Spaur schützte die Nothwendigkeit einer Unterredung mit Sr. Heiligkeit wegen Ertheilung eines Hei- rathsdispenses für die Vermählung einer bairischen Prinzessin mit dem Grafen Trapani vor (!) und drang so bis zu dem Kabinett des Papstes. Die Thüren standen offen und die Wachen konnten genau sehen, was im Arbeitszimmer des Papstes vorging. Bald darauf erschien Harcourt, dessen Zu­lassung weniger Schwierigkeit unterworfen wurde. Offenbar der Vater des Fluchtversuchs oder wenigstens in das Geheim­niß eingewtiht, stellte er sich in die Thür und während Spaur angeblich noch mit dem Papst arbeitete, fädelte Harcourt mit den Schildwachen ein Gespräch ein. Die Unterhandlungen dauern ihm jedoch zu lange, man tritt endlich in das Kabinett und fand dasselbe leer. Spaur und der Papst waren durch eine Seitenthüre verschwunden." Ueber Terracina eilten Spaur und Pius, der, nur in eine schwarze Soutane gekleidet, als Kaplan des bayrischen Gesandten galt und alle Vorposten ge­täuscht hatte, der neapolitanischen Gränze zu. Vor Gaöta angekommen, forderte der Offizier des Thorpostens die Pässe der Reisenden. Spaur übergab ihm den seinigen; der Kaplan hatte jedoch keinen. Spaur neigte sich gegen den Offizier und raunte ihm einige Worte in's Ohr, worauf der Offizier auf die Kniee sank und die Füße des Papstes küßte. Hierdurch erfuhren alle Anwesenden, daß jener Kaplan des bayrischen Gesandten Niemand anders als Pius IX. selbst sey. Die Flucht geschah so eilig und so vorsichtig, daß der Papst keine andere Kleidern mit sich führte. Der Hof von Neapel hat es ihm jedoch an nichts fehlen lassen u. s. w.

Als Aufenthaltsort für den Papst und seine Kardinäle runm man den königl. Lustsitz Caserte, eine Stunde von Nea­pel entfernt, indem man das Kloster Monte Cassino zu einsam

und unsicher fand. Auch nennt man Malta, auch Spanien und zuletzt Frankreich.

Ungarn.

Die Zustände in Ungarn sind entsetzlich: — Krieg in allen Gränzgebieten; Anarchie im Innern. Daß die Ungarn mit ihrem undisziplinirten Landstürme sich lange halten können, ist unmöglich; von dem wenigen regulären Militär ist Abfall zu besorgen. Wie in einem großen militärischen Netze wird das kleine Magyarenvolk eingefangen werden. Schon beginnt das Gros der Okkupationsarmee unter Windisch-Grätz sich in Bewegung zu setzen. Es bildet die Basis des kombinirten Angriffes, der in fünf Hauptrichtungen auf Ungarn geführt wird, und mit möglichster Beiseitlaffung aller auf dem Wege etwa befindlicher verschanzter Orte, erst in Budapest, dem Her­zen des Landes, sein eigentliches Ziel finden soll. Von ®a* lizien aus rückt General Schlik mit 15,000 Mann über Kaschau herab. Simonie dringt über Tyrnau vor und lehnt sich, durch das Korps des General Wyß, an den linken Flügel der Haupt- armee. Von der Untersteyer wird General Dahlen, unterstützt von einem Aufgebote kroatischen Landsturms, über Czakathurn, welches bereits besetzt ist, und vom Banate Puchner, mit den Serben, Walachen und siebenbürger Deutjchen gegen Pesth marschiren. Es entfaltet sich auf diese Art die großartigste kriegerische Bewegung, welche die österreichischen Länder seit 1808 und 1809 je gesehen haben. Auch an der kroatischen Gränze ist es fortwährend zu Scharmützeln gekommen. Im Banat beginnt wieder einige Ruhe einzukehren, da der Sieg vollständig zu Gunsten der Serben entschieden ist. Sie regeln jetzt ihre eroberte Woiwodschaft in der Hauptstadt Carlowitz. Am furchtbarsten ist aber die Lage Siebenbürgens. (K. Z.)

Frnchtpreife.

Namen der Städte.

Datu m der Pr eise.

Waizen pr. Malter

WWIfv.

Korn vr. Malter

Wolff. IHv

Gerste vr. Malter

Wbl fl. Ifv.

Hafer

P" Mâtte»

Wb| fl. Ifv-

Bingen ....

Diez.....

Dillenburg . . .

Friedberg ...

Hadamar....

Herborn ....

Mainz......

Wiesbaden . . .

29. Nov.

1. Dez.

2. Dez.

8. Dez.

30. Nov.

2. Dez.

8. Dez.

7. Dez.

260

310

300

215

320

200

170

8

13

14

8

14

14

8

7

27

40

4

40

26

45

266

290

300

196

360

200

160

6

8

10

5

8

10

5

5

3 57 2( 32 50 10 50

147

260

260

75

260

200

144

4

6

8

4

6

8

5

4

j48 45

20

30

20

25

129

190

136

200

200

96

3

4

5

3

4

5

5

2

3

30

30

15

15

28

40

^yrantfnrt a. M., den 8. Dezember. Mittags I Uhr.

Oesterreich, 5 % MetalliqneS . ....

" 2% %

„ 3 % Bankaktien o. D.....

„ , 500 fl. Loose........

„ 250 fl. Loose........

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine .... „ 3 7, % Staatsschuldscheine â 105 kr. .

B a ye r u, 37, % Obligationen....... Berbacher-Cisenbahn-Actien..... Warte m b erg, 37, % Obligationen.....

„ ' 4 7, % neue Obligationen . . .

Baden, 3’4 % Obligationen von 1842 .... „ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

Darmstadt, 37, V» Obligationen..... „ 4% „ .....

„ 50 fl. Loose........

„ 25 fl. Loose.........

Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Aetien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

Nassau, 3% % Obligationen bei Rothschild . .

„ 25 fl. Loose ..........

Frankfurt, 3 7, Obligationen.......

„ 37, % „ von 1839 . . .

„ 37, „ „ von 1846 . . .

Taunu s-Eisenbah n-Actien â 250 ff. . . .

Holland, 27- 7» Integralen....... Spanien, 3% Innere Schuld.......

5 „ Ardoin incl. 16 Coup..... Polen, 300 fl. Lotterie-Loose . . . .

,, 500 ff. „ „ • * • • * * ■

Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethmann

Papier.

NE

737* 59’4 38%

1212

126 80%

81% 75% 67% 76% 93% 74% 45% 267, 757, 857, 617, 217a 43% 257s 797,

21 77

907«

877a

270 48

187,

71% : 247,

727« 58% 38%

1204

1257,

797, 92 7«

807, 75% 67%

767, 937« f

737, 457« 26% 75

847, 607, 21

43% 25% 797« 207, 76% 907« 87

267 477, 187,

98 717, 247«

1%

Gold.

fl-

kr.

Silber.

fl.

kr.

Pistolen.......-

Pr. FriedrichsdPr. . . Holl. 10 fl. Stücke . . Rand- Ducaten . . . . 20 Francsstücke .... Engl. Souverains. . .

9

9

10

5

9

12

56

57

4

36

38

2

Gold al Marco .... Laubth., ganze. . . . . Preuß. Thaler..... 5 Frankenthaler .... Hochhaltig Silber. . . Gering u. mittelh. . .

38

2

2

2 —

2 43%

1 45

4 24

4 18

Veraütwortlicher Redakteur: W. H. Rieht. — Druck und Verlag ver L. Schellenbcrg'fchen Hof-Luchhandlung in Wiesbaden.