Köln, 3. Dez. (D. Z.) Die Arbeiten im Dom sind, obwohl die Fonds zur Zeit vollständig erschöpft sind, noch in voller Thätigkeit. Man hofft auf eine neue und engere Betheiligung, seitdem auf der kürzlich beendeten Versammlung der deutschen Erzbischöse und Bischöfe in Würzburg der dort anwesende Erzbischöf von Köln Veranlassung genommen hat, den versammelten Prälaten die Dombausache dringend ans Herz zu legen und die Gründung eines Priestervereins in allen Diözesen Deutschlands zu beantragen. Dieser Antrag ist von sämmtlichen Bischöfen mit lebhafter Zustimmung ausgenommen und die Zusage ertheilt worden, die Ausführung in ihren Diözesen nach Kräften zu unterstützen.
München, 1. Dezbr. In der Vorstadt Au soll sich eine solche Lauheit bei den Wahlen gezeigt haben, daß man die Urwähler zusammenzuläuten versuchte, gleichwohl aber nicht in allen Bezirken zu einem Ziel gelangte. (In einer Vorstadt von Augsburg sollen von 339 Wählern nur 39 erschienen seyn. In einem benachbarten Orte liefen die Bauern fast alle auf die Schreibstube und ließen sich ihre Wahlzettel schreiben).
In München sind eie Wahlmännerwahlen der N. Mchn. Ztg. zufolge vorwiegend im konstitutionellen Sinn ausgefallen; unter den ISO Wahlmännern sollen nur etwa 16 Demokraten seyn. Dagegen befinden sich zahlreiche Beamte darunter, den Minister Lerchenfeld an der Spitze. Auch von Augsburg wird gemeldet, daß die weit überwiegende Mehrzahl der Gewählten entschieden konstitutionell gesinnte Männer sind.
Berlin. Der „Preußische Staatsanzeiger" meldet in seinem amtlichen Theil die Ernennung des Handelsgerichtspräsidenten v o'n der Heydt von Elberfeld zum Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten; dem Unterstaatssekretär V. Bülow ist die interimistische Leitung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten übertragen; Herr v. Pommer-Carla ist zum Unterstaatssekretär im Handelsministerium ernannt.
Wien, 30. Nov. (A. Z.) Auch in Wien hat das Programm des neuen Kabinets allgemeine Anerkennung gefunden. Freilich haben wir immer noch keine Oppositionspresse, und auch für das gesprochene Wort ist während des Belagerungszustandes jegliche Opposition in weitern Kreisen unmöglich, oder zum mindesten sehr gefährlich. Aber es gibt dennoch für den geübten Beobachter mannichfache Zeichen, an denen man die Stimmung des Volkes erforschen kann, und ich sage nicht zu viel, wenn ich behaupte, daß der Eindruck, welchen das neue Programm hervorgebracht, ein überwiegend günstiger ist. Es soll damit nicht gesagt seyn, daß die Politik unseres Kabinets bezüglich Italiens, Ungarns und Deutschlands eine Menge Gegner fände. Aber man weiß endlich einmal, woran man ist. Was man früher schwankend und tastend errathen mußte und schon seines geheimnißvollen Ursprungs wegen anfeindete und tadelte, ist jetzt klar und unumwunden ausgesprochen, mit einer Offenheit, welche von Muth zeugt, und mit einer Festigkeit, welche sich auf eine halbe Million Bajonnette stützt. Alles in Allem genommen, ist es eine kaum wegzuläugnende Thatsache, daß die erste offizielle Mittheilung des Ministeriums als der politische Gesinuungs- ausdruck der großen Majorität des österreichischen Volkes betrachtet werden kann.
Wien, 2. Dezbr. (A. 33 Fürst Windisch-Grätz wurde gestern Nachmittag plötzlich zu Sr. Maj. dem Kaiser nach Ollmütz berufen, da von Seite Ungarns Vergleichsanträge gemacht worden sind. Gebe der Himmel, daß es gelinge, diese Angelegenheit auf friedliche Weise zu lösen! — Der Aufbruch des Fürsten Windisch-Grätz und des Banus Jellachich zur Armee ist abermals verschoben, da die Voranstalten zur Verproviantirung der kaiserlichen Armee in Ungarn so wie die Bespannung der Artillerie noch Manches erheischen. — Gestern kam es bei Angern an der ungarischen Gränze abermals zu einem Vorpostengefechte, bei welchem die Ungarn nach heftigem Widerstande wieder zurückgedrängt wurden, und ein Dorf auf der ungarischen Seite in Flammen aufging.
Gestern Abend langte die Nachricht an, daß General Wyß die Ungarn, welche die Marchbrücke bei Angern angegriffen hatten, geschlagen und eine Stunde weit verfolgt' habe. Auch nach Ollmütz an den Flügeladjutanten des Kaisers, den Fürsten Lobkowitz, ging eine telegraphische Depesche desselben Inhaltes ab.
^â«"7^cherreichischen Lloyd" vom 2. Dezember zufolge Wren das Gerücht verbreitet, Klausenbura sey aeben^ Truppen besetzt und Preßburg habe sich er- ~ • -^"?r hatten eine bedeutende Niederlage erlitten.
Be.antworUicher Redakteur: W. H, Riehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
I t a l i e n.
Die Allg. Zeit, vom 5. Dezbr. schreibt: Heute sollten wir die Posten aus Rom vom 26. und 27. Novbr. haben; beide fehlen bis zur Stunde. Auch aus Genua und Turin sind unS heute weder Briefe noch Zeitungen zugekommen. — Kardinal Lambruschini, über dessen Schicksal Ungewißheit herrschte, ist in gemeiner Reiterkleidung aus Rom entflohen. Auch er — ein achtzigjähriger Greis — war dem Tod geweiht gewesen.
Berichtigung.
In dem Artikel: „Zur BesteuerungSfrage" in Nro. 227, Spalte 3, Zeile 25 V. oben soll es heißen: „deren Einkommen ans Besoldung besteht, oder aus Verträgen ic. bekannt ist."
Frankfurt a. M.,
den 6. Dezember.
Mittags 1 Uhr.
Oesterreich, 5"/» Metalliques..... " 4 „ „ ......
" 2 7, % „ ......
„ 3 % Bankactien o. D.....
„ 500 ff. Loose........
„ 250 ff. Loose........
P.r eußen, 50 Thaler Prâmienscheine .... „ 3%% Staatsschuldscheine â 105 kr. .
Bayern, 3 7, % Obligationen....... Verba cher-Eisenbahn-Actien..... Würtemberg, 3% % Obligationen.....
„ 4%% neue Obligationen . . .
Baden, 3 7, % Obligationen von 1842 ....
„ Lotterie-Anl. â 50' fl. bei G. u. S. . .
„ 35 ff. Loose vom Jahr 1845 . . . .
Darmstadt, 3'/, % Obligationen.....
„ 4 °/o „ .....
„ 50 ff. Loose........
„ 25 fl. Loose.........
Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau, 37, % Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 ff. Loose..........
Frankfurt, 3 % Obligationen..... .
„ 37,% „ von 1839 . . .
„ 37, „ „ von 1846 . . .
Taunus-Cisenbahn-Actien ä 250 fl. . . . Holland, 27, % Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......
„ 500 fl. „ „ .......
Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann D isconto..............
Papier.
70% 57 37%
1185 122%
80 75% 64% 76% 937, 73
457, 25% 75 817.
60 217, 41% 24%
79 % 20% 76 90% 877.
270 477, 18%
70% 247,
Geld.
707,
56
37%
1175
122%
92 797, 75% .
647, 75% 93
727, 44% 25%
747, 83% 59%
20% 41%
247, 79
207,
90
86%
266
47
18%
98 f
70% 1
24
1% '
Gold.
fl.
kr.
Silber.
ff.
fr.
Pistolen........
Pr. Friedrichsd'or. . . Holl. 10 fl. Stücke . . Rand- Dncaten ....
20 Francsstücke ....
En gl. Souverains . . .
9
9
10
5
9
12
56
57
4
36
38
2
Gold al Marco .... Laubth., ganze..... Preuß. Thaler.....
5 Frankenthaler .... Hochhaltig Silber. . . Gering u. mittelh. . .
382 2
1
24
24
43%
45
24
81
BekENtMMâMNgeM.
533] In hiesiger Stadt ist ein guter, wenig gebrauchter, Soktaviger Flügel billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Ervedition d. Blattes.
In der L. Schelleuberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden ist soeben angekommen:
Tagebuch für das Geschäftsleben auf das Jahr 1849, zum Gebrauch für Kanzleien, Gerichtsstellen, Rentämter, Comptoirs, Haushaltungen und Landwirthschaft, sowohl für Protestanten, Katholiken als Israeliten eingerichtet. Preis 36 kr. Payne's Miniaturalmanach für 1849 mit 6 brillanten Stahlstichen. Preis 18 kr.
535] Bei Kirchheim K Schott in Mainz ist erschienen und ist Wiesbaden in der L. Schellenberg'schen Hofbuchhandlung und bei Chr. W. Kreidet zu haben:
Prompluariutn zur Erleichterung des Studiums und praktische Anwendung des neuen Strafgesetzbuches
für das Großherzogthum Hessen, gr. 8. geh. 1 ff. 12 kr.
534] Ich bringe hiermit zur Anzeige, daß bei mir getragene Glace- Handschuhe von jeder Farbe schwarz gefärbt werden und garantire für die Farbe, daß sie nicht absärbt. J. Kascha»,
Säcklermeister, Langgaffe Nro. 8.
