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sichern, ist das Klima gesund, der Boden üppig denn alle Südfrüchte gedeihen, nur fehlt es noch zu sehr an Samen und Setzlingen.

Vergangenen Herbst hat Jemand versucht, aus den dorti­gen wilden Trauben, die den eigentlichen wohl so fern stehen mögen, wie bei uns die wilde Schlehe den veredelten Pflau­men, einen Wein zu bereiten, der dem gewöhnlichen französi­schen Rolhwcin durchaus nicht michstehen soll. Und hier kauft man noch den Morgen guten Landes für V4 — y2 Dollar, also im Durchschnitt noch für keinen Gulden.

Wenn nun unsere Regierungen durch Konsuln an Ort und Stelle erst geeignete Distrikte ankaufen, darauf in Entfernung von einer Stunde 10—20 Blockhäuser als Ort­schaften aufbauen ließen, so wäre doch die erste Unterkunft der Menschen gesichert, die Deutschen blieben mehr in einer Ge­gend beisammen, fühlten sich wohler, könnten sich auch Schulen, Kirchen einrichten und das deutsche Wesen, Sprache, Sitte würde sich auch im fremden Welttheile erhalten, statt daß so bei einem planlosen Auswandern und Zerstreuen der Einzelnen in alle Gegenden nach 20—30 Jahren das deutsche Element bei Allen sich verwischt.

Rechnet man nun im Durchschnitt für jede Familie 250 fl. für die Ueberfahrt — die Manche auch wohl noch selbst be­streiten können — für ein Blockhaus 100 fl„ für 20—30 Mor­gen Land, 2 Kühe, ein Pferd oder ein Paar Ochsen 100 bis 120 fl., für einen Pflug und anderes Geschirr — immer nur das Nöthigste — 50—100 fl., so läßt sich eine solche Einrich­tung doch immer mit 350 fl. ober mit der Ueberfahrt mit 600 fl. bestreiten; — und sollten mit der Zeit nicht die Meisten solche wieder abtragen können? Ihnen, die meist nur an uns zeh­ren, und auch und wäre geholfen. Ader freilich wäre es nö­thig, daß man sich auch noch später um sie bekümmerte, ihnen mit Rath und That zur Hand ginge, sie mit den passenden Sämereien, Bäumen, Reben rc. versorgte. Denn wahrlich ist es nicht meine Absicht, um sie nur los zu werden, diese Menschen in's Elend zu stoßen. Und wenn für andere men­schenfreundliche Werke, die oft noch ungleich mißlicher sind, noch immer große Summen zusammengebracht werden können, warum nicht auch hierfür? Besonders wenn man sicher auf Ersatz rechnen kann. Eine Aktiengesellschaft unter Garantie unserer Regierung wäre daher wenigstens einmal zu versuchen*).

D e n t s eh l a n S.

K Von dem Nassauischen Rheinufer, 1. Dezbr. Unsere Laudstände haben uns mit einem Einkommensteuergesetz beglückt und dieses Glück ist uns unter dem 7. Nov. verkündet worden. Man hat uns zur Genüge gesagt, daß seit den Märzereignissen wir Deutsche mündig geworden wären. Ob dieses wahr ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, man könnte zwar daran zweifeln, wenn man sieht wie Männer mit gewaltigen Bärten theils selbst sich unvernünftig betragen, theils durch Unwürdige sich mißbrauchen lasten, ärger als unmündige Knaben es thun würden, allein wie gesagt, hierauf kommt es nicht an, wir wollen annehmen, mit dieser Mündigkeit habe es seine voll­kommene Richtigkeit. — Daraus kann aber noch nicht gefolgert werden, daß mit der Mündigkeit auch ein prophetischer Geist in uns gefahren sey, rind dieses scheint man zu glau­ben, denn in dem Gesetze vom 7. Nov. schreibt der §, 8 vor, daß jeder Steuerpflichtige alljährlich imMo n atIuli sein Einkommen vom 1. Januar bis 31. Dezember auf Ehre und Gewissen angeben soll. — Ohne ein Prophet zu seyn, kann dieses Niemand. Wir wollen nun abwarten, ob sich Jemand finden wird, der den Muth hat, auf Ehre und Gewissen zu erklären, er habe so viel prophetischen Geist, daß er sechs Monat voraus wisse, was sein Einkom­men seyn werde. — Einsender dieses hat diesen Muth nicht.

Frankfurt, 4. Dezbr. (D. Z.) (Nationalversammlung.) Den Vorsitz übernimmt der Präsident Heinrich v. Gagern, der gestern Nachmittag aus Berlin zurückgekehrt ist. Er ist, wahrend das Protokoll verlesen wird, mit der eifrigen Durch­sicht neuer Eingänge beschäftigt. Die Zuhörerräume sind nicht ungewöhnlich zahlreich besetzt, aber das Geräusch im Hause mag den Präsidenten davon überzeugen, wie viel während seiner Abwesenheit die Klingel des Vorsitzenden an Kraft verloren hat. Drei Austrittsanzeigen werden gemeldet. Ueber einen Wezenbonck'schen auf die Geschäftsordnung bezüglichen Antrag

?/^^^^ fâd doch wohl erst ihren rechten Boden finden, wenn nicht einzelnen Regierungen, sondern von der Reichsgewalt die oraaniirrt^â. ^ cw kür ganz Deutschland gemeinsames Anliegen 2 Die Red.

wird von Langerfeldt Bericht erstattet. Desgleichen von Bauer aus Bamberg über eine Beschwerde Vogt's von Gießen gegen das Präsidium. Der Ausschuß für Geschäftsordnung bittet über den letzteren Gegenstand Entscheidung ohne vorgängige Diskussion zu fassen. Beide Berichte werden gedruckt und dann auf die Tagesordnung gebracht werden.

v. Peucker antwortet auf Wiesner's Interpellation, was das Reichsministerium für Vorkehr getrosten, die deutschen Reichstruppen vor der schmachvollen Gefahr zu bewahren, mit den barbarischen Horden der Kroaten und Sereschaner ferner in einer Reihe zu fechten. Der Souveränität Oesterreichs stehe es zu, seine Truppen und auch die deutschen, soweit sie nicht zum Reichsdienst erfordert würden, ganz nach eigenem Ermessen zu verwenden. Uebrigens seyen die Kroaten ein so ausgezeichneter Bestandtheil des österreichischen Heeres, daß er nur die Hoffnung aussprechen könne, diese tapfere Truppe, wie sie seit Jahrhunderten für die Macht und Ehre Deutschlands ruhmvoll gekämpft und geblutet habe, so möge sie auch fernere Jahrhunderte mit Deutschland vereint zu Felde ziehen. (Bravo und lebhaftes Beifallklatschen.) Wiesner behält sich seine in Folge dieser Antwort zu stellenden Anträge vor.

Sodann gehen die Urnen zur Einsammlung der Stimmen für die Präsidentenwahl durch die Reihen der Abgeordneten. Vizepräsident Rieffer trägt die ausgezeichneten Namen vor, von denen sich (bei 415 Abstimmenden) der Name Heinrich v. Gagern 313 Mal wiederholt. Heinrich Simon von Bres­lau hat 99 Stimmen erhalten, Graf Wartensleben, v. Soiron, Mar V. Gagern jeder 1.

Die Verkündigung, daß mithin Heinrich v. Gagern wie- dernm zum ersten Präsidenten des Hauses erwählt sey, wird von den enthusiastischen Beifallsbezeigungen begleitet, an die wir in diesem Falle gewöhnt sind.

„Meine Herren," mit diesen Worten nimmt Gagern die Wahl an, „den erneuerten Beweis Ihres Zutrauens kann ich nur mit erneuertem Danke anerkennen, und mein Pflichtgefühl ist immer dasselbe, aber gesteigert durch den Gedanken, daß wir dem Ziele, das uns gesteckt ist, immer näher rücken. In diesem Gedanken werde ich die Kraft finden, Alles aufzubieten, damit dieses Ziel sobald als möglich erreicht werde." (Aber­maliges schallendes Bravo!)

Zum ersten Stellvertreter des Präsidenten wird mit 275 von 445 Stimmen Eduard Simson von Königsberg gewählt. Er befindet sich bekanntlich derzeit als Neichskommissär in Berlin. Von den übrigen Stimmen sind 165 auf Heinreich Simon, 2 auf v. Soiron, 3 auf Hartwig Beseler gefallen.

Auf den Platz^des zweiten Vizepräsidenten wird endlich mit 219 von 425 Stimmen der kürzlich erst in die National­versammlung eingetretene Wilhelm Hartwig Beseler aus Schleswig gerufen. Er hat als Präsident der schleswig-hol­steinischen Landesversammlung günstige Vorgänge für das Amt eines Vorsitzenden. Nachdem er einige Worte des Dankes ge­sprochen und wegen seiner Ungeübtheit in der Geschäftsordnung des Hauses im voraus um Nachsicht gebeten, nimmt er den Sitz zur rechten Hand des Präsidenten ein. Nach Beseler hatte die meisten Stimmen (154) Kirchgeßner erhalten.

Es wird hierauf zur Berathung des Verfassungsabschnitts: „Der Reichstag" geschritten. Artikel I., §. i lautet nach dem Entwürfe:

„Der Reichstag besteht aus zwei Häusern, dem Staaten­haus und dem Volkshaus."

Die dagegen gestellten Anträge sind zuerst der von Moritz Moh l:

„Die Abgeordneten des deutschen Volkes bilden den Reichstag."

Ferner ein eventueller Antrag Vogt's und Genossen, der das Zweikammersystem in so fern anerkannt, als aus dem Volkshause ein Viertel herausgewählt werden und das Ober­haus bilden soll. Von Rednern sind nur wenige angemeldet und keine von den Bedeutenden.

In der eröffneten allgemeinen Diskussion vermißt Nau- werck an dem Verfassungsentwurfe den Charakter der Zeit, die das Parlament hierhergebracht hat. Ja, der Entwurf ist so ungenügend, daß er die Revolution in Permanenz er­klärt, daher protestirt Nauwerck gegen den „revolutionären Entwurf."

Tellkampf ergreift darauf das Wort zur Rechtfertigung des Staatenhauses neben oem Volkshause. Sowohl das durch die konstitutionelle Erfahrung erprobte Zweikammersystem, als das Wesen des Emu autaws fordere die Errichtung eines Staatenhauses. Auch •. eine einzige Kammer die Freiheit in Gefahr, denn sie könne sich leicht einer Macht, die ohne Gegengewicht sey, zum Despotismus bedienen. (Schluß ft)