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werde, welche seiner Würde und seiner Tugenden, von denen er so viele Proben gegeben, würdig ist. Sie werden sich in keinem Falle in die politischen Fragen mischen, die jetzt Rom beschäftigen. Der Nationalversammlung allein kommt es zu, den Antheil zu bestimmen, welchen die französische Republik Lei definitiver Regulirung der Verhältnisse des Kirchenstaates nehmen könnte. Für den Augenblick haben Sie nur im Na­men der Regierung der französischen Republik für die persön­liche Freiheit des Pabstes zu sorgen. Bei Ihrer Ankunft vor Civita Vecchia werden Sie allein an'ö Land steigen und sich zu Herrn v. Harcourt begeben, mit welchem Sie sich über das von der Regierung Ihnen vorgczeichncte Verfahren zu verstän­digen haben. Sie werden die Truppen nur in dem Falle lan­den lassen, wann sie in Civita Vecchia oder in einem für ihre Anzahl gemessenen Umkreise zu dem Erfolg Ihres Auftrags beitragen können. Maßregeln sind getroffen, um diese Bri­gade zu verstärken, wenn es nöthig würde, und Sie werden überhaupt umständliche Verhaltungsbefehle empfangen, wenn dieß die Nationalversammlung für zweckmäßig erachtet re. rc

!J t a l i e 1t.

Rom, 21. Nov. (Allg. Z.) Die Deputirtenkammer ist gestern endlich doch zum Sitzen gekommen. Sie war eben nur knapp vollzählig. Marchese Potcnziani machte den Vor­schlag, eine Loyalitätsadresse an den Papst zu richten, wobei er bei dem Fürsten v. Camno auf heftigen Widerspruch stieß. Dieser dauerte auch fort, als er sich dahin erklärte, daß es keineswegs seine Meinung sey, dem Papst für die gemachten Konzessionen, die auch er als Errungenschaften der Revolution betrachte, zu danken, sondern nur zu erklären, daß man mit ihm und für ihn sey. Als es zum Abstimmen kam, schien der Vorschlag Unterstützung zu finden, bei der Gegenprobe aber, welche Canino verlangte, fiel er durch. Es ist wiederum da­von die Rede, daß die Bewohner von Trastevere ihr Mißver­gnügen mit den Vorfällen vom 15. und 16. an den Tag zu legen beabsichtigten. So viel ist gewiß, daß das Nordlicht vom 17. auf die dortige Bevölkerung großen Eindruck gemacht und allgemeinen Schrecken verbreitet hat. Die Kardinäle sind größtentheils geflohen. Mehrere haben, wie es scheint, ihren Weg nach Neapel und von da wahrscheinlich nach Malta ge­nommen. Es wird versichert, daß man in Lambruschini's Wohnung eingedrungen sey und die Matratzen mit den Schwer­tern durchstoßen habe. Mag auch manche Uebertreibung sol­chen Gerüchten zu Grunde liegen, so ist doch so viel gewiß, daß man mit Gewalt dort eingedrungen war, als man von seinem Palast aus den des Papstes zu beschießen beabsichtigte. Das Abschießen der Kanone auf das Thor des Quirinals hat ein gewisser Torre verhindert, indem er sich vor die Mündung stellte und den Fürsten von Canino, der diesen Skandal eifrig betrieb, mit derben Ausdrücken zurückwies. Dieser war in schwarzem Frack, mit einem Pallasch an der Seite und einer Muskete auf der Schulter als Charaktermaske der Revolution von 1793 erschienen, und hatte sich an den Unordnungen mit besonderer Lust betheiligt.

Großbritannien.

London, 28. Novbr. Die „Daily News" veröffentlichen Nachrichten aus Newyork vom 14. November: Die Wahl Taylor's zum Präsidenten der Republik der Verei­nigten Staaten ist schon jetzt definitiv gesichert. Der neue Präsident Taylor, welchem Hr, Millard Fillenore als Vize­präsident zur Seite stehen wird, wird am nächsten 4. März sein Amt antreten. Die Politik des Generals Taylor wird eine friedliche seyn, sorglich vermeidend, Andere anzugreifen, aber stets bereit, jede Verletzung der Rechte und Interessen der Vereinigten Staaten abzuwehren.

Sprechsaal für Stadt und Land.

f Der Verkehr in den Aemtern betreffend.

(Eine Rüge.)

Die frühere Einrichtung in den Aemtern — im Einzelnen wie im Amte Usingen besteht sie noch — daß wöchentlich zwei­mal aus jedem Orte, oder mehreren, die in einer Richtung liegen, Jemand zum Bringen und Abholen der Dienstschreibew aller Angestellten erscheinen mußte, hatte auch das Gute, daß man regelmäßig und sicher an alle Ortschaften des Amts Briefe hinbringen und beantwortet erhalten konnte, anderer Bestellungen nicht zu gedenken, die man in dieser Weise machte, wofür man nicht immer einen besonderen Boten nehmen mag und was doch für diese Art Botengänger immer einen hübschen

Nebenverdienst bildet, wie das Mitbringen von Waaren und Fleisch. Aber, sagt man, dafür sind die Amtsboden nicht da. Allein doch noch ungleich weniger bloß zur Gemächlichkeit der Herren Beamten oder noch mehr der Amtsdiener, die sich nicht einen ganzen Tag mit Erpediren beschäftigen mögen. Und so hat mân in vielen Aemtern jene zweckmäßige Einrichtung auf­gehoben und unter dem lockenden Titel, daß es so für die Ortschaften ungleich billiger komme, wenn für je 12—15 am Amtssitz ein Botengänger verakkordirt werde, als wenn 2—3 einen eigenen haben müssen — tum Dienststellen für einzelne Begünstigte geschaffen, die an Grobheit keinem Postmeister etwas nachgeben. Dem nicht zu gedenken, daß sie für jeden Privatbrief von und auf die Post 2 kr. verlangen, deren auf I einen Gang wohl 20—30 kommen, außer mehreren Zeitungen, ' wofür sie sich dasselbe bezahlen lassen — 1 fl. 48 kr. pr. Jahr — kann man sonstige Bestellungen, weil es ihnen nicht be­liebt und zu geringfügig ist, gar nicht mehr auf diese Weise besorgen lassen, und eine Folge davon ist, daß wenn z. B. Jemand nur einen Stempelbogen nöthig hat und um jeder Arzenei wegen, er selbst einen Weg von mehreren Stunden daran wagen muß. Und eine solche Erleichterung ist doch wahr­lich Allen, die auf dem Lande wohnen, viel entbehren und dafür mehr aufwenden müssen, zu gönnen. Auch machen es sich die Herren Amtsboden oft sehr leicht mit ihrem Dienst, denn z. B. wenn Markt, Auszug am Amtssitz ist oder sonst alle Schultheißen erscheinen müssen, so bleiben sie zu Hause und besorgen Alles gelegentlich. Denkt man daran nicht oder hat — was selten ist — der Herr Schultheis nicht die Ge­fälligkeit, es sagen zu lassen, so muß man sich mit Briefen und Zeitungen weitere 3—4 Tage gedulden. Darum wäre es sehr zu wünschen, wenn überall die frühere Einrichtung zum Verkehr in den Aemtern wieder hergestellt würde, oder wo dieses nicht gleich wegen der einmal vorliegenden Akkorde ge­schehen kann, Herzog!. Landesregierung darauf sähe , daß die Amtsboden für Briefe und Zeitungen eine und dieselbe Tare festhalten müssen. — Denn nicht zur Bereicherung der Boten, sondern zur Erleichterung der Amtsangehörigen soll diese Ein­richtung doch zunächst dienen und wenn, wie in Nastädten, für Briefe und Zeitungen immer nur 1 kr. bezahlt wird, warum sollten nicht in ungleich reicheren Aemtern, wo der Verkehr noch größer ist, die Amtsboden nicht auch dabei ihre Rechnung finden können ?

Kruchtpreise.

Namen der Städte.

D a tu in der Pr eise.

Waizen pr. Malter

Psp 16|te.

Korn

Vf. Malter Wol fl. ikr.

Gerste vr. Malter

Psdi fl. Ikr.

Haf^â vr. Mam^

Psdjfl. Ikr.

Bingen ....

29. Nov.

260

8

27

266

6

3

147

4

48

129

3

3

Diez.....

24. Nov.

310

13

45 290

9

2

260

7

—

—

4

32

Dillenburg . . .

25. Nov.

300

14

40

300

10

30

260

8

10

190

5

20

Friedberg . . .

1. Dez.

215

8

9

196

5

22

.75

4

25

136

3

7

Hadamar....

23. Nov.

15

10

9

10

7

—

4

—

Herborn ....

26. Nov.

320

14

—

360

10

10

260

8

20

200

5

20

Mainz.....

1. Dez.

200

8

29

200

5

44'200

5

5

200

5

48

Wiesbaden . . .

30. Nov.

170

7

45’160

5

—

144

4

—

96

2

50

Bemerkenswerth für (Gichtkranke.

Ich Unterzeichneter fühle mich verpflichtet, meine Mitmenschen, welche das Unglück haben, an Gicht und Rheumatismen zu leiden, auf die kaiserl. kgl. pr-vilegirten Goldberger'schen galvano-electrischen Rheumatismus- Ketten, wovon Herr Carl Leyendecker in Wiesbaden das Depot hat, aufmerksam zu machen, Seit längerer Zeit war ich von den peinlichsten Gichtschmerzen behaftet, was für mich als Kondukteur der Eisenbahn sehr peinlich war. Nachdem alle angewendeten Mittel fruchtlos geblieben , wandte ich mich an Herrn Leyendecker um eine Goldberger'sche Kette, der mir mit Vergnügen Näheres über dieselbe ertheilte, worauf ich mir eine kaufte und nachdem ich dieselbe nur einige Tage getragen habe, ließen meine so gränzenlose Schmerzen nach und in 14 Tagen war ich von meiner Gicht vollkommen befreit. Ich finde nicht Worte, meinen. Dank dem Erfinver dieser Ketten zu bringen, weßhalb ich mich nur darauf beschränke, aus Dank­barkeit und zur Steuer der Wahrheit diese Begebenheit dem Publikum be­kannt zu machen. (

Wiesbaden, den 28. November 1848.

Jakob Vouteiller, 522] Kondukteur der Taunus-Eisenbahn.

MaKMWMHWö^^

& 524] Bei Bäckermeister W. Hippacher in der Langgaffe y

sind täglich frische Lebkuchen das Pfund zu 12 kr. zu S ä haben. 8

sfflMasfflaaaaaffl^^

523] Ein schwarz-brauner Wachtelhund (Bastart) hat sich am 28. November verlaufen. Wer ihn Marktstraße Nro. 5 bringt, erhält eine gute Belohnung.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag Der L. Schellenderg'schen Hof- Buchhandlung in Wiesbaden.