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theilen lassen. Ein Eremplar dieses BucheS, in welchem alle die Anklagen gegen Cavaignac enthalten seyn sollen, die gestern aus der Tribüne und seit der Zeit der Herausgabe des Buches, seit ungefähr acht Tagen, in der Presse nur in kur­zem Auszuge mitgetheilt worden sind, ist Cavaignac zu Ge­sicht gekommen. Daher sein Unwille und seine Provokation einer öffentlichen Debatte, welche damir schloß, daß die As­semblee fast einstimmig die motivirte Tagesordnung annahm, in welcher der Beschluß der Nationalversammlung vom ver­flossenen Juni wiederholt ausgesprochen wurde, „daß nämlich Cavaignac sich in jenen verhängnißvollen Junitagen um das Vaterland wohl verdient gemacht habe." Nie ist ein glänzen­derer parlamentarischer Sieg erfochten worden, nie auch mehr Talent in einer Vertheidigung entwickelt worden, als gestern durch Cavaignac, dessen mehrstündige Reden, aus dem Steg­reif gehalten, alle seine Gegner verstummen ließen. Lamartine hielt eS für's Beste, gar nicht zu sprechen.

□ Paris, 27. Nov.

Gestern wurden abermals 800 Kolonisten nach Algerien unter dem üblichen Zeremoniell in Paris eingeschifft. Dies war die 14. Sendung seit vier bis fünf Wochen und spürt man noch keine Abnahme des Proletariats!

In den Druckereien schlug man sich heute früh förmlich um die Journale. Der Andrang von Käufern war außer­ordentlich.

Im Moniteur befinden sich die Tabellen über Ab- und Zufuhr oder Eingangs- und Ausgangszölle während der ersten 10 Monate von 1848. Daraus ergibt sich eine Verminderung von 40 Millionen Franken. Während vom 1. Januar bis 1. Nov. 1847 etwa 112 Millionen in die Staatskasse flossen, betrug die Einnahme vom 1. Jan. bis 1. Nov. 1848 nur 72 Millionen Franken.

In der Alpenarmee geht eine bedeutende Personalände­rung vor. Etwa 7000 Mann kehren in die Heimath zurück, weil ihre Dienstzeit abgelaufen. Sie werden durch Rekruten sofort ersetzt.

Großbritannien.

London, 24. Nov. Das ministerielle Blatt, der „Globe", vergleicht die Lage des Königs von Preußen mit derjenigen Ludwig's X\ I., nur mit dem Unterschiede, daß Ludwig XVI. sich allein auf fremde Hülfe verlassen konnte, während Friedrich Wilhelm neben sich ein Heer habe, welches, da es aus dem Volke hervorgegangen, in gewisser Hinsicht den Willen der Nation eben so gut ausdrücke, als dies die Nationalversamm­lung thue. Die preußische Regierung sey wie die österreichische durch die Nationalversammlung in eine Ecke getrieben worden; das preußische Parlament sey wesentlich angreifend verfahren, es sey von extremen Beschlüssen zu noch extremeren geschritten, die schließlich der Dynastie alle Lebenslust entzogen haben würden, es habe dem Königthum selbst zu Leibe gewollt, und nur um dies zu retten, habe der König von Preußen einen offenen und ehrlichen Krieg angefangen mit Hülfe seiner Armee, gegen das Parlament und dessen Armee, den demo­kratischen Theil der Berliner Bürgerwehr. — Die „Times" erkennt jetzt der früher von ihr so spöttisch behandelten Frank­furter Nationalversammlung das Recht und die Pflicht zu, den Konflikt zwischen Krone und Volksvertretern in Preußen auszugleichen, erblickt (in einem zweiten Artikel) in den 113 preußischen Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung die eigentliche Volkskammer für Preußen und gedenkt des Bassermann'schen Berichtes über die Berliner Zustände mit großem Lobe. .Die Abstimmung des Frankfurter Parlaments, wodurch der Beschluß der preußischen Nationalversammlung in Betreff der Steuerverweigerung für null und nichtig erklärt wird, findet natürlich die ungetheilte Zustimmung dieser Zei­tung. — Damit endlich die Komik nicht fehle, zitiren wir die übertorystische „Britannia", welche allen Ernstes, wie es scheint, dem Könige von Preußen räth, die Führer eines etwa aus­brechenden Aufstandes sammt und sonders zu hängen und ihre Genossen an Rußland auszuliefern, es sey noch Raum genug für sie in Sibirien. Mit dieser süßen Betrachtung verband die Britannie zugleich die Mittheilung: die letzte Nachricht aus Preußen sey die, daß der Pöbel die Wohnung des ersten Mi­nisters niedergebrannt habe!

In Ipswich sind für eine große Zahl unlängst gescheiterter deutschen Auswanderer durch Subskriptionen 151 Pfd. zusam- rnengekommen. Unter den Gescheiterten befinden sich, dem „Ipswich Erpreß" zufolge, mehrere Personen von Rang, unter andern ein preußischer Offizier und mehrere Geistliche. Von

Harwich werden sie nach Ipswich und von hier nach London befördert werden, und zwar, nach Beschluß der Eisenbahnkom­pagnien, unentgeltlich. In London wird man dann dafür sor, gen, daß sie ein interimistisches Obdoch erhalten und später ihre Reise nach Amerika bewerkstelligen können. Die „Brighton Gazette" erwähnt, daß Fürst Metternich sofort seinen Sohn und den Baron Hügel mit einem Geldgeschenk an die Unglück­lichen abgeschickt und ihnen versprochen habe, auch weiterhin alles ihm Mögliche für sie zu thun.

I t a l i e n.

Briefe aus Rom vom 20. Nov. melden kein weiteres Er- eigniß von Bedeutung. Die Kardinäle Bernetti, Lambruschini, Ferretti, Soglia, Vanicelli, Gazzoli, Patrizj, Spinola und Mo- richini hatten Rom verlassen. „Der Papst ist ein Gefangener" sagt eine unserer Korrespondenzen von italienischer Hand. Die Erscheinungen gleichen denen von Wien : Ein Theil der Truppen wurde von den Spekulanten der Revolution zum Abfall gebracht, die Ermordung des Ministers versetzte die durch Erwerbslosigkeit und stetes Kravalliren depravirte Masse in wilden Rausch, daß sie gegen den einst angebeteten Papst selbst die Gewehre richtete, verworrene Gedanken von Republik ver­mehrten die Gährung, wüthender Pöbel begrüßte den „Sieg des Volkes." Sehen wir zu, ob nicht dasselbe Volk seinen Sieg so theuer zu bezahlen haben wird, als das arme Volk von Wien den seinigen. „Die römische Presse behandelt die ganze Sache in einem Ton, der das sittliche Gefühl aufs tiefste verletzt," bemerkt einer unserer deutschen Korrespondenten. Beim Ausbruch der Wiener Oktoberrevolution hatten wir, gegenüber der großen Mehrzahl der Wiener Journalistik, Gelegenheit dasselbe zu bemerken. Der Sklave, wenn er die Kette bricht! Es ist einem, blickt man in diese römischen Saturnalien der Freiheit, als wollten die Zeiten Savonarola's und Cola Rien- zi's wieverkehren mit ihren stürmischen Hoffnungen, ihren maß­losen Leidenschaften und jenen trüben Enttäuschungen, deren die „Niobe der Nationen" schon so viele erfahren hat seit Cä­sar an der Pompejussäule gefallen, die noch jetzt in der alten Weltstadt steht, ein Zeugniß zweier Jahrtausende voll Knecht­schaft mit seltenen Lichtblicken. (Allg. Z.)

Frankfurt a. M., den 29. November. Mittags 1 Uh'r.

Oesterreich, 5 % Metalliques . ....

4

2% % „

„ 3 % Bankaktien o. D.....

„ 500 fl. Loose ........

„ 250 ff. Loose ........

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine .... „ 3 7, % Staatsschuldscheine â 105 fr. .

Bayern, 37, % Obligationen ....... Berba ch er- Eise »bahn-Actien..... Würte in berg, 37. % Obligationen.....

„ 4 7a % neue Obligationen . . .

Baden, 37, % Obligationen von 1842 . . . . „ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

Darmstadt, 37, % Obligationen.....

„ 50 ff. Loose ........

„ 25 ff. Loose.........

K it r h e sse n, Frievrich-Wilhelms- Nordbahn- Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

Nassau, 37,% Obligationen bei Rothschild . .

„ 25 fl. Loose..........

Frankfurt, 3 % Obligationen....... „ 37, % „ von 1839 . . .

„ 37, „ „ von 1846 . . .

Tau'nus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. . . . Holland, 2'/, °/o Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld.......

„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose....... „ 500 fL „ „ ......

Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann D isconto............ .

Papier.

Geld.

r 68%

56 367«, 1168

1177—± 787, V 917« 76 75% 647» 75% 92% 717« i 447« 257« 737« 83 %

59 % 207«

397, ;

25'% 787, f 20% ;

897, 86% 265

477« 18%

957, 68% 25%

1%

697« 57

36%.

1175 118

797«

76% 757«

65 7« 75%

93% 727.

457« 26

74% 847a 60

217« 39%« 257a 79 7« 207»

777, 907« 87%

268 487« 187«

68% 257,

Gold.

ff.

kr.

Silb er.

fl.

kr.

Pistolen........

Pr. Friedrichsd'or. . . Holl. 10 fl. Stücke . . Rand- Ducaten .... 20 Francsstücke . . . . En gl. Souverains ...

9

9

10

5

9

12

56

57

4

36

38

2

Gold al Marco ....

Laubth., ganze.....

Preuß. Thaler.....

5 Frankenthaler .... Hochhaltig Silber. . . Gering u. mittelh. . .

382

2

1

24

24

437«

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5201 Es empfiehlt sich ein junger Mann zum Unterricht in der nord- amerikanischen Schnellkunstschrist. Auch wünscht derselbe einigen Kindern Vorlesungen, Unterricht und Erziehung zu ertheilen. Nähere Auskunft Taunus-Hotel, zweite Etage Nro. 19.

Verantwortlicher Nedakteur: W. H. Niehl. — Druck und Verlag der L. Schellenb erg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.