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träge besprechen werden. Nach den schon genannten vier Red« nern sprachen noch die Herren Schmerling und Vogt in fesselnden Vorträgen, deren Zentrum im Grunde die bisherige Wirksamkeit und das fernere Seyn oder Nichtseyn des Mini­steriums Schmerling war.

Mannheim, 28. Nov. Die Untersuchung gegen Gustav Struve ist soweit vorgerückt, daß er nächster Tage die An­klage Seitens der Staatsbehörde erwartet. Nach dem Gange der Untersuchung sieht Struve in seiner Person zugleich die Sache der republikanischen Partei vor Gericht gezogen und er hat sich darum besonders noch den republikanisch gesinnten Ab­geordneten O.-G.-Advokat Brentano zur Vertheidigung be­rufen, welche dieser sofort übernehmen wird. G. Struve ist zur Zeit in Rastatt in Haft, seine Gattin in Freiburg.

Koblenz, 29. November. Die Rhein- und Moselzeitung berichtet aus Paris vom 26. Folgendes: Ein so eben durch eine Sraffette hier eingebrachter Brief aus Rom meldet, daß am 19. d. M. der h. Vater Rom verlassen hat, wohin ist nicht bekannt.

Berlin, 27. Nov. (O.-P.-A.-Z.) Den Tag über haben wir in einer kaum zu schildernden Erwartung über die Ergebnisse in Brandenburg zugebracht. Die Spannung vermehrte sich durch den Umstand, daß die Eisenbahn dicht bei Berlin in Folge der Beschädigung eines Brückenpfeilers unfahrbar ge­worden war. Das Gerücht vergrößerte diesen Umstand und man besorgte, vielleicht den Abend noch ohne Nachrichten zu seyn. Um 5 Uhr traf jedoch endlich die ersehnte Botschaft ein; allein die große Erwartung war getäuscht: die Versamm­lung war nur 154Mitglieder stark gewesen. Hansemann hatte geschrieben, er sey heute verhindert, werde aber morgen kommen. Fünf Schreiben von Mitgliedern wur­den verlesen, welche zwar erschienen waren, weil dies das ein­zige Mittel sey, den Konflikt zwischen Krone und Kammer auszugleichen, die jedoch gegen das Recht der Krone, die Ver­sammlung zu verlegen, protestirten. Der Abgeordnete Riedel erklärte, daß die Ausbleibenden sich gegen das Gesetz vergangen hätten.

Die Sitzung wurde eine halbe Stunde vertagt und dann eine Mittheilung des Ministeriums verlesen, welche etwa folgendermaßen lautete: „Da das Ministerium die Nach­

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richt empfangen hat, daß die Kammer nicht vollzählig ist, so wird es dies Sr. Majestät dem Könige anzeigen und morgen Bescheid ertheilen." --Dies der Inhalt der Sitzung. Un­sere Ungeduld muß also bis morgen warten. Wahrscheinlich wird die Vertagung der Kammer bis zum 10. Dezember und die Einberufung der Stellvertreter das Ende seyn. Heute Vormittag ist die Versammlung der äußersten Lin­ken im Mylius'schen Saale auf Befehl des General Wrangel aufgehoben und ihre Papiere mit Beschlag belegt worden. Dies ist von dem Standpunkte aus geschehen, daß politische Klubbs jetzt ungesetzlich sind. Morgen wird eine Bekannt­machung des General Wrangel erscheinen, wonach, so lange die Nationalversammlung in'Brandenburg residirt, die Ver­sammlungen aller Fraktionen hierselbst, es sey in öffentlichen Hder Privatlokalen, ebenfalls für ungesetzlich erklärt werden.

Herr v. Gagern, der Präsident, und Herr Simson, der Vizepräsident der deutschen Reichsversammlung, sind am Sonnabend Abend von Frankfurt a. M. hier angekommen. Herr V. Gagern begab sich am Sonntag Morgen zu Sr. Maj. dem König nach Potsdam. Er ist indeß ohne amtliche Be­ziehungen, nur als Privatmann und in der Hoffnung hergekom­men, durch seine Persönlichkeit zur Beilegung des Konflikts zwischen der Krone und der Nationalversammlung beizutragen, und hat sich zu diesem Zweck auch, nebst den Reichskommissa- rien Simson und Hergenhahn, bereits heute von Potsdam nach Brandenburg begeben, um mit den dort anwesenden Ab­geordneten Rücksprache zu nehmen. Gutunterrichtete wollen wissen, daß eine neue Kabinetsbildung durch Hrn. v. Gaaern nrcht in Aussicht stehe.

Auf außerordentlichem Wege soll hier die Nachricht ein­gegangen seyn, daß sich Oesterreich von der verfas­sunggebenden deutschen Reichsversammlung los­gesagt habe.

Mittags nach 11 Uhr rückte gegen das Hotel Mylius, dem bekannten Versammlungslokal der Linken, eine Abtheilung von etwa 300 Mann des Kaiser Franz-Regiments unter An- fuhrung des Major v. Blumenthal vor. Der Major begab an der Spitze der Offiziere und einer kleinen Abtheilung Soldaten in den Versammlungösaal selbst, und forderte die ^J^n6^ (etwa 70) „im Namen des Ge-

' k "° der höheren Gewalt" auf, den Saal zu verlassen.

Man suchte nach Papieren und nahm verschiedene auf dem Tsch liegende Drucksachen in Beschlag. Ein Offizier ging so, gar soweit, als der Abgeordnete Jakoby auf seine Aufforderung nicht gleich ein Packet Papiere, auf dem der Hut des Herrn Jakoby stand, übergab, den Hut bei Seite zu legen und sich alsdann in Besitz der Papiere zu setzen. Nachmittags 4 Uhr war das Hotel noch militärisch besetzt.

Berlin, 26. Nov. Wie es scheint, denkt das gegenwär­tige Gouvernement noch einige Zeit mit der Aufhebung deS Belagerungszustandes zu warten. Es ist durch General v. Wrangel nur in einem Punkte auf vielfache Klagen nach, gegeben worden. Seit einigen Tagen ist nämlich den Besitzern von Wein- und Bierlokalen rc. gestattet worden, bis 12 Uhr Gäste aufzunehmen, nur verschiedene Lokale, die häufig von Deputirten besucht wurden, wie Hippel, Jeraschowitz rc. müssen (auf ausdrücklichen Befehl des Hrn. v. Wrangel) um 10 Uhr geschloßen werden. Die Presse bleibt suspenvirt, das freie Vereuiigungsrecht aufgehoben,

Morgen wird in Potsdam die silberne Hochzeit deS Königs und der Königin gefeiert (sie fällt eigentlich auf den 29. Nov.) Es werden Deputationen von verschiedenen Orten dem königl. Paare Glückwünsche darbringen. Am 29. Nov. wird das Fest im Kreise der königl. Familie begangen werden.

Aus Schlesien sind Deputationen mehrerer Städte irr Berlin angekommen, welche im Namen ihrer Gemeinden der Regierung die Vorausbezahlung der lausenden Steuern anbieten.

Wien, 25. Novbr. Gottlob! das standrechtliche Verfahren ist aufgehoben! Der Gouverneur Feldmar­schalllieutenant v. Melden'macht heute die darauf bezügliche Proklamation des Fürsten Windisch-Grätz vom gestrigen Tage bekannt, wornach von nun an gegen alle etwa noch zur Unter­suchung gebrachten Theilnehmer am letzten Aufruhre nicht mehr das stand r e cht ltche, sondern das ord entl iche kriegs­rechtliche Verfahren unter Beiziehung von Beisitzern des Zivil- Strafgerichts (soweit es sich um Zivil-Personen handelt) ein- zutreten hat — ein Verfahren, welches, wie die Proklamation lautet, Milderungen zuläßt, die im standrechtlichen Wege nach den Militärgesetzen nicht Platz greifen können. (Bekanntlich findet in Frankreich dieses Verfahren noch fortwährend gegen die Verhafteten vom Juniaufstand her statt.) Der Belage­rungszustand der Stadt bleibt übrigens wie bisher in Wirk­samkeit. — Der Beginn der Operationen gegen Ungarn, wel­cher anfangs auf den 26. d. festgesetzt war, scheint nun wieder hinausgeschoben worden zu seyn, dürfte aber doch bald statt, finden, da die verschiedenen Truppenkorps ihre Stellungen bereits konzentrirt haben. Der Banus Jellachich hat durch die Ernennung zum Kommenthur des Leopoldordens von un­serm Kaiser eine abermalige Auszeichnung erhalten.

Nachrichten aus Kremster melden, daß es dem Ministerium gelungen ist, den Todesurtheilen Einhalt zu thun. Mehr als 300 Deputirte waren in Kremsier angelangt. Die Stellung der Parteien ließ einen Ausgleich der Meinungen gewärtigen. Auch war keine Rede davon, einen Theil der Linken in An­klagestand zu versetzen, vielmehr schien der neue Minister des Innern nach Popularität zu streben, und die designirten De­putirten, von deren beabsichtigter Verhaftung man gesprochen hatte, erschienen sehr unbekümmert.

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Paris, 26. Novbr. (O.-P.-A.-Z.) Der AuSgang der gestrigen parlamentarischen Schlacht, die sich bis gegen Mit­ternacht hingezogen hat, übertrifft meine Erwartungen in Be­treff des Sieges , den Cavaignac erringen werde, bei Weitem. Dieser Sieg ist so vollständig, daß von nun an weder eine ernstliche parlamentarische Opposition, noch selbst eine parla­mentarische Intrigue gegen ihn mehr möglich ist. Die Reste der Reunion Poitiers wollen nicht mehr zusammenhalten; Mole hat sich für Cavaignac erklärt und mit Thiers gänzlich über­worfen. Die hohe Finanz ist ebenfalls jetzt ganz für Ca­vaignac. Kein Mensch wagt es mehr, offene Partei für dessen Gegner zu nehmen, mögen diese nun zu den Anhängern Lud­wig Napoleons, Lamartine's oder Ledru-Rollin's gehören; die Präsidentschaft ist dem jetzigen Chef der Exekutivgewalt ge­sichert, und es wäre nun selbst möglich, daß er die absolute Majorität im Lande erhalte. Das ist das Resultat der per­sönlichen und nachträglichen Verläumdungen, welche man lediglich wegen der bevorstehenden Präsidentenwahl gegen Ca­vaignac heimlich und öffentlich zu verbreiten suchte. Lamar- . tine hatte, wie aus den gestrigen Debatten hervorzugehen scheint, ein Buch über die Juniereigniffe geschrieben und in gewissen Kreisen unter dem Siegel der Verschwiegenheit ver-