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dem verehrten Manne an, dem wir mit stets erneutem, stets wachsendem Vertrauen heute zum sechstenmale den Vorsitz dieser Versammlung übertragen haben." Er ersuchte sodann die Versammlung, mit ihrer Weisheit seiner Unerfahrenheit zu Hülfe zu kommen, und versprach, ein unpartheiisches Organ ihrer Entscheidungen zu seyn.

Frankfurt, 3. Okt. (90. Reichstagsitzung). Berathung über Artikel VIL 88. 27, 28 und 29 der Grundrechte; Ersatz-

Mosbach ist zwischen diesen beiden Städten die Verbindung gesichert, und wir stehen bereit, gegen Seilbronn und Stutt­gart im günstigen Falle vorzudringen Mannheim kann durch seine günstige Lage zwischen zwei Flüssen und ehemalige Befe­stigung, Mosbach durch seine Lage im Gebirge schon eine Zeitlang gegen Angriffe gehalten werden, und darum ist es uns ja hauptsächlich zu thun. Zu dieser Operation im Unter­land wären 34 entschiedene Männer als Kolonnensuhrer nöthig, nämlich für Mannheim, Mosbach und die Kolonnen gegen Pforzheim. Während dies im Unterland vorgeht, muß Uebereinstimmung der Seekreis und Oberrhemkreis Kine Anstalten treffen. Als Hauptpunkte sind hier ins Auge zu fassen: die Aleranderschanze auf dem Kmbls, Offenburg, da^ Schappacherthal gegen Freudenstadt, Freiburg, Durach, -to* nauescbingen und Konstanz. Ueber das Nähere in meinem nächsten Briefe. Mit den Herren Pharisären und Jntrlguan- ten wird es nun bald ein Ende nehmen, denn sie haben an Hecker ihren Haltpunkt verloren, und von seinem Nachruhm, den sie an sich zu reißen suchten, werden sie auch nicht lange leben können. Kaiser ist sogleich nach Deiner Abreise von hier eingetroffen, er war auch in Donauelchingen, und versuchte wie hier alles aus einander zu bringen. Er hat Dich beschuldigt, Du hättest , seinen und Katzenmeiers Namen auf die Papierscheine geschrieben oder drucken lassen und mit xeue erfiallel in rcusirag ors ^eieygevungöauviiyunrv Heinzen unv Lommel unter Heckers Flamen Emissäre zum r-$t über einen Antrag des Abgeordneten Schaffrath und Ge- Aufstand in den Schwarzwald geschickt. Ich bit e Dich rliu ^it Anfhrb«^ iivv Svuiyviunyojüftunvcv >>» der freien

gend, mir darüber die genaueste Auskunft )u geben, ebenso <gtat)t Frankfurt betreffend, unv beantragte den Uebergang bitte ich Dich, bei Schabelitz anzufragen, welche Bedingungen! ~ ° - - - - - 9 ~ ;

Hecker mit ihm gemacht habe, hinsichtlich des famöfen Werks, und warum mir dieser verfluchte Krämer mein Manuskript, den Aufstand betreffend, nicht zurückgeschickt.

Mit herzlichem Gruß Dein F. Siegel.

NB. 1) Laß diesen Brief Niemand lesen. 2) Auch Deiner werthen Frau hat man den Vorwurf gemacht, sie habe eine geheime Freundin oder vielmehr eine offene Freundin (Madame Müller in Karlsruhe), welche sich ein Geschäft daraus macht, Deine und unsere Angelegenheiten vor der Welt nicht verbor­gen zu halten, 3) Schicke uns noch ein Eremplar deS Zu­schauers, welchen die Unterst.-Kasse bezahlt.

(EmmiShofen) Herrn Gustav Struve

Postzeichen 6/8 Rheinselden."

in

Anstalten treffen

wähl eines Schriftführers. Der Präsident H. v. Gagern eröffnet die Sitzung um 9% Uhr Vormittags und fordert den neuerwählten zweiten Vicepräsidenten, Herrn Riesser aus Hamburg, welcher bei der gestrigen Verkündigung des Wahl- resultats abwesend war, auf, seinen Sitz einzunehmen. Ries­ser richtet folgende Worte an die Versammlung: Eine zufäl­lige Abwesenheit verhinderte mich gestern, für das mir bewie­sene Vertrauen, auf welches ich so geringen Anspruch habe, Ihnen zu danken. Durch treue Pflichterfüllung werde ich mich bestreben, dieser Ehre mich würdig zu beweisen. Sollte die Gelegenheit eintreten, wo ich an der Leitung der Verhand­lung Antheil zu nehmen habe, so wird mich das Bewußtseyn aufrecht erhalten, daß die Macht des Gesetzes auch in dem Schwachen stark ist. Empfangen Sie wiederholt meinen Dank und die Versicherung treuer Pflichterfüllung. (Beifall.)

Leue erstattet in Auftrag des Gesetzgebungsausfchusses Be-

noffen, die Aufhebung des Belagerungszustandes in der freien

zur Tagesordnung. Zur Begründung der Dringlichkeit deS Antrags, die Nationalversammlung wolle behufs der Be­schränkung der namentlichen Abstimmungen unv Ersparung der hierdurch hervorgerufenen Zeitverluste die Abänderung des 8. 42 der Geschäftsordnung beschließen, wird dem Abg. Wichmann aus Stendal mit 162 gegen 140 Stimmen das Wort ertheilt. Schneer spricht für die Dringlichkeit; Ve­nedey dagegen, indem er mit Hinweisung auf das Beispiel Englands für die Minorität eine Sicherheitsmaßregel bean­sprucht, welche dieselbe vor einem etwaigen Zwang der Mâjo- ritât zu schützen vermöge. Die Dringlichkeit des Antrags selbst wird mit 169 gegen 162 Stimmen verworfen und der Antrag sofort an den Ausschuß für Geschäftsordnung ver­wiesen. (Forts. folP.)

Frankfurt, 2. Oktbr. (89. Reichstagssitzung. Schluß.) Jahn: Nachdem nicht bloß einzelne Mitglieder, sondern ganze Bruchtheile der Nationalversammlung an der Empörung Theil genommen, mit den Empörern unterhandelt hätten k., so möge die Nationalversammlung beschließen, daß die ganze linke Seite in Untersuchung zu ziehen, ihre Mitglieder aus der Nationalversammlung zu entfernen und deren Stellvertreter einzuberufen seyen. (Gelächter und Beifall links.) Der Prä­sident bemerkt, daß die Dringlichkeit nicht beantragt sey. Die Linke erhebt sich für die Dringlichkeit. Zimmermann von Spandau beantragt: Die Niederlegung des Kommando's von Seite des Generals Wrangel ohne Vorwiffen der Zentralge­walt für eben so ungerechtfertigt zu erklären, als die ebenfalls ohne Vorwissen der Zentralaewalt erfolgte Annahme eines

Der Leipziger Zeitung wird aus Frankfurt a. M. vom 28. September geschrieben: Die Abgeordneten Blum und Günther werden von dem Peinlichverhöramte in contumaciam verurtheilt werden, wenn sie sich nicht wegen drei inkriminir- ter Artikel der Reichslags-Zeitung zur Verantwortung stellen.

Dresden, 30. Sept. (D. A. Z.) Heute Abend ist auf Veranlassung des hiesigen Appellationsgerichts der Musikdirek­tor A. Röckel, der Verfasser einer Denkschrift:Die Organi­sation der Volksbewaffnung in Deutschland," unv Redakteur der sehr radikalen Volksblätter, wegen Abfassung und Ver­öffentlichung eines /,offenen Briefes an unsere militärischen Mitbürger" verhaftet worden, ebenso der Drucker desselben, Hr. Gärtner."

ohne Vorwissen der Zentralgewalt erfolgte Annahme Kommando's von Seite des Generals Bonin.

v. Mayern beantragt andererseits, dem General Wran- ...... v

gA und den unter seinen Befehlen gestandenen Truppen den leuten auch Dank der Nationalversammlung für ihre Tapferkeit auszu- ist bis jetzt drücken. Dieser letztere Antrag wurde für dringlich erkannt und nach einigen Erörterungen angenommen, der Zimmermann'-1 aber an den Ausschuß für die Zentralgewalt verwiesen.

Die Tagesordnung führt nun zur Wahl des' Präsidenten und feiner beiden Stellvertreter.

Präsident v. Gagern sprach nach seiner Wiedererwählung: ^Dle große Stimmenmehrheit verpflichtet mich von Neuem zum dâsammlung. Ich werde dem wichtigen Amt, mit übertrag, mich ganz hingeben; ich werde so mehr, da wir in wenig Wochen wichtige Werk der Verfassung berathen, worauf das werde ich unparteiisch seyn.

Die Unparteilichkeit besteht nicht darin, daß man der Ansicht sey , aber wohl darin, daß man jeder Partei ar" laßt. Dieß Bewußtseyn hege ich. Der erste Dizeprasivent Simson begann mit den Worten:Ihr entschie­dener Wille weist mir für einige Wochen einen Platz neben

Posen, 28. Sept. Seit der letzten Revolution haben die Polen bekanntlich einen grenzenlosen Haß auf die,Juden, auch auf die Deutschen im Allgemeinen geworfen und in Folge des­sen den Beschluß gefaßt, so viel als irgend möglich allen Ver­kehr mit ihnen abzubrechen, insbesonvere bei jüdischen Kauf­leuten auch nicht das Geringste zu kaufen. Dieser Beschluß ::: ;.,t von ihnen mit starrer Konsequenz durchgeführt wor­den, und es haben sich seitdem eine namhafte Anzahl polnischer Kaufleute hier niedergelassen, die gute Geschäfte machen. An­fangs lachte man zu dieser Maßnahme und glaubte, daß die Polen sie unmöglich lange durchführen könnten; da nun aber die deutschen, vorzüglich die zahlreichen, jüdischen Kaufleute außerordentlich darunter leiden, so ist bei der Volksversamm­lung hm 24. Sept, der Beschluß gefaßt worden, Repressalien anzuwenden, und alle Anwesenden haben sich verpflichtet, vor I der Hand und so lange die Polen bei dem genannten Beschlusse beharren würden, weder von einem Polen irgend etwas zu kaufen, noch einen Handwerker oder Arbeiter polnischer Na­tionalität zu beschäftigen.

In der L. Schelleiiberg'schen Hofbuchhandlung in Wiesbaden ist vorrâthig:

Demokratischer Kalender für 1849. Herausgegeben von

A. Freimund. Preis 21.

Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.