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schcinskch auf Wcisung des Stadt kommmilMiUcn), daß die Shi» denken die Burg stürmen und den Kaiser «erjagen wollten. Dem Kaiser lassen wir Nichts thun , hieß es da einstimmig. Dieser Vorgang wurde den Studenten biuterbracht und sogleich machte sich eine Deputation derselben auf den Weg, um jener Kom­pagnie den Irrthum zu benehme» und chr die Petition mitzu- thcilkn. Die Bürger verlangten einstimmig, auf die Universität zu gehen, ihre Offiziere verweigerten dies, da ließ die Kom­pagnie die Offiziere stehen und zog allein ab auf die Universität, um sich anzuschließen. Aehnliche Szenen kamen in vielen Bür­ger- und Nationalgardekompagnien vor.

Die Reden wurden diesmal hauptsächlich aus dem Graben gehalten, wo Pillersdorf wohnt. Ein Redner erhob sich für die Freilassung Italiens, da schrie ein Anderer: Still, das ist ein italienischer Propagandist l — Halten Se'S Maul, sagte der Redner, i bin en eben so guter Wiener als Se.

Ein Proletarier sagte: Ich bleibe da, bis Alles bewilligt ist, ich riskire Nichts, weil ich Nichts habe, und riskire nicht einmal das Leben, denn die ungarischen und italienischen Sol­daten schießen nicht auf uns, und die unsern werden uns auch nicht viel thun.

Aber auch andere, furchtbarere Stimmen ertönten.. So hörte man mehrere Bürger sehr entschieden gegen den Adel sprechen, und der eine von ihnen ballte grimmig die Faust und ries: Es wird keine Ruhe geben, bis wir eine Guillotine auf dem Stephansplatze aufführen und die Herren aus der Her­rengasse (dort ist das adelige Kasino) der Reihe nach darauf legen. Glücklicherweise ist die Zahl Derer, die so denken, nur gering.

Als die Konzessionen am 15. gemacht waren, sagte ein Bürger: ich gehe nicht von der Stelle, bis Ferdinand unter­schrieben ist. Da trat ein Schlosser vor und rief: da sieht man, daß Sie gar keinen Begriff von einem konstitutionellen Staat haben. Der Kaiser ist jetzt ein Null, Pillersdorf muß darunter stehen, das ist mir lieber — denn der ist verantwortlich. Hier­auf ging er ganz stolz über seine Weisheit von dannen. Sie sehen, daß wir sehr jugendlich sind in unserem konstitutionellen Leben, und ich fürchte nur, daß wir unsere Jugend mit unserer Größe bezahlen müssen.

Prag, 18. Mai. (A.Z.) Die Tschechen suchen eifrigst das Gerücht zu verbreiten, daß an der Gränze von Bayern und Sachsen sich Freischaaren zum Einfall in Böhmen sammeln! Das Landespräsidium bestärkt die Leute in dieser Meinung, indem es ankündigt: es habe gemeinschaftlich mit dein Militärkommando die nöthigen Erhebungen deßhalb einge­leitet und Vorkehrungen getroffen, solche Freischaaren, wenn sic wirklich wagen sollten, in Böhmen einzudringen, sogleich gefan­gen nehmen oder vertreiben zu lassen. Die Narodnj nowiny antworten so eben auf eine Ihrer Wiener Korrespondenzen vom Ilten: „So schreibt ein Deutscher aus Wien. So denken die Wiener Deutscknarreu über unser Reich. Aber der deutsche Bund möge uns meinetwegen 20,000 Deutsche schicken, unser „ruhiges Landvolk" wird schon dafür sorgen, daß sie nicht nach Prag über die slavischen Aufrührer kommen. Sie mögen nur kommen, von Böhmen bis zur Walhalla ist nicht weit."

Die Nachrichten aus Wien vom 15. und 16. erregen hier ungeheures Aufsehen, man will von hier aus eine feierliche Protestation gegen die erzwungene Aenderung des kaiserlichen Wortes einlegen; natürlich: den Tschechen ist es nicht um Frei­heit, sondern nur um ihre Gerechtsame, wie sie vor zwei­hundert Jahren gewesen, zu thun. ES weht bei unS nicht der frische Hauch der Freiheit, sondern die athcmerstickende Luft deS sechzehnten oder gar fünfzehnten Jahrhunderts. Der alt-tschechi­sche Geist beginnt die Flügel zu entfalten und die Sonne zu verfinstern.

Grätz, 15. Mai. (A.Z.) Erzherzog Johann hat die in Wildon und Wartberg auf ihn gefallene Wahl als National­vertreter unter herzlichen Dankesbezeugungen abgelehnt, weil ihn die militärische Vertheidigung Tyrols von einem Wirken in Frankfurt abhalte.

Triest, 19. Mai. (A. Z.) Unsere Armeekorps stehen un­thätig dem Feinde gegenüber. Viele wollen daraus schließen, daß Friedensunterhandlungen im Werke seyen, und werden in dieser Vermuthung durch Briefe aus Verona und Botzen bestärkt. Andere mein, n , daß Graf Nugent erki anki sey, und deshalb nicht vorrücke. Thatsache ist, daß wir seit vier Tagen ohne alle Nachrichten vom Kriegsschauplätze sind. Die neapolitanische Flottille soll wirklich in Chioggia angekommen seyn , und da unsere Marinedivision jetzt in den Gewässern zwi­

schen Pola und Rovigno kreuzt, so ist die Blokade von Ve­nedig als faktisch aufgehoben zu betrachten.

Wenn auch gerade kein Ueberfall hier zu besorgen ist, da die neapolitanischen Schiffe ihre Mannschaft in Ancona ausge­schifft haben, und sich wohl kaum ohne entsprechende Mannschaft heranwagen werden, so trifft man doch hier aus Vorsicht alle Anstalten zur Vertheidigung des Hafens. Nicht nur von den Batterien zu St. Andrea, am Leuchtthurm und am Therefken- Lazareth, sondern auch von den zwischen dem RegierungSgebäude und dem Fischplatze, also den in der Stadt selbst neu aufgc- führteu Batterien blicken die Feuerschlünde auf das Meer hin, um die etwa nahenden feindlichen Schiffe zu empfangen. Hoffeir Wir, daß man es nicht zu spät einsieht, wie nothwendig die Be­festigung unseres Hafens und eine Achtung gebietende Marine uns war. Wir Deutschen im Süden theilen nun das gleiche Loos unserer Brüder im Norden, und hier wie dort rufen wir: Schaffet eine Kriegsmarine!

Großbritannien

t London, 22. Mai. Mitchel hat einen Brief an die l „United Jrishmen" gerichtet, den die Times abdrucken und worin es heißt: ...... daß von jetzt an die schönste Musik für das Ohr jedes irischen Patrioten der Waffenklang und Gewchrfeuer seyen." i Hiernach sicht cs in Irland sehr kriegerisch aus.

Frankfurt a. M., den 25. Mai. Mittags 1 Uhr.

Oesterreich, 5 % Metallisier . ....

" 2%%

„ 3 % Bankactien o. D.....

„ 500 fl. Loose........

„ 250 fl. Loose........

Preußen, 50 Thaler Pränüenscheine .... „ 3'4% Staatsschuldscheine â 105 kr. .

Bayern, 3'/, % Obligationen....... Berba cher- Eisenbahn - Actieu.....

Würtcmberg, 3'/,°/, Obligationen. ....

„ 4% % neue Obligationen . . .

Baden, 3% % Obligationen von 1842 .... „ Lotterie-Anl. « 50 fl. bei G. u. S. . .

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

Darmstadt, 3'/, % Obligationen.....

4 %

Papier.

Geld.

55

48

28 7.

950

95

62 77'4

64

72 51% 69'4 86'4 66'4

38

24

71 S

77

54

27% 930

93

60 76'4

62

70

51 % 68% 85'/. 65% 37%.

23'4 69

76

„ 50 fl. Loose......

„ 25 fl. Loose.........

Kurhessen, Friedrich-Wilhelms- Nordbahn- Artie» „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

Nassau, 3'4% Obligationen bei Rothschild . .

„ 25 fl. Loose..........

Frankfurt, 3 % Obligationen.......

„ 3'4 % „ von 1839 . . .

„ 3'4 „ „ von 1846 . . .

T an nu s-Eisenbah n -A c t i en ä 250 ff. . . .

Holland, 2'4% Integralen.......

Spanien, 3 % Innere Schuld.......

„ 5 „ Ardoin incl. 14 Eouy.....

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......

„ 500 „ „ • ......

Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann

D is conto..............

54

18

31 22% 74

71

88 80'4

259

41 17%

75

51 18'4

53

30'4 21%.

73

18

86%

79'4

254 40'4 17'4

73

49% 17'4

2'4

Bekanntmachungen.

In der L. Schellcnbcrg'scheu Hof-Buchhandlung in Wiesbaden iß h erschienen:

Predigt,

am Tage der Eröffnung des Deutschen Parlamen $ tes, den 18. Mai 1848, gehalten und auf Verlangen in ” den Druck gegeben von K. W. Schnitz, Kirchenrathe, 4 Decan und evangelischem Pfarrer zu Wiesbaden.

Preis 6 kr.

Der Erlös ist zum Besten der deutscheu Flotte.

105] Es wird rin gebildetes Frauenzimmer, das französisch und italienisch spricht, als Gesellschafterin für die fetzige Saison in Wiesbaden gesucht' Näheres im Hotel Düringer.

103] Ein Mädchen, welches deutsch und französisch spricht und in allen weiblichen Arbeiten erfahren ist, sucht eine Stelle als Kammerjungfer oder bei Kindern. Näheres in der Erpedition dieses Blattes.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.