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lung pomphaft angekündl'gte, große Kundgebung, gleich zweien früher beabsichtigten ähnlichen Kundgebungen, von keinen Folgen gewesen. Abends 7 Uhr fand unter den Zelten bestelltermaßen eine Volksversammlung statt, wobei es ein Redner selbst aus­sprach, daß die Versammlung sich „blamirt" habe.

Berlin', 15. Mai. (W.-Z.) Wenn es sich bestätigt, daß die holländische Regierung, entrüstet über die einigen Schiffen ihrer Nation durch dänische Briggs zugefügten Unbilden, Einleitungen getroffen hat, einige Kriegsschiffe zur Unterstützung der Preuß. Kriegsoperationen abzusenden, auch gegen billige Be­dingungen mehrere Kriegsschiffe dem deutschen Bunde anzubieten, so dürfte der Krieg mit Dänemark bald auf einen andern Schau­platz verlegt werden. Möglicherweise aber könnte Schweden da­durch bewogen werden, seinerseits zu Gunsten der Dänen einzu­schreiten, wodurch freilich die Lösung der schleswig'schen Frage leicht zu einer skandinavischen, ja europäischen, werden könnte.

Posen, 14. Mai. (Pos. Ztg.) Gestern haben die Polen abermals eine blutige Niederlage erlitten. Ein großer Theil der bewaffneten Hauptmacht, die, wie früher berichtet worden, scheinbar verschwunden war, tauchte plötzlich in der Gegend von Erin im Bromberger Regierungsbezirk wieder auf. Als die Polen dort aus einem Walde hervorkamcn, ließ General Hirschfeld sie durch eine kleine Abtheilung in der rechten Flanke angreifen, während er sein Hauptkorps verdeckt hielt. Die In­surgenten ließen sich täuschen und verließen immer zahlreicher den Wald, der sie deckte. Da wurden sie auch von der linken Flanke durch eine Abtheilung angegriffen; sie wendeten sich ganz gegen diese und wurden so völlig aus dem Walde auf die Ebene herausgelockt. Nun ließ General Hirschfeld seinen ganzen Artil­lerie-Park auffahren und anhaltend feuern. Durch Shrapnels wurde der Tod in die Znsurgentenhaufen getragen, der Verlust an Todten und Verwundeten war sehr groß. (Die „Voss. Z." spricht von 500 Gebliebenen.) Was lebend davon kam, wurde gefangen.

Auch das 8. und 12. Infanterieregiment sind nun in die Provinz eingerückt, und es soll fortan jede Stadt und jedes Städtchen eine angemessene Besatzung erhalten, dabei zugleich die Einrichtung so getroffen werden, daß sich alle diese kleineren Abtheilungen mit größter Schnelligkeit in den Mittelpunkt des Kreises zusammenzrehen können, um verkommenden Falles die ganze Streitkraft dem bedrohten Punkte zuzukehren.

Betrübend lauten die Nachrichten, welche von dem südlichen Theile des Großherzogthums entlaufen, wo sich neue Insurgen­ten-Korps zusammenziehen. Auch Buk ist abermals von 3— 500 Sensenmännern überschwemmt worden , welche diejenigen Familien, die nach den schrecklichen Ereignissen vom 4. d. M. noch dort geblieben waren, nun von neuem überfallen und mit Hinterlassung aller Habe zur Flucht genöthigt haben. Gestern Abend um 7 Uhr kamen mehrere Wagen von dorther mit Flücht­lingen hier an. Die Geistlichkeit bietet Alles auf, um das Volk auf daö Aeußerste zu fanatisiren. Da­gegen scheint die Bewegung einen anderen Charakter anzunehmen und sich zum Theil gegen die Führer, denen Verrath zugeschrie­ben wird, zu richten, weßhalb auch Viele derselben Gelegenheit > suchen, freiwillig in preußische Gefangenschaft zu kommen; eben so ist es gewiß, daß ein Theil des polnischen Adels aus Furcht vor galizischen Zuständen das Land verläßt.

I' Vorgestern kam sogar der sonderbare Fall vor, daß der Bauer Jan Palacz, ÄlUtglicd des polnischen Zentral -National- Komite's, hierher nach Posen an die Polizei die Bitte sandte, »ihn zu verhaften, da er in HenSczyn vor seinen eigenen U^andsleuten, denen jetzt die bekannten Versprechungen des x National-Komite's vom 1. April d. I. nicht gehalten werden können, nicht mehr sicher sey.

Danzig, 9. Mak. (E. a. M.) Zwei hiesige Rheder haben der Negierung drei sehr schnell segelnde gute Schiffe angeboten, und nur für den, den Schiffern etwa zugefügten Schaden um Mrsatz^gebeten. Wenn die Negierung darauf eingeht, so sollen ,0lese schiffe mit Kanonen und Mannschaft besetzt und dann die „Amazone" nnd zwei Kanonenböte, welche hier im Hafen liegen, zugezogen werden, und will man so versuchen, falls die dänische Fregatte unsern Hafen sperren will, dieselbe von hier zu ver­treiben.

Lübeck, 15. Mai. (L. K.) Unter den heute Morgen mit der „Alexandra" von St. Petersburg ««gekommenen Passagieren befindet sich der Fürst Michael Obrenowitsch. Nach einer münd- W» Mittheilung des Fürsten, hatte der dänische Abge­sandte v. Levetzow von dem Kaiser Nikolaus, bezüg- nch des Jnterventionögesuches, eine abschlägige Antwort erhalten. Der Kaiser soll sich mit großer Bestimmt­

heit dahin ausgesprochen haben, daß sich Rußland,'so lange cs irgend möglich, neutral verhalten werde.

Die Gothenburger „Handels- und Schifffahrtzeitung" vom 11. Mai meldet aus Stockholm, daß dort der russische Groß­fürst Konstantin angekommen, um sogleich seine Reise nach Kopenhagen fortzusetzen.

Die schwedische Landmacht beträgt 140,143 Mann, mit Ein­schluß der Landwehr, die norwegische 24,012 Mann; die schwe­dische Seemacht beträgt 28,031, die norwegische 29,325 Mann. Die schwedische Flotte führt 1841 Kanonen und 456 Karonaden. Das schwedische Landheer hat nur 128 Kanonen.

Wien, 11. Mai. Ueber den Unfug, der in Oesterreich mit hohen Personen als „Regimentsinhaber" getrieben wird, lesen wir in der A. Z.: Wann wird in dem konstitutio­nellen Oesterreich die barbarische Einrichtung aufgehoben wer­den, wonach ein Regiment tapferer Vaterlandsvertheidiger an irgendeinen b evorzugten Aristokraten oder alten General verschenkt wird, und dessen Namen so lange führen muß, bis nicht ein anderer Günstling davon Besitz nimmt? Bei den gebildeten Völkern haben die Regimenter längst aufgehört, leblose Sachen, Spielzeuge in der Hand des Nepotismus zu seyn, und werden für immerwährende Zeiten nach unveränderlichen Nummern bezeichnet.

Wien, 14. Mai. (Wien. Z.) Nach den heutigen Nachrich­ten aus Conegliano vom 11. hat sich Feldzeugmeister Graf N ugent mit d e n über Vicenza und Bassano h e r- angerückten Truppen des Generals d'Aspre ver­einigt, und war in Person auf der Straße mit den Gene­ralen Herzog Alexander von Württemberg und Fürst Schwar­zenberg über Feltre gegen Treviso vorgerückt. Die Insurgenten wurden nach allen Seiten geworfen und eilten in wilder Flucht davon. Nach Eingang dieser Nachricht ging die zwei Stun­den von Conegliano an der Piave gestandene Armeedivision unter General Schulzig über die Piave, und die Piemontesen und päpstlichen Truppen, welche den Uebergangspunkt verthei­digt hatten, wurden nach allen Seiten geworfen und in die Flucht gejagt. Unsere Truppen rückten auf dieser Seite bis Spressiano vor. Donnerstag werden sämmtliche Truppen un­ter den Mauern von Treviso eingetroffen seyn; allein es be­reitet sich alldort Alles zur Flucht.

Wien, 15. Mai, Abends 10 Uhr. Die „Oesterr. Ztg." berichtet: „In diesem Augenblicke gleicht die ganze Stadt e i n c in F e l d l a g e r. Die Nationalgarde, das Bürger­militär, das akademische Korps halten die Hauptplätze der Stadt besetzt, letztere stehen vor der Hofburg auf dem Josephs- und Michaelis-, oder, wie die neue Aufschrift besagt: Konstiüttiousplatz; eine Deputation ist beim Ministerrath und so eben wird die Nachricht verbreitet, derselbe habe die Zurücknahme des gestrigen Tagsbefehls wegen Aushebung des Zentralkomite's der National­garde und die Annullirung des provisorischen Wahlgesetzes an­geordnet. Künftig sollen alle Wachtposten der inneren Stadt bloß von der Nationalgarde besetzt werden. — Später. Eben kommt uns noch folgende Mittheilung zu: Die Punkte der von der akademischen Legion überreichten Sturmpetition an die Mi­nister, so wie ich selbe aus dem Munde des Dr. Goldmark, der sie auf dem Universitätsplatz von einem Brunnen laut verkün­digte, und wie sie mir von Andern bestätigt wurden, sind; 1) Zurücknahme des Tagsbefehls vom 14. Mai wegen Aufhebung des politischen Zentralkomite's der Nationalgarde. 2) Aufhe­bung des Wahlgesetzes und Erlassung eines neuen mit einer Kammer oder bessere Zusammensetzung der ersten: daher möge sich Se. Maj. der Ernennung von Senatsmitgliedern enthalten, sowie auch die kaiserlichen Familienglieder ausgeschlossen seyn sollen. 3) Entfernung des Militairs aus der Stadt und Zuziehung desselben nur auf Verlangen der Nationalgarde und eine festere Verbindung zwischen der Nationalgarde und den Bürgern, daher gemeinschaftliche Besetzung der Stadtthore und Wachtposten. 4) Rechtfertigung wegen der Alarmirung der Nationalgarde in der Nacht vom 14. bis 15. d. M. — Alles soll bewilligt worden seyn. Man ist entschlossen, nicht eher auseinanderzugehen, als bis Alles bewilligt ist. 40,000 Mann sollen mit den Bürgern auf dem Platze seyn."

I t a l t e ii.

Rom, 9. Mai. (A. Z.) Die österreichische Bot­schaft ist seit gestern aufgelöst. Baron von Binder ist bereits über Civitavecchia nach Marseille abgegangen, und den gleichen Weg wird wahrscheinlich in etwa 8 — 10 Tagen der Graf v. Lützow nehmen, welcher gestern endlich seine Pässe erhalten hat. Das Ministerium hat sie ihm auSgefertigt mit Bezug-