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seit Jahren, und daß nur wegen des im Laufe des vergangenen Winters vorzugsweise an unserer nördlichen Grenze überhand nehmenden Schmuggelhandels die dortigen Kosakenpikets um zirka 80 Mann verstärkt sind.

Hamburg, 4. April. (W.-Ztg.) Die lang erwarteten preußischen Hülfstruppen für Schleswig-Holstern sind diesen Nachmittag, halb 5 Uhr, hierangelangt, herzlich em­pfangen worden. Die Bagagewagen, etwa zehn an der Zahl, gehen vorauf; das herrliche, sonnige Frühlingswetter, das Un­gewöhnliche wie Bedeutsame dieses militärischen Schauspseles hatte ungeheure Menschenmassen in Bewegung gesetzt; euren merkwürdigen Anblick gewährte besonders die ganz von len- schen besäete Altmannshöhe; die preußischen Truppen wurden mit Freudenruf empfangen. Die Damen schwenkten weiße Tücher aus den Fenstern; die schwarz-roth -goldne Fahne wehte aus vielen hervor ; der Jubel wuchs noch, als die Militärmusik das schleswig-holsteinische Nationallied anstimmte.

Rendsburg, 4. April. (N. T.) Unsere Vorhut, hat sich, um die Stadt vor einem Bombardement von Sei­ten der dänischen Kriegsschiffe zu schützen, freiwillig auf das Hauptkorps der Armee bis in die Gegend von Bau zurückgezogen, worauf die Dänen mit 1500 Mann in Apenrade, ringerückt sind. Bürgermeister Show und Stadtsekretär Sua- dicanl sollen gefangen seyn. Ihre Vorposten sollen bereits eine Meile diesseits Apenrade geplänkelt, jetzt aber wieder zurückge­gangen seyn. Heute Morgen kam der preußische General Bonin, welcher die preußischen Hülfstruppen kommandiren soll, hier an; zugleich auch der in preußischen Diensten stehende Prinz Waldemar von Augustenburg.

Aus Holstein, 3. April. (Köln,Z.) Der deutschen Sache am meisten wirken die Pfarrer entgegen; sie haben in Ko­penhagen insgesammt ssudirt, werden von dort aus unterstützt und sind ganz dänisch gesinnt. Sie benutzen nun ihren gan­zen Einfluß, um das Volk für Dänemark zu stimmen. Leider fehlt es noch überall an Kanonen, selbst bei den mobilen Co- lonnen, wodurch ein Kampf fast unmöglich ist. Guter Sinn und Ausdauer ist genug in den Freischaaren. Das Turner- unb Studentenkorps in Flensburg erträgt alle Mühselig­keiten des Feldzuges mit einer kaum geahnten Geduld.

Wien, 1. April. (W.-Z.) Die Wiener Zeitung brachte heute das provisorische Prcßgesetz um 8 Uhr Morgens, um 10 Uhr wurde es schon an der Universität verbrannt. So gelinde es ist, so vag sind einige Punkte.Schmähun­gen" gegen Kaiserhaus, Konstitution und Beamte seyen zu bestrafen. Was ist aber eine Schmähung? Da ist der Willkür Spielraum gegeben, die um so härter fallen kann, da keine Jury, sondern ein stabiles Preßgericht (4 Räthe und 1 Präses) Un­tersuchung und Urtheil führen. Als Journalkaution 2000 fl., jedoch darf nur ein österreichischer Staatsbürger Redakteur seyn. Wer ist aber Staatsbürger? werden die Juden nicht emanzipirt, so dürfen sie nicht redigiren, eben so die Prote­stanten in Tyrol. Ueberhaupt viel Unklares, obwohl das badische Preßgesetz zur Grundlage diente.

Wien, 3. April. (A. Z.) Baron von Krauß ist zum Finanzminister ernannt. Zanini (aus Wien gebürtig) ist Kriegs­minister, der erste Mann bürgerlichen Standes der in Oesterreich eine Minister stelle erhält. Kübeck war auch der Sohn eines Handwerkers, aber längst baronisirt, bevor er Minister wurde. Aus Bosnien wird eine allgemeine Erhebung der christlichen Bevölkerung gemeldet. So das Gerücht.

Frankreich.

Paris, 5. April. Hr. Lamartine hat einer Deputation der Februarverwundeten angezeigt, das Schloß zu Meudon solle zur Aufnahme der bürgerlichen Invaliden bestimmt, und das Tuilerieenschloß der Sitz der Regierung und das Sitzungslokal ter Nationalversammlung werden.

Nach demNational" sind aus den Tuilerien vor wenigen Tagen zwei gewaltige Porteseuille's verschwunden, worin Ludwig Philipp seine merkwürdigsten und wichtigsten Korrespondenzen aufbewahrte.

Das Beispiel des Erzbischofs von Paris findet Nachfolge. Viele Mitglieder der höheren Geistlichkeit haben der Regierung ihr Silbergeräth zur Verfügung gestellt.

In St.-Omer ist eine royalistische Meuterei vorgefallen; die Statue des Herzogs von Orleans auf dem Waffenplatze gab dazu den Anlaß. Der neue Stadtrath wollte sie wegneh­men lassen, das Volk aber versammelte sich um die Bildsäule, sang Lieder zu Gunsten des Prinzen und stieß drohende Rufe gegen den Adjunkten aus, welchen man als den Urheber des

Verantwortlicher Redakteur: W. H. R i e h l. Druck und Verlag

Wegschaffungsplanes betrachtete. Nur mit großer Mühe konnte das Haus des Adjunkten vor der Volkswuth geschützt werde».

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(A. Z.) Das Mailänder Bulletin vom 1. April früh lautet: Die Vorhut des piemontesischen Heers, von dem bereits ungefähr 40,000 Mann den Ticin überschritten haben, stand am 31. März unter General Trotti in Crema; am 1. April muß der Kern des Heeres unter dem König selbst in Crema eintreffen. Die Oesterreicher scheinen sich gegen Verona zu zie- \ hen; das offene Feld zu halten wird ihnen durch die Ueber« schwemmungen des Flachlandes unmöglich gemacht. Dasselbe Bulletin vom 1. April Abends sagt: die Oesterreicher seyen 4 : Miglien jenseits Brescia, über St. Eufemia hinaus; das vom 2. April endlich: Gestern bewegte sich Radetzky mit 6000 Mann von Montechiaro über Desenzano nach Verona; voran gingen 1 ihin Commissäre, welche überall zur Auflösung der Nationalgarde u. s. w. aufforderten; Mord und Plünderung fielen nicht' vor. In Verona werden sich 22,000, in Peschiera 2500 Mann sammeln."

(A. Z.) Nach den neuesten Briefen aus Nom hatte der Papst die Entfernung der Jesuiten zugesagt; dort wie in allen Städten und Ländern dauerten die kriegerischen Rüstungen und Auszüge nach der Lombardei fort.

Sprechsaal für Stadt und Land.

ii A n frag e.

In wie weit wird das allgemeine Wahlkomite für den gestern zusammengetretenen Verein Geltung haben?

5 Wiesbaden, 7. April. Schon mehrfach wurde der Wunsch ausgesprochen, man möge die im Schützenbofe liegenden Patronen wieder an ihren früheren Ort zurückbringen, *) da ein Grund zum Mißtrauen gegen die Regierung und gegen das Militär nicht vorliegt. Wir glauben, man dürfe die Bürger- wehr nicht mit einem unnöthlgen Dienste behelligen, den sie jetzt schon theilweise ungern verrichtet und müsse die Leute so wenig als möglich in ihren Geschäften behindern. Ist ange­strengter Dienst wirklich erforderlich, so würden sie um so freu­diger dazu bereit sein, wie dieß die denkwürdigen Tage deö März bereits bewiesen haben. Schon kühlt sich bei gar Man­chem der Enthusiasmus für die Volksbewaffnung ab, sorge man dafür, daß das Interesse dafür möglichst wach erhalten werde.

*) Wir erfahren soeben, daß diese Maßregel bereits beschlossen ist.

D. R.

. + Wiesbaden, 9. April.

In der heutigen Nummer der Nassauischen Zeitung berichtet ein Artikel d. d. Wiesbaden, 8. April von der vorigen Freitag im Gasthofe zum Adler hieselbst stattgehabten Bürgerversammlung auf eine Weise, durch welche Auswärtige in ihrem Urtheile über gedachte Versammlung irre geleitet wer­den könnten. Was in der Versammlung verhandelt worden, ist in der heutigen Nummer dieses Blattes klar ausgesprochen, auf welche Einsender daher verweisen muß. Dort findet sich auch das in der Nassauischen Zeitung erwähnte Programm ab­gedruckt., Die Wortefest und treu mit Gut und Blut an dem nassauischen Fürstenstamme zu halten", sind von kei­nem Redner gebraucht worden, wenn sich auch die Anhänglich- keit an den Herzog, nachdem das Programm besprochen und angenommen war, lebhaft durch Händeaufhebung, nicht aber durch einenSchwur" kund gab. Wie die Versammlung das, Verhältniß zwischen Volk und Fürst gefaßt wissen will, darüber drückt sich das angenommene Programm wohl deut­lich genug aus, und der Versammlung können keine reaktio­nären Bestrebungen untergeschoben werden. Sie wollte nur und das war der eigentliche Zweck derjenigen^ Partei, welche Einführung der Republik bea^ sichtigt, offen entgegentreten. n Einer für Mele. . _________'' I ki

Berichtigung. g

In her gestrigen Nummer der Nass. A. Ztg. müssen die beiden Artikel lc Wiesbaden vom 7. statt vom 6. datirt seyn. Ji

der L. Schellcnberg'schen Hof- Buchhandlung in Wiesbaden. â