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ir âes in der Nacht verübten Diebstahls die republikanische u Polizei heiter frühstückend, um den Tisch des Gouverneurs niedergelassen hatte. Imbert stellte mich den Leuten vor, und )- ich muß gestehen, die republikanische Polizei besteht aus präch- :e Ligen Männern — einige Galgengesichter waren freilich dazwi- t- schen — aber im Allgemeinen liebenswürdig, sehr liebenswürdig, e Die heilige Hermandad gefiel mir niemals besser.

i- Aus dem Salon führte mich Imbert in die Nebengemächer, n mit Vergoldungen und rothem Sammt geschmückt, ziemlich ver- T- schont geblieben von der Fluch des Volkes, und nur da die r Spur der letzten Tage zeigend, wo sich irgend eine Volkshand I, die Emaille eines Schrankes oder die Zierrathen eines Sessels r zum Andenken abgebrochen hatte. Durch die Bibliothek des Prinzen, welche durchaus in Ordnung blieb, gelangten wir i dann in das Schlafzimmer, wo ein anderer Bruder Demokrat, - der bei Imbert logirt hatte, eben dem Bette entstieg und, die - seidenen Fenstergardinen zurückschiebend, uns auf die herrliche

5 Aussicht nach dem Garten und den Champs Elysées aufmerk- t sam machte.

r In diesen 12 oder 14 Zimmern lebe ich nun zufrieden [ und glücklich, sagte. Imbert lachend. Steigen wir indeß in die Gemächer Ludwig Philipp's! — Die großen Treppen hin- L ab, gelangten wir bald an Ort und Stelle. Wir standen vor der ersten Flügelthür. Es sind noch keine drei Wochen her, da hielten Herzoge und Grafen sie besetzt; statt dessen bemerkte man jetzt nur einen jugendlichen Nationalgardisten, der sich in seiner prächtigen Einsamkeit ganz entsetzlich zu langweilen , schien. Durch das Vorzimmer traten wir in das Kabinet des Königs, in dasselbe Zimmer, in welchem so mancher Minister- f rath gehalten wurde. Hier saß Guizot, dort Duchatel, gegen- : über zitterte einst der unglückliche Martin du Nord, da war noch derselbe runde Tisch mit grüner Decke; Akten, Briefe und Depeschen ersetzten heute einige halb ausgetrunkene Wein­flaschen. In dem Sessel des Königs saß ein junger Mann, dem eine Kugel das Bein zerrissen hatte. Während er in einem prächtigen, vergoldeten Folianten las, verband ein Dok­tor seine Wunde. Das Bein des Verwundeten ruhte auf einem carmoisinfarbenen Divan. Lustig flackerte das Holz- feuer in dem marmor-eingefaßten Kamine; ein Nationalgardist saß davor und kochte Kaffee; ein anderer aß Maccaroni. Die Wände des Zimmers strotzten von Gemälden. Trotz meines besten Willens konnte ich indeß nichts Ausgezeichnetes darun­ter entdecken. Wie man sagte, kaufte Ludwig Philipp die Bil­der nach der Elle. Viele Gegenstände des Schlosses, welche man für golden hielt, sollen sich außerdem auch nur als ver- geldet .erwiesen haben. Der weise Monarch wußte, daß seine Schätze sicherer bei Coutts u. Comp. in London, als in den Tuilerien waren.

(Schluß folgt.)

I Der Verkehr zur See in seinem Ciufluffe auf geistige Bildung *

Von den tausend Millionen Menschen, welche unsern Erd- körper bewohnen, erfreut sich erst ein kleiner Theil einer höhe­ren geistigen Bildung ; bei weitem die meisten ahnen noch kaum die höhere Bedeutung ihres Daseyns, entweder weil sie durch die Kargheit der Natur jeden Tag ihrer Existenz neu erkämpfen müssen, oder weil sie durch die üppige Fülle der üppigen Ga­ben übersättigt, den Pflanzen gleich, gefühl- und bewußtlos dahin leben. Und doch, wer möchte in Abrede stellen, daß Alle gleich berechtigt und berufen sind, Theil zu nehmen an den Vortheilen und Genüssen, die sich mit der- Zivilisation oder mit -der durch Wissenschaft, Kunst und Religion vermittelten Gesittung dem Menschen erschließen? Wer möchte nicht wün­schen , daß insbesondere der durch das Christenthum in die Welt gekommene Gedanke, die ganze Menschheit als eine große Familie zu fassen, endlich zur Wirklichkeit werde und damit das Reich der Liebe in einer allgemeinen Menschenverbrüderung auf Erden zur Erscheinung komme? Wer dem Entwicklungsgänge der Menschheit im Großen und Ganzen folgt, dem muß die Ueberzeugung sich aufdrängen, daß unser Geschlecht, trotz aller Rück-, Kreuz- und Querfahrten immer auf dem Wege zu dem ausgesprochenen Ziele gewesen ist, und er muß gerade unsere Zeit, falls er sie mit ungetrüb­tem Auge betrachtet, als eine solche erkennen, die bestimmt ist, dieses Ziel um ein bedeutendes näher zu rücken. Die Gründe für seine Annahme stützen sich auf die Wahrnehmung, daß der Mensch sich nur durch den Umgang mit Menschen zu höherer Kultur entwickelt, daß, wie einzelne Menschen, so ganze Völker, welche durch was für Ursachen immer zu frä* herer Zivilisation gelangten, von jeher die Lehrer anderer Menschen, anderer Völker waren, und endlich, daß das Mit­tel, durch welches die an einzelne Gegenden und Menschen scheinbar gefesselte Zivilisation flüssig wird und sich weiter verbreitet, in unsern Tagen eine Ausdehnung gewonnen hat, wie keine frühere Zeit sie kennt. Dieses Mittel nun ist der Verkehr, das Wort in seiner weitesten Bedeutung genommen.

Aller Verkehr beruht auf Berührung oder Verbindung der Menschen; um ihn wirksam zu machen, ist dem Menschen die Sprache gegeben. Haupthinderniß des Verkehrs, sobald derselbe sich nämlich über den Kreis der Familie, über den Kreis gleichzeitig und zusammen lebender Menschen hinaus erstrecken soll, ist aber die Beschränkung des Menschen durch Raum und Zeit, die räumliche und zeitliche Trennung. Ent­weder aus dem angebornen Triebe zur Geselligkeit oder aus Roth zum ausgedehnteren Verkehr gebracht, hat der Mensch

* Mit geringen Aenderungen ein Vortrag, der vor länger als eiiieiil Jahre in der literarischen MiMvochSgesell schaft zu Wiesbaden gehalten wurde. Anni. d. V.