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haben, da sângt eS mir vor den Augen zu flirren an, wie im Schwindel.

„Abgemach kommt es mir vor, als wäre ich doch schon mehrere Stunden gefahren, ich stutze — und halte einen Au­genblick still. (Forts, folgt.)

Jur Ea^esgeschichte

•* Aus 9? a u v o o am Mississippi im Staate Illinois ist , mehreren deutschen Redactionen eine in der dortigen i ra rischen Druckerei gedruckte, von Cabet unterzeichnete Eiulavungsschrift unter Kreuzband zugegangen. Der Sccialphilosoph und Bür­ger Cabet, wie er sich nennt, fordert darin zum Eintritt in die icarische Colonie auf. Bedingungen der Aufnahme sind: i) Kenntniß der icarischen Schriften C a b e t s. 2) Ausliefer­ung alles Besitzes, der mindestens in 80 Dollars, Klei« der« und Bett bestehen muß, an die Gesellschaft. 3) Einwil­ligung in die Verpflichtung , sich zu ve r ht i r a t h e u. 4) Ueberlafsung der Kinder jur Erziehung durch die Gesellschaft.

5) Gehorsam gegen das Grundgesetz. Die Aufnahme erfolgt nach viermonatlichein Noviziat, nach welchem aber auch beiden Theilen Kündigung zusteht und ein Fünftel des Mitge- Lrachten der Gesellschaft verbleibt. Scheidet der Icarist später aus, so verliert er die Hälfte seines Vermögens. Wer diese harten, der menschlichen Natur so arg widerstreitenden Beding­ungen erwägt, wird sich wundern, daß die Colonie, wenigstens angeblich, im Oktober 1833 aus 600 Mitgliedern bestand, welche sich in das abgeschmackte Systen» gefügt haben. Mr. Cabet, dessen confiscirte Physiognomie dem Placat zu einer wenig empfehlenden Illustration dient, ist gewählter Präsident der Gesellschaft, die so wenig Anziehendes besitzt, daß wir vor ihr und den sonstigen Schwindeleien ihres Chefs nicht bcson- ders zu warnen brauchen.

** In einer kleinen Stadt von Massachusetts hat eine Aus­stellung von Säuglingen staitgefunden. Die Jury, welche die Preise zuerkannte, bestand aus unverheiratheten Herren ! und kinderlosen Damen, weil man wußte, daß die Augen einer I Mutter nicht unparteiisch richten würden. Ein dicker Junge von acht Monaten mit einer vortrefflichen Stimme erhielt den Preis, der freilich nicht mehr als 8 Dollars betrug.

** In New Orleans starb ein alter israelitischer Kaufmann Iudah Turo, welcher sein ganzes Vermögen, 450,000 Dollars, zu wohlthätigen Zwecken vermachte. So unter andern 80 000 Dollars zur Gründung eines Hospitals für alte Leute in New- Orleans, 10,000 Dollars der israelitischen Unterstützungs-Casse in New-Uork und 50,000 D. zur Unterstützung ter Juden in Palästina.

** In Straubing ist am 8, Mârz Valentin Sieben­bürger, 34 Jahre alt, lediger Bürstenbinvergeselle von der Au bei München, wegen Mordes zum Tove verurtheilt worden. Der Verbrecher, welcher im Jahre 1848 an der Revolution in Paris und später an dem Aufstande in Baden thätigen Antheil genommen hatte, hat seiner Geliebten Eva Popp ans Pfarr­kirchen, weil sie mit ihm nicht nach America auswandern wollte, vor der Kirche in Pfarrkirchen, in Gegenwart einer großen Menge Leute, welche eben ihre Andacht verrichteten, mittelst

einer zweischneidigen Degenklinge mehrere Stiche in den Unter­leib versetzt, an deren Folgen sie alsbald starb. Mit empören­der Gleichgiltigkeit erzählte der Ruchlose den ganzen Hergang und legte überhaupt ein Benehme» an den Tag, welches von einem gänzlichen Mangel aller moralischen und religiösen Grundsätze zeugte. Das Urtheil hörte er mit kalthöhnischem Lächeln an.

** Die rangmäßige Gradation der Dienerschaft und deS Ge­folges eines türkischen Pascha besieht aus: 1) den Cimmasiargi Agusis , oder Aufsehern der Wäsche und Garderobe, die dem Pascha zugleich auch bei seiner Toilette beistehen; dieses ist die oberste Classe; 2) den Chibookgi Barbis , die tem Pascha und seinen Besuchern mit Chibouk, Narghiles und Cigarren aufzu­warten haben; 3) den Tutungis, die die verschiedenen Sorten des Tabaks zu besorgen, und die Vorbereitung und Reinigung der Chtbouks unter sich haben; 4) den Caffegns, die dem Pa­scha, seinen Besuchern und seinem Harem wenigstens dreißig Mal im Tag den Caffee präsentiern; 5) den Jbrigkis, die das Wasser zu den vom Koran anbefohlenen Waschungen vor und nach der Tafel bereit halten; 6) den Aga's, eine Dienerschaft ohne bestimmte Beschädigung, die den Pascha auf seinen Pro­menaden begleitet und nur auf Vergrößerung seines Gefolges berechnet ist.

** Das Waisenhaus zu Bunzl au, dessen hundertjähriges Stiftungsfest am 14. d. Mts. begangen wurde, ist durch die Mittheilung des „ur Seiet von Seiten der königl. Regierung deputirten Geh. Raths Stiehl überrascht worden, daß Se. Maj. der König aus eigener Chatoulle ein Gnadengeschenk von 10,000 Thlr. der Anstalt zur Gründung von 8 neuen Stellen für Waisenknaben überwiesen habe.

** Am 21. März war der JahreStag der am 21. März 1768 erfolgten ersten Aufführung der „Minna von Barnhelm" auf dem Döbbelin'schen Theater in Berlin. Dieses Meisterstück deutscher Dramendichtung; das gleich bei seinem ersten Erscheinen solchen Beifall fand, daß es in 22 Tagen neunzehnmal gegeben wurde, steht jetzt 86 Jahre in unverwüstlichem Glanze auf den Repertoires der deutschen Bühne.

** Nach dem Moniteur de la Flotte betragen, amtlichen An» gaben der englischen Admiralität zufolge, die Kosten der bisher zur Aufsuchung S. John Franklin's unternommenen, sämmtlich erfolglos gebliebenen Erpevilione» nicht weniger als 19,850,000 Franken.

** Im ganzen südlichen Frankreich hat die milde Wit­terung zu einer so prachtvollen und rasche» Entwickelung der Vegetation gewirkt, daß z. B. in der Provence die Mandelbäume nicht blos ausgeblüht, sondern schon erbsengroße Frucht gesetzt haben; man erwartet eine frühe, reiche und schöne Mandelerndte wie man sie seit vielen Jahren nicht hatte.

** Im Canton Bern ist die Noth »och täglich im Wach­se» begriffen. Dieser Tage brachte die Polizei einen 16jährigen jungen Burschen in d'is Jnselspital, welcher dort nach wenigen Stunden das Leben aushauchte. Die Sectio» der Leiche zeigte, daß er Hungers gestorben sei. Aehnliche Fälle sind schon meh­rere vorgekomnie».

** Herr van der Hoop, Chef des HauseS Hoope und Comp. in Amsterdam, ist am 15. März im Alter von 75 Jahren gestorben. Er war einer der reichsten Leute in Holland.

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Schnellpressen-Druck und Expedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden