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Es war ein Schauspiel lustig und auch schrecklich.

Wo war die mächtige Escadre hin?

Wo dreizehn Schiffe? Wo fünfhundert

Der besten Feucrschlündc? Wo die Kasse,

Die Ammunition, die Waffen, das Geschütz, ,

Wo war die Masse stolzer Krieger hin?

Wie ausgefegt! Ais Spreu und Trümmer

Lag Alles tief im Grab der Fluchen.

Wir feierten den schauerlichen Sieg,

Und in der Ferne, wie bestellt,

Und gleichsam unser Fest zu schmücken,

Erschien illuminirt die öde Meereèstulh

Im Wiederschein vom Drähte Sinope's.

Michail A l era n d r o w i t sch:

Habt Dank, ihr Freunde ; Hangud, Tschcsmâ,

Das sind die Schwestern eures Sieges;

Und ehrenvoll schriebt ihr für unsern Czaren

Ein Blatt unsterblicher Geschichte.

(Zum Bilde.)

Sieh, alter Freund, Das ist ein Basrelief,

Das deines theuren Namens würdig! —

Aufathme, alte Brust! Die Kräfte schwinden,

Mit vollen Segeln aber stiegt der Gedanke

Entzückensvoll durch alle Welten!

O Thoren, sprecht, was wollt ihr alle?

WaS schäumet ihr in unvernünft'ger Wuth?

Wir aber sinken, heil'gen Friedens voll,

In unsre Knie' vor Dem,

Der Völker richtet und bestraft . . .

(Die Kniee brechen ihm, die Andern unterstützen den Greis.)

Martin! Gib Wein! - — Auf, theure Freunde,

Ergreifet die Pokale! Stoßet an:

Der großen und mit frischem Lorber

So reich gcschmücklcn Flotte,

. Der bringen wir, vom Kleinsten bis zum Größten,

Der bringt das ganze theure Vaterland

Für diesen Sieg von Sinope

Ein donnernces Hurrah '

Alle: Hurrah'

Jur Saßesgeschrchte

** Die zweite und letzte Hälfte der fleißigen und belehrenden Arbeit des Herrn Dr. Schwarzschild enthält den interessantesten Theil, nämlich die „Darstellung und Würdigung der thierisch- magnetischen Erscheinungen", bezüglich deren wir nur wicdcr- ^ölen können, was wir bereits das erste Mal zum Lobe des Buches gesagt haben. Namentlich ist die Darstellung dieser Er­scheinungen mit vielem Geschmack gelungen, indem zwar nichts des Abenteuerlichsten verschwiegen, aber auch nicht mehr davon gesagt ist, als nöthig, um den Laien zu vrientiren, ohne ihn in Versuchung und irre zu führen. Weniger behagte uns die Würdigung, resp. die Erklärung jener seltsamen Dinge, weil wir, — obwohl mit dem Verfasser über seinen Lieblingsspruch, das alte Haller'sche »Ins Jnn're der Natur dringt kein ge- schaff'ner Geist", wohl einverstanden zu finden meinten, daß er entweder zu viel oder aber zu wenig Glauben in Anspruch

nehme. Dieselbe Alternative möchten wir auch in Bezug auf den „Anhang" des Buches, „über die neuesten Erscheinungen" im Gebiete des Magnetismus u. s. f., Tischklopfen, Tischrücken K., gelten lassen, wo der Verfasser z. B. in Betreff des Tisch­rückens die rein physikalische Erklärung (durch die — unwill­kürliche — Muskelbcwegung) verwirft. Im Uebrigen enthält das Buch wieder sehr interessante Episoden, so unter andern die ergötzliche Mittheilung über in England gemachte Versuche, die Phrenologie mit dem Magnetismus zu verbinden.

** Ueber Robert S ch u m ann erfährt man nachträglich, drß der unglückliche Künstler in der letzte» Zeit, nach er täglich I von früh Morgens bis in die sinkende Nacht gearbeitet und sich kaum Zeit zum Essen gelassen, plötzlich von Wahnideen des Gehörsinns überfallen worden sei. Er behauptete fortwährend wunderbare Melodien zu hören und überließ sich Anfällen von I ungebändigter Heftigkeit, wenn seine Umgebung dieselben nicht zu vernehmen behauptete.' An einem Nachmittage entfernte er sich von Hause, setzte sich in eine $ beinharte und stürzte von ihr aus in den Rhein. Den Ruverknechte» die ihn retten woll- I ten, leistete er starke» Widerstand. Als man ihn unter einem I Zusammenlauf von allerlei Volk durchnäßt und erschöpft wieder nach Hause brachte, rief er: »Ich weiß, daß ich sehr krank bin!" 3ii der Kaltwasserheilanstalt Elvenich, wo er sich gegen­wärtig befindet, haben sich die Anfälle von Tobsucht nicht wiederholt.

** Das Morning-Chronicle schreibt: Ein durch seine charto- graphischcn Arbeiten bekannter schwedischer Officier, Capitän v. Vegesack, hat eine 30 Fuß im Gevierte haltende Karte des Kriegsschauplatzes in den Donaufürstenthünicr» vollendet. Sic ist en relief und zeigt alle Berge, Flüsse, Städte, Festungen u. s. w. Dies schöne Werk ist in einem öffentlichen Saale in Kopenhagen ausgestellt, und alle Mililäroperationen der krieg­führenden Parteien sind auf das Sorgfältigste durch bervegliche Figuren angedeutet , deren Aufstellung bei der Ankunft eineö jeden neuen Curiers je nach den Nachrichten, welche er über­bringt, verändert werden kann.

** Die Pariser Polizeipräfcctur theilt alljährlich an die Kut­scher der öffentlichen Fuhrwerke, Fiaker, Omnibus u. s. w. für die Ueberbringung der in Wagen aufgesunrene» Gegenstände zur Aufniunterung Gelvgrati caticncn aus? Wie beträchtlich diese Werthe sind, geht daraus hervor, daß im Jahre 1853 von 9 l Kutschern blos an baarem Gelde — Juwelen, Bijou­terien und andere werthvolle Gegenstände nicht gerechnet -7- der Pariser Polizeipräfcctur 288,060 Fr. übergeben wurden, die von Fahrenden in den Wägen vergessen worden waren. Die Pariser Kutscher sind jedenfalls sehr ehrlich.

** Louis Napoleon, so erzählt man in Paris, lud den Für­sten von Hoheuzollern-Sigmaringcn ein, das Echo im Garten des Palais anzuhören. Im Garten angckommen, rief der Kai­ser mit lauter Stimme: Antriebe! triebe ! antwortete 4a3 Echo. Prusse I und es hallte iviever: Russe ! Swède ! und die Antwort war: Aide! Paris! und ein „ril“ schallte höh­nisch herüber.

** Mainz soll ein S 0 m m e r t h e a t e r erhalten. Dem Ver­nehmen nach unterhandelt b reits der Theaterdirector Detrait aus Berlin mit der städtischen Behörde wegen der Erlaubniß.

Verantwortlicher Redacleur: Dr. Ji. Aoczck

Schnellpresskn-Druck und Expedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden