Hauptcoup mit einander, her bei Heinem Einsatz ihnen mehrere Huuderiiansenve vrn(lassen sollte. Sie trafen ein Abkommen mit dem Eigenthümer eines alten, baufälligen Tampffd'iffeS „Martha Washington" und versandten an Bord eine Ladung von Fässern, die mit Sand und Sägespänen gefüllt waren, welche sie aber auf Grund gefälschter Frachtbriefe sehr hock verfichtst hatten. Auf dem Wege steckten der Kapitän und der Steuermann raS Boot in Brand, und es ward vollständig zer- stöit. Einige 20 Passagiere, die, um Verdacht zu vermeiden, mitgenommen waren, fanden in den Flammen einen eutsylicken Tod. Nock ehe indessen die èormalien in B,zug auf Erlangung der Versicherungssumme abgemacht waren, kam einer der Verschworenen, Finlay mit Namen zum Sterben, und enthüllte auf seinem Tvdtenbelte die ganze grauenhafte Geschickte. Die Verbrecher wurden eingezogen, unter Criminaluntersuckung wegen Fälschung, Brandstiftung und Mord gestellt und nach langen Verhandlungen, bei welchen sich ihre Schuld für die öffentliche Meinung bis zur Evidenz herausstellte, — kreigesprochen. WaS kümmern sie sick darum, daß alle Welt mit Fingern auf sie Weift? Sie schieben nunmehr die Hunkerttausende, welche sie den den Assecnrauzgestchchasten erhalten, in die Tasche, und find so ehrlich wie zuvor. Uno warum auch nicht? fragt die „Atlantis", welche den Fall erzählt, haben sie doch kaum zwei Dutzend Menschenleben auf ihrem Gewissen.
**Einem jungen Württemberger, welcher in M ü n ck en Chemie fiurirt, ist eS, wie der „Schwäb. Merk. ^ und berichtet, nach mühevollen rastlosen Versuchen endlich geglückt, das Problem der Sirohbleicherei in solch' befriedigender Weise zu lösen, daß die Sirohfaser durch und durch blendend weiß, in keiner Be- ziehung verletz«, zu allen Arbeiten geeignet bleibt, welche man damit vornehmen wollte. Die wichtigste Anwendung dieser durchaus neuen Bleickmethode berührt das Gewerbe der Papierfabriken ; bereits haben einige Etablissements dieser Art von dem Erfinder, Herrn Eduard Kausler, das Geheimniß käuflich erworben und benützen dasselbe, um die schwierige seitheiige Verarbeitung von Lumpen aller Art, welche bei der sorgfältigsten Behandlung so vielen Abgang und Ausschuß veru«sacken, zu umgehen und eine bis jetzt noch ungeahnte Wohlfeilheit deS ProructeS zu erzielen.
** In Lewin in Böhmen brach in der Nacht vom 5. biâ 6. März Feuer aus, das 29 Häuser und 16 Scheunen verzehrte. 11 Personen verbrannten in einem niedrigen mit einer eisenbeschlagenen Thüre und mit Gittern versehenen Zimmer, in das sic sich geflüchtet hatten. Der fürstlich Lobkowitz'fckt Förster sammt Frau und znei Kindern im Alter von 2 bis 4 Jahren, dann noch sieben Personen fanden in dem bezeichneten Zimmer ihren schrecklichen Tod durch Erstickung. Die Thüre war nicht zu öffnen und das Eisen am Gitter war durch die H tze biegsam geworden. Furchtbar muß der Kampf der in Flammen uni) im Rauch Sterbenden gewesen sein, wie an der Thüre zu sehen, an der sie das Holz mit den Nägeln abrissen. Sckmerz- * Hd> war der Anblick, als die Thüre gesprengt wurde. Der Förster hatte seine Frau, diese ihre zwei Kinder umarmt.
** Die französische Regierung hat für Rechnung deS Museums deS Louvre mehr ren Kupferstechern Aufträge im Betrage von 215,000 FrcS. gegeben : Henriquel Dupont erhielt den Auftrag, die Pilger von EmauS von Paul Veronese <u stechen (bewillig, ter Preis 40,000 Frcs.); Achille Lefevre die Antiope deS Cor-
i regio (20,000 FrcS.); Dieu die Sta. Sckolastica von Lefueur j (15,000 FrcS.): Bein die Tochter der HeroviaS von Luini (15,000 Frcs. ); Saint-Eve die CharitaS von Andrea del Sarto (20,000 8r.); Polet daS Concert von ©iorqione (20,000 Fr ); Alphonte Francois die Trauung der heiligen Jungfrau von Fra Angelico (30,000 Frcs.); Garan daS neuerdings erworbene Gemälde von Perugino (20,000 Frcs); Alphonse Leroy die kleine Heilige Familie von Julio Romano (6000 Frcs.). Radirun- gen von Daubigny, Jacque und Clery nach Ruysvael, Wy- nantS und Hobbema werden den Rest des auSgesetztrn Credits ! in Anspruch nehmen.
•• Sei« dem 1. März gehen die pariser Abend Briefe und Journale nach Berlin und dem Norden nicht mehr durch Belgien, sondern über Mainz und Frankfurt, weil sie auf diesem Wege 2 Stunden 40 Minuten eher an ihre Bestimmungsorte ■ gelangen, indem die durch Belgien über Köln spedirten Briefe , einen Aufenthalt von 7 Stunden 50 Minuten auf dem Wege , haben, ohne welchen dieselben auf letzterer Route in 36 Stunden ankommen müßten, mithin 2 Stunden 35 Minuten früher aiS diejenigen, welche ihnen jetzt 2 Stunden 40 Minuten Vorkommen.
** In U I m ist schon seit Monaten der Theaterbesuch gering und somit die Einnahme nur nochdürfng, und letztere hauptsächlich noch unzuverlässig aus anderlei Ursachen, so raß jetzt an eine tontractliche Gagenzahlung nicht mehr gedacht werden kann, sondern auf Theilung je nach Beschäftigung und Gagenansprüche gespielt wird. Zu diesem Mittel mußte Zuflucht genommen werden , weil die Bühne coniracllich bis Mitte April geöffnet bleiben muß.
** Die Diaconifftuschulk in Smyrna ist in schneller Aufnahme begriffen. Die Anstalt zählte in dem Winterhalbjahre 1853/51 bereits 40 Schülerinnen, von denen ihrer Consession nach 2 l der evangelischen , 3 ter römisch - katholischen und 13 der griechischen Kirche angehörten und von denen ihrer Nationalität nach 11 Deutsche, 8 Engländerinnen, 8 Holländerinnen ’ und 13 Griechinnen waren.
** Das Vorhaben Dingelstedt-, in München während der Industrie-Ausstellung classische Vorstellungen von Künstlern ersten Ranges zu geben, erfreut sich eines ,uten Fortganges. Von berliner Künstlern sind bereits Döring, HenvrichS und Dessoir Verpflichtungen für den Juli eingegangen.
** Die große Blumen-AuSstellung der königl. Gesellschaft der Flora in B rüffel wird am 2. und 3. April Statt finden. Es ist die 61. deS Vereins und soll in diemn Jahre außergewöhnlich reich und interessant werden. Mit der Ausstellung ist eine Tombola neuer Pst inzen verbunden.
**Dcr Kaiser von Oesterreich bar genehmigt, daß die Votiv- kirche, welche zum Andenken an seine Rettung aus Mörderhänden errichtet wird, auf dem Platz zwischen der vermaligen Belvedere-Linie und dem sogenannten Riesenzitter deS Belvevere- hosS erbaut werte.
•♦ Die Veröffentlichung von Franz Arago'S sämmtlichen Werken in 12 Bänden hat begonnen. Der 1. Band enthält eine Einleitung von A. v. Humboldt, Arago'â Jugenvgeschichte, von ihm seihst erzählt, dann Biographieen je
Auch in Reval ist der Tannhäuser mit vielem Beifall gegeben worden. ________.
1b rant nortUcter Rekacieur : Ur. .1. &asjrh.
Schnellpressen- Druck un» Expedition von Wilhelm Friedrich in tBieObaoec.
