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fein, mir dies oon vorn herein offen zu sagen, indem Sie mir den Krieg erklärten. Jeder würde dann feine Rolle gekannt haben. — Aber uns nach geschehener That ein Ver» brechen daraus zu machen, daß man nichts zur Verhinderung gethan hat, ist das ein billiges Verfahren? Wenn die Ka. nontnfchüffe von Sinope einen schmerzlichen Wiederhall in den Herzen aller derer gefunden haben , welche in F r a u f ’ re i ch und England das lebendige Gefühl nationaler Würde haben, glaubt da Ew. Majestät, daß die drohende Anwesenheit Ihrer 3000 Feuerschlünde am Eingänge des Bosporus und das Geräusch ihres Eintritts in das schwarze Meer ohne Echo in den Herzen der Nation bleiben konnten, deren Ehre ich zu vertheidigen habe? — Ich höre von Ihnen zum ersten Maie (Mm die mündlichen Erklärungen, wrlcke man nur hier früher gemacht hat, hatten nichts davon geiagt), daß die beiden Mächte, indem sie die Verprovian- ürnng der tiuhjcben Truppen auf ihrem eigenen Terulorium beschützen, beschlossen haben, uns die Schifffahrt auf dem schwarzen Meere zu untersagen, das heißt also wohl das Recht, unsere eigenen Küsten zu vtlprovlaniireu. i Ich gebe Ew. Majestät zu bedenken, ob das heißt, wie Sie meinen, den Abschluß des Friedens erleichtern, und ob bei der Wahl, welche man mir stellt, es mir erlaubt ist, Ihre ; Vorschläge eines Waffenstillstandes, ferner der unverzüglichen ; Räumung der Donau - Fürstenlhümer und der Verhandlung mit der Pforte über einen Vertrag, welcher nachher einer Konferenz der vier Mächte vorgeiegt werden soll, auch nur einen Augenblick zu erötlern oder selbst zu prüfen. — Sire! Wenn Sie an meiner Stelle wären, würden Sie eine ähnliche Stellung annehmen? Würde Ihr NaNonalgefühl eS erlauben? Ich werde greift 91 e i n antworten. Lassen Sie mir also auch meinerseits das Recht, zu denken wie Sie selbst. Was auch Ew. Majestät entscheide, vor der Drohung wird man mich nicht zurückweichen sehen. Mein Vertrauen ist auf Gott und auf mein Recht, und Rußland, dafür ver- bürge ich mich, wird wissen, sich im Jahre 1854 so zu zeigen, wie eS 1812 gewesen. Wenn jedoch Ew. Majestät, weniger gleichgültig gegen meine Ehre, einfach auf unser Programm zurückgebt, wenn Sie mir die Hand so herzlich darreichen, wie ich sie Ihnen in diesem letzten Augenblicke darreiche, so werde ich gern da-, waS die Vergangenheit Verletzendes für mich gehabt haben mag, vergessen. Dann, Sire, aber auch nur dann, werden wir aus Erörterungen eingehen und vielleicht uns verständigen können. Ihre Flotte begnüge sich damit, die Türken zu verhindern, daß sie neue Strettkräfte auf den Kriegsschauplatz führen; ich verspreche gern, daß Dieselben von mir keine Anfechtungen fol kn zu fürchten haben; sie mögen nur einen Unterhändler sen­den, ich we.de ihn empfangen, wie es sich gebührt. Meine

Bedingungen sind in Wien bekannt. DaS ist die einzige Grundlage, auf der eS mir erlaubt ist zu unterhandeln.

Ich bitte Ew. Maj., an die Aufrichtigkeit der Gefühle zu glauben, mit denen ich bin Sire Ew. M'j. guter Freund

Nicolau S."

Zur Eagesgetchichre

** Die „Freib. Ztg." theilt mit, daß von den im Jahre 18IS auS dem Schlosse zu Rastatt von den In urgenten ge­raubten 25 Stücken werthvoller türkischer Waffen, welche der bekannte Lürkeobesieger Markgraf Wilhelm vom Jahr 1685 an dort gesammelt und aufbewahrt hatte, bis j tzl trotz aller Nachforschungen keine zum Vorschein gekommen sei, bis dieser Lage ein Advocal Wieler in Bern der badischen Regierung die Anzeige gemacht habe, daß er im Besitz von 9 Stücken dieser Waffen sei, die er um den Preis von 1500 fl. anbot. Die großherzogliche Regierung habe bereits Einleitungen zur Verist» cation dieser Gegenstände — ob sie wirklich die geraubten sind — gethan.

♦* DaS türkische Volk, welches statt deS vielen EscortirenS von der englisch-französischen Flotte „Revanche für Sinope" verlangt, macht sich in B o n m o t S Luft. So nennt man die englischen und französischen Kriegsschiffe, welche sonst Kawak heißen, Kaw assen (Polizeidiener), und gewiß sehr treffend ; der arme „Earavoc" , der aus Frankreich nie di Nachrichten bringt, wie man sie hier zu haben wünscht, wurde mit dem Ehrentitel Earaboc (schwarzer Mist) belegt. Schon früher, als die vereinigten Flotten in rer Bcsichika sich wiegten, nannte sie der Eonstantinopeler Volkswitz die Beschickter (Wiegen für Kinder).

** Die Photographie wird jetzt mit Erfolg auch zu Heilkünst« lerischen Zivecken auSgebeutet. So hat z. B. dieser Tage der Direclor veö Berliner orthopädischen Instituts, Herr Dr. Berend, photographische Abbildungen köiperlicher Deformitä­ten von Patienten aus P.teröburg erhalten. Die Genauigkeit dieser Bilder ersetzt oder ergänzt doch auf'S vollständigste den K.ankheitèbcricht , der bei Eonsul aiionen in chirurgischen Fäl­len nichts weniger als ausreichend ist.

** Der Prozeß von Lumley gegen Gye vor der QueenSbench in London ist endlich zu E de geführt. Die Partei Wagner» Gye hat ihn gewonnen, d. h. Lumby ist mit seiner Entschä­digung-forderung rurchgefallen. DaS Recht mag auf der Seite Gye's sein; die Sympathien deS Londoner PublicumS sind für Lumley.

** In Berlin ist „DemetriuS" von H. Grimm aufgeführt worden uno wird alS ein höchst schwaches, mißlungenes drama­tisches P-ovucl geschildert, dessen Aufführung auf dem Hofthea- ter besser unterblieben wäre.

• • Herr Musik-Direclor Robert Schumann ist der Düssel­dorfer Zeitung zufolge seit Kurzem so schwer erkrankt, daß man Besorgniß in Bezug auf seine Wiederherstellung hegt.

• • In München ist ein Drama:, „Herzog Albrecht" von M. Mayr., mit Beifall gegeben worden.

* * Zum Director der Berliner Akademie der Künste ist, wie wir hören, Overbeck in Rom vorgeschlagen.

P ^antwortücdrr Steöacteur • Dr. .1. Bosjrk.

SchnkUpreffeu-oiuS «ne »rpedrtwn von 18» l»e» m Arceorro in tSre-vaveu.