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Der 2

anderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgemeinen Zeitung.

ar. 237 Samkaq den 8. Vctober fss».

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Eine Neujahrsnacht.

(Schluß.)

So sind diese reichen Leute, murmelte Franz wieder, als er sich in seinem alten Stübchen, das er nun bald verlassen mußte, zur Nutze legte. Da ich aus die Hochschule kam, wollte ich als Fuchs, wie es doch Sitte war, durchaus keine Sporen tragen. Es kam mir so albern vor. Aber dafür schraubte ich im zweiten Kurs ein Paar Sporen an oje Stie­fel, nachdem sie die Andern schon abgelegt hatten. Ich wurde jedoch bald von dieser nachträglichen Thorheit — die Jeder, wie eS scheint, denn doch einmal durchmachen muß, — kurirt: ich blieb an einer obersten Treppenstufe hängen und fiel mit großem Geräusch alle Stufen hinunter. Jetzt konnte ich die Diager mit Ruhe und Weisheit âegerk —Ss— fchuell-fâe ich auch, wie es scheint, von der Liebe geheilt werden. Hätte ich, wie Andere, meine Studien früher darin gemacht, und als es Zeit war, so hätte ich «nicht diese thörichte Leidenschaft für Pie stolze Americanerin gefaßt. Aber da ich jetzt glücklich die Treppe herunter bin, so denke ich vollständig geheilt unten auf dem ebenen Grund zu stehen, Pon dem ich mich nicht in diese Höhe hätte versteigen sollen.

Wie viel oder wie wenig damals an der gründlichen Hei­lung gewesen sein mag, können wir hier nicht beurtheilen. Franz lebte — das ist gewiß — mit dem wärmsten Eifer seinem neuen Beruf, der ihm Arbeit genug brachte. Doch sollte ihn der Zufall noch einmal mit den Engländern zusam- menführeu, kurz vorher, ehe Vater und Tochter nach Florida zurückkehrten.

An einem schönen, goldklaren Tage des in jenem Jahre besonders warmen Sommers hatte der Forstrath in Auftrag seiner Regierung ein Geschäft in einem vielbesuchten Badeort. Er ging mit mehreren Beamten des Städtchens durch einen benachbarten Forst, um eine junge Anpflanzung zu besichtigen. Nicht weit von einem breiten Waldweg bemerkte er eine Dame, welche eine malerische Baumgruppe gegenüber in ihr Skizzen­buch zu zeichnen eifrig bemüht schien. Sie war in einem leichten hellfarbigen Kleide und ein breiter Strohhut beschat­

tete ihr Gesicht. Da man dergleichen Erscheinungen hier ge­wohnt war, so nahmen die Herren keine weitere Notiz von ihr und gingen, im Gespräch begriffen, ohne aufzuschen, vor­über. Da war es aber dem Forstrath plötzlich, er wußte selbst nicht warum, als ob er stehen bleiben und zurücksehen müßte. Er that cs und erkannte — Miß Elisabeth, welche den Hut abgenommen hatte und ihn lächelnd ansah. Er eilte auf sie. zu und begrüßte sie mit vieler Herzlichkeit. Sie sehen, Herr Schaffner, sagte sie aufstehend, ich studire hier nach Ih­rem Rathe die deutsche Natur. — Und wie finden Sie die­selbe? — Sehr poetisch; in der That wundervoll. Ich finde jene Sehnsucht darin, von der Sie erzählten und glaube fest, daß diese Eichen und Tannen sich nach unsern Palmen und Magnolien drüben sehnen. — Das könnte wohl sein; aber es - werd sie wemepchelfnr; -das Meer liegt dazwischen. — Run, ich-Aigreife immer mehr, daß auch das Sehnen schön sein kann. Papa wird fick ungemein freuen, Sie zu sehen, Herr Schaffner. Wir haben oft von Ihnen gesprochen und ich habe ihm Ihre Ansichten von der deutschen Poesie vorgetragen, die er sehr treffend findet. — Ich bleibe nur heute hier und habe ein Geschäft mit jenen Herren. — Werden Sie mich nicht an den Wagen begleiten, kaum 200 Schritte von hier, wo usich Papa erwartet? Beurlauben Sie sich einstweilen bei Ihren Begleitern.

Franz that es und führte sie durch das kühle Walddunkel nach einem freien Platz am Fuße des Hügels. Nichts ist mehr geeignet, als der kühle, frische, freie Wald, — wo noch so viel ursprüngliches, unbeschränktes Leben, — dem Menschen jene beengenden Fesseln abnehmen, welche die Gesellschalt und die Sitte in den Häusern und Zimmern ihm auflegt. Beide gingen eine Weile schweigend neben einander her und lauschten still erfreut dem schallenden Geschrei der Amseln in den hohen Buchenwipfeln und dem Hacken der Spechte an den rothen Stämmen der Tannen und Fichten. Endlich sagte Elisabeth: Sie sind stiller und stolzer geworden Herr Forst­ratb, seitdem Sie die neue Uniform tragen. Der Forstrach wollte sie fragend ansehen und irgend einen Scherz machen, 1 aber als sie ernst zu Boden blickte, erstarb ihm das Wort