Mr Wanderer.
Belletristisches Beiblatt 3«r Nassauischm Allgemeinen Zeitung.
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Kitb schwäbische Dorfgeschichte von Louise Pichler.
i Gnfâch, wie das DMcug Z ii mit seinen wenigen^ in Gras- und Tbstbanmgärteu zerstreuten Lauern! äusern, die, nicht so umMgreieh sind, wie die Höfe der reichen 'OleriäMv; aber auch nicht bettelhaft, wie die schmutzigen Hütten verarmter Gegenden; gegen Norden sich aulehneud M den dunkeln' LZaldesfaum, gegen Süden weit hinMöbiickeuN ins offene Land, das nur diè blaue Albkette in
suchen Vaumwnchs des
Waldes. können d ie^Hchuugen sich vergleichen, nicht ein silbèr-
lèn fo>vohh ich,üppigen Rcbenhügeb des UiUerlaudes, als die lÄMsschD FclKkwündr â Schluchten so mancher Albpstr- threciu - Abed auch diese Wälder, worin heileres Lairbholz dffpne -Tand, dach ds.n Auge Spielraum gönnt, vom idnsüg fernen R'ostnsiän ein herrlichen Hoherrstaufen vorüber hinaus zu schweifest GZ' Mr lieblichen Plchalin — sich mögen' rin Lkuge Vergnügen, das nicht durch gutartigere Schönheit schon verwöhnt worden ist. so'mag auch das Dörflein mit seiner frcundlichèN Kirche n:^ den Silberpappeln am Eingang, seiner Linde in dcr.Tötsmitte, und seinen Gelbveizelciu- und Nel- leubrètteheü vorF.dem Fenster ein genügsames EMM noch
Wm ihr Boden, so ist auch die Art der Bewohner einfach ■ bösliche Schlauheit des ÜuterläSc... kräftig und rauh, doch nicht bis zum stolzen Selbstbewußtsein des reichen HofbaneruTberschwabenS; heiter, doch mäßig ut nüchterner als die mit unerschöpflicher Genußfähigkeit begabten südlichen Gegenden.
Das Dorf liegt abseits von der Landstraße, darum ist weniger Verkehr; man kennt nur die wenigen Handwerke, die unter den Bauern unmittelbaren Absatz finden, und sie werden nur neoenher zum Landban betrieben. Man kennt nur den
Standesunterschied des Hofbauern, Bauern und Bäuerlein, deren Erstere -Dienstboten brauchen und Frucht zu Markt briu- gen, während die Zweiten so viel Feld haben, um selbst gr- : ug darauf beschäftigt zu sein, und so viel schneiden, ais sie ins Haus lwaucheu,— die Dritten aber weder Nahrung noch Les Migung genug nuf.^cm eigenen Stückchen.DMu finden, und deßhalb nebenher im Taglohue arbeiten, oder ein Hand-
Der Schultheiß ist ohne Widerspruch stets der reichste Bauer des Dorfs, der, jung gewählt, bis an sein seliges Ende im .Amte verbleibt, das außer den schlichest, alljährlichen Berichten fürs Tbcramt ihm . keinerlei Schwierigkeiten und Än- anueßmüDtite» verursacht, da die. Bauern erdnungs- und Kriedlstdend sind, uM zu.viel zu arbeiten haben, um mit po-
;ai Händeln sich zu befassen •— im Torfe auch nur ein eio.zlacZ. ^Wirthshaus eKstirt für Hochzeiten und andere bcfsn- 'd.ce. Fälle, in deren Erulangcluug die Schildgcrechtigkeit ohne
lehren wir gleich in einem Hause der zweitem Raug- llasfe ein— wenn anders ein Loser Lust, hat das Leben der Bauern einiger ÄLfmLtkfamkcit zu würdigen, die so vielfach such. Der
Bauer, ein „mittlerer Mann," nach Vermögen utid Alter, war der Sohn einer der begüterten Fanülicn, verwandt mit
Uiigiücksjälle hatten seine Etw
gelacht, eine starke Minderzahl ihren Besitz vollends zersplittert, und dem Christoph, — denn die Bauern werden wie e. gische BaronctS nur mit dem Taufnamen genannt,—sieht mal! an der 'aufrechten Haltung und dem stolzen^ Gange neben dein . Heren Militärdienst feine Herkunft von einem „rechten" Haufe au, esn Bewußtsein, das feine gedrückte Stellung späterer Zeit je verwischen konnte.
Da er bei eben so „schlechten Zeiten,", als worüber sein Vater zu klagen hatte, einer nicht minder zahlreichen Familie sich erfreuen durfte, so war schon frühe voranszusehen, daß f.iue Kinder bei noch einmal getheiltem Erbe in die dritte Rangstufe zu den Bäuerlein herabsinken würden. Der älteste Sohn Zohanncs, der bald militärpflichtig wurde, war ein
