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Der Wanderer.

Metristisches Kriblatt ;«r DssMches AüMewk» «Bettung.

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Wugerr Stillfried.

Bon F. W. H a et i ei n e 1 f.

(Fortsetzung.)

Eugen stieg unterdessen rüstig den Berg linan und ge- üngte nach einer halben Stunde unter den dunkeln Thorbo­gen und über den Schloßhof bin an die Thür des Verwal- kr$, die ihm von einem Bedienten augenblicklich geöffnet wurde. Man führte ihn in ein kleines, einfach möblirtes Zimmer, und der Vater Rosaliens trat fast zu gleicher Zeit mit ihm zu der andern Thür herein.

Beide Männer machten einander eine Verbeugung und begrüßten sich stumm. Doch während Eugen ernst und rnbig blieb , drückte das Auge des alten Mannes etwas Ueberra« schling aus.

Sie sind, wenn ich nicht irre, drunten . . .

Hier stockte der alte Herr und blickte sein elegantes Ge- genuber fragend an.

Ich bin drunten bei der Gesellschaft des Herrn DirectorS Müller, ergänzte Eugen. Ein reisender Schauspieler.

Der Verwalter verbeugte sich lächelnd, als wollte er sa­gen: Nebmeu wir an, es sei so! und dann fuhr er fort: ES sind sonderbare Verhältnisse, Herr Wellen, welche Siezur Kenntniß gewisser Sachen kommen ließen, die mich veranlas- sen, über eben diese Sachen mit Ihnen zu sprechen, als seien Sie ein langjähriger Freund meines Hauses. — Bei diesen Worten wurde die Stimme des alten Mannes ernst und seine Züge beschatteten sich.

Sie sprachen zufällig, fuhr er fort, mit der Wirthin drun- ten über diese Vorfälle, und ich wollte Sie nur bitten, mir Hre Erzählung zu bestätigen, und mir die Quelle zu neu- Mn, woher Sie diese Mittheilungen erhielten. Sie können sich denken, Herr Wellen, daß es mir als Vater des armen Mädchens, von der größten Wichtigkeit ist, zu erfahren, ob Sie nicht vielleicht getäuscht wurden.

Eugen schwieg einen Augenblick nachdenkend still dann sagte er, ohne auch nur die Fragen des Verwalters zu be­antworten: Und diese schlimmen Nachrichten theilten Sie Ihrer Tochter mit?

So that ich, entgegnete der Vater.

Sie weinte und klagte?

Nein, das that sie nicht; eS war das nie ihre Art, ihrem Schmerze Linderung zu verschaffen. Sie begab sich heute Morgen in in die kleine Capelle, und da ist sie jetzt wieder. — Aber bitte, Herr Wellen, würden Sie mir nicht sagen, woher Sie jene Nachrichten erhielten? Oder haben Sie viel­leicht selbst jenen Feldzug mitgemacht?

Das nicht, sagte Eugen. Aber ich erhielt jenen Bericht von einem meiner bewährtesten Freunde, einem in meiner Va­terstadt sehr bekannten Arzte, Doctor Wellen.

Ab, einem Verwandten! sagte der Verwalter.

Eugen, der einen Augenblick vergaß, daß er jetzt ebenfalls Wellen hieß, entgegnete einigermaßen befremdet: Nein, ver­wandt ist dieser Arzt nicht mit mir, worauf der Verwalter erwiderte: Verzeihen Sie, ich glaubte das nur, weil Sie den gleichen Namen führen. — Doch bitte, fahren Sie fort!

Dieser Doctor Wellen, sagte Eugen ein wenig verwirrt, machte den italienischen Feldzug mit und lernte dort im Hauptquartier einen Freiwilligen kennen, den er in kurzer Zeit lieb gewann und der ihm eine seltsame Geschichte erzählte von dieser Gegend, diesem Schlosse, jener Capelle mit den Marmorbildern, die er dort ausgestellt, dann vor allen Dingen von einem Mädchen, das er geliebt, und — verzeihen Sie mir — von einem hartnäckigen Vater, der, Gott weiß, wel­chem Plaue zu Liebe, durch ein einfaches Nein sein ganzes Lebensglück zerstört.

Ja, versetzte der alte Mann mit einem tiefen Seufzer, während ein sonderbares Lächeln über seine Züge flog, es ist eine seltsame und traurige Geschichte. Es ist nicht daran zu zweifeln: ich war jener hartherige Vater. -----— Und das Ende jenes unglücklichen jungen Mannes war also in der That, wie ich vernommen? — Es ist fürchterlich!

Er blieb in der Schlacht von Novara, sagte Eugen mit ziemlich kaltem Tone; denn er konnte sich nicht verhehlen, er sitze hier einem harten, wenigstens rätselhaften Manne gegen­über. Deßhalb fuhr er auch nach einer Pause fort: Ich glaube nicht, daß Sie, mein Herr, dieses traurige Ende des