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Der Wan ^erer.

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Mblatt W Nassauischen Allgemeinen Zeitmg.

Mittwoch den 27. Gr tob er

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Eugen Stillfried.

Lon F. W. Hackländer.

(Fortsetzung.)

Herr von Steinbeck! sagte die alte Dame leise vor sich E hin, und ein unangenehmes Lächeln glitt über ihre Züge.

ES ist das leider einer von den vielen jungen Leuten, die « nicht in Ihrer Gnade stehen, sagte achselzuckend der Justiz- K rath; aber seine kleinen, unbedeutenden Fehler abgerechnet â und wer hätte keine? ist Herr von Steinbeck sehr anständig.

[ Er ist schlimmer als fehlerhaft, sagte die alte Dame weg- ¥ werfend; er ist lächerlich.

" 3» Ihren Augen, Sophie, entgegnete der Justizrath ; wen 11 hielten Sie von jungen Leuten aus unserer Zeit nicht alles für lächerlich! und diesen Fehlerich muß es so nennen haben Sie bis heute nicht abgelegt. Der junge Mensch, von ? dem wir reden, hatte bis jetzt nichts zu thun und füllte seine «l Zeit mit lauter unnützen Dingen aus; das ist wahr. Aber

man kann dagegen nicht sagen, daß er zuweilen ausschweifend ober verschwenderisch sei; im Gegentheil, er hält das Seinige

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zu Rath und ist in seinen Finanzen sehr geordnet. Schlicß- ^ werden Sie mir erlauben, Ihnen die Bemerkung zu ma= ^ti/ daß ich glaubte, in Ihrem Sinne zu handeln, als ich die Verhandlungen bis auf jenen Punkt betrieb, wo sie jetzt ^gekommen sind. Sie ... als Mutter haben freilich am ^ude das Recht, Ihren . . . Geschäftsfreund zu desavouiren uud jene Verhandlungen kurzweg abzubrechen; aber, Sophie, dieser Geschäftsmann, dieser Geschäftsfreund könnte alsdann geneigt sein, künftig unbedingt seinen eigenen Weg zu gehen ^ud ohne alle Rücksicht über das Schicksal jenes jungen Mad- chens zu bestimmen, die ihm das Schicksal .. . nun noch ein- ji4 11,111 ""vertraut hat, schloß er mit einem leichteren Ton und 16g Clllet Verbeugung.

. ®r war bei der letzten Rede von seinem Stuhle aufgc- Bund ging, die Hände auf den Rücken gelegt, in dem I &Wer mehrmals auf und nieder. Die alte Dame blickte

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" Fenster hinaus und drückte ihr Schnupftuch an die Au- denen die Thränen uiederströmten, obgleich sie weit I gerissen in die Ferne starrten. Die Staatsräthiu dachte

an Eugen, der sich neulich so liebevoll genähert, und wie es doch wohl ganz anders gehen konnte, wenn sie jenem ernsten Manne dort zu sagen vermochte: Sprechen Sie mit meinem Sohne darüber, er weiß um Alles, er soll auch ein Wort mitreden dürfen, wo es das Schicksal seiner Schwester gilt. Aber das war unmöglich. Sie hätte nimmer gewagt, dem Anderen gegenüber ein solches Wort zu sprechen. Und Eugen wo war er? Hatte er nicht die Stadt verlassen, ohne in Bezug ans die gehabte Unterredung der Mutter noch ein einziges Wort zu reden? konnte sie sich auf ihren Sohn verlassen? Ohne seine Kraft versucht zu haben, war sie fest überzeugt, er würde ihr eine schlechte Stütze sein, und ein solches Mißtrauen, das immer bestanden, hatte von jeher ein trauliches Verhältniß zwischen Mutter und Sohn ver­hindert.

Der Justizrath trat nach einiger Zeit wieder vor die Fen­sternische, und nachdem in die Staatsräthiu eine Weile kopf­schüttelnd angeblickt, sagte er endlich fest und bestimmt, fast ärgerlich:

Laß das Weinen, Sophie! Ohne mich zn conipromittircn, ist an der Sache nichts mehr zu ändern. Glauben Sie mir um Gottes Willen, daß ich Alles genau überlegt und geprüft. Ich verlange ja nicht Ihre Einwilligung schon heute, morgen oder übermorgen; Sie sollen Sich nur dem Projecte nicht ganz abgeneigt zeigen und den Herrn von Steinbeck, der sich Ihnen vorstellen wird, nicht ungnädig auf nehmen.

Die alte Dame machte eine ungeduldige Bewegung mit dem Kopfe, und nachdem der Justizrath länge Zeit vergeblich hatte warten müssen, sagte sie kurz und mit schneidendem Tone: Es wird mir also sehr angenehm sein, den Herrn von Stein­beck bei mir zu sehen.

In seiner Eigenschaft ... ? sagte der Justizrath lauernd hinzu.

In seiner Eigenschaft als Bräutigam, sagte die alte Dame mit schon viel ruhigerer Stimme.

So endigte diese Unterredung, wie schon so viele ähn­liche in diesem Hause, in diesem Zimmer. Der Justizrath entfernte sich nach einigen unbedeutenden Worten, und die Staatsräthiu blieb wie immer mit ihrem Kummer, mit ihrem Schmerze allein.--