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Der Wanderer.

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' Eugen Stillfried.

, N a ch F. W. H a ck l ä n d e r.

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1 (Fortsetzung.)

Ja, das will ich dir nicht verschweigen, antwortete die alte ) Dame, durch die Vernichtung jener Schriften treten andere ! Papiere, die in meinen Händen sind, in Kraft, und sie ist . von diesem Augenblicke an deine rechtmäßige Schwester. ■— ' Willst du sie aufnehmen, Eugen? Willst du dieses arme Kind an dein Herz ziehen? Willst du die letzten Lebenstage deiner ■ unglücklichen Mutter versüßen? Willst du es thun? — Got­tes reiche Gnade und der Segen deiner Mutter soll dich da- jür belohnen.

Das ist es also? sagte der junge Mann, wie aus tiefen Träumen auffahrend, obgleich er keine Sylbe von den Worten dar Mutter verloren. Wohlan! ich will Ihren Wunsch erfül­len; doch, Mama, unter Einer Bedingung. Sie geben mir, sagte er mit einem schmerzlicheln Lächeln, so unerwartet, so plötzlich eine Schwester; erlauben Sie mir, daß ich Ihnen dagegen zu einer weiteren Tochter verhelfe.

Eugen! rief die Dame und sah ihn erstaunt an.

Gewiß, Mama! entgegnete er, cs ist so, ich habe diesen unwiderruflichen Entschluß gefaßt. So viel ich weiß, kennen Sie das Mädchen, das ich zu meiner Frau machen will.

Ich hörte davon, sagte die alte Dame erbleichend, doch Mochte ich es nicht glauben.

! Das ist aber so, antwortete Eugen, sie oder Keine. Ich I habe sie kennen gelernt, ich liebe sie, sie paßt vollkommen für Mich. Warum sollte ich der Welt zu Liebe, die vielleicht die Wein darüber zucken wird, mein Glück von mir weisen? Sie werden das nicht wollen.

Die Staa'sräthin war wieder in ihren Sessel zurückgesun- [ ^u, sie hatte ihre Hände gefaltet und blickte vor sich nieder,

) : °due ein Wort zu erwidern. Dann schüttelte sie den Kopf, I ^rhyb ihn darauf zu ihrem Sohne, ihn einige Secunden fest ‘ I achhend, dann blickte sie schmerzvoll zum Himmel empor.

Sie werden mein Verlangen nicht unbillig finden, Mama, I und es sollte mir in doppelter Hinsicht wehe thun, wenn meine Titte Sie so sehr betrüben wurde. Gewiß, wenn Sie das

Dkiblatt jur Nassamschcii Allgemeinen Zeitung.

Mittwoch den 22. September

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Mädchen kennten, Sie würden meinen Wunsch bereitwillig erfüllen.

Bereitwillig? entgegnete die Mutter, und ihr Blick wurde ernst und finster. Nie, nie! — Aber, setzte sie mit einem tiefen Seufzer hinzu, ich bin in deiner Hand, du wirft mich zwingen, dir meine Einwilligung zu geben.

Eugen zuckte ärgerlich zusammen, als er diese Worte ver­nahm, und hätte fast etwas Heftiges erwidert. Da er sich aber des Seelenzustaudes erinnerte, in dem sich die Mutter befand, so bezwang er sich gewaltsam und sagte: Damit Sie sehen, Mama, wie offen und ehrlich ich gegen Sie verfahre, so will ich morgen jene Papiere hier vor Ihren Augen ver­nichten, und wenn das geschehen ist, will ich über die zweite Angelegenheit weiter mit Ihnen sprechen. Sie sehen, daß ich nicht im Sinne habe, Sie zu zwingen, nicht einmal zn meinem Glücke.

Die alte Dame athmete bei diesen Worten tief auf, dann reichte sic ihrem Sohne die Hand, die derselbe auch jetzt wie­der, obgleich nicht so herzlich wie früher, an seine Lippen drückte. Es bleibt dabei, sagte er nach einer Pause. Auf morgen also, Mama. Nur bitte ich Sie herzlich und dringend, so lange, bis diese Angelegenheit in Ordnung ist, mit ihm nicht darüber zu sprechen.

Gewiß nicht! sagte die alte Dame; und während sie aus- stand und ihre beiden Hände auf die Schultern ihres Sohnes legte, sagte sie mit bewegter Stimme: o mein Sohn, mein Eugen, möge diese Stunde segensreich für uns Beide werden! Dann berührte sie mit ihren feinen, bleichen Lippen seine Stirn, preßte ihr Schnupftuch vor die Augen und ging eilig ins Nebenzimmer.

Eugen nahm seinen Hut und verlies das Gemach, ohne sich weiter darin umzuschauen. Er kannte diese Zimmer so gut wie gar nicht. Hier war kein Winkel, kein Geräth, das ihn an seine Kindheit erinnert hätte. Alles hier war für ihn kalt und fremd. Er ging leise zur Thür hinaus und konnte sich dabei des Gedankens nicht erwehren, daß er vor einer Stunde diese Schwelle mit einem wärmeren Herzen, mit besseren Gedanken überschritten, als im jetzigen Augenblick, und er