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Der Wanderer.

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Metristisches Beiblatt zur Nassamscheu

Leitung.

Mittwoch den «1. Luti

im

Der Bauernfänger.

Erzählung von Bernd 67 Guskck.

(Fortsetzung.)

Nun, mein Herr Graf, auch ich werde tlDèn , was ich kann, um zu der sehr zweifelhaften Entdeckung mitzirwir- teil. Es bleibt ein kleiner Trost, daß die Nummern der Pfandbriefe bekannt sind und gleich in den öffentlichen Blat­tern erscheinen werden, so kann sie der Dieb wenigstens nicht zu Gelde machen. Freilich haben sie auch hierin ihre eigene Praxis, sie schaffen sie fort außer Landes, nach England oder America und bringen sie nach Jahren, wenn Niemand mehr Acht hat, einzeln bei kleinen Wechslern wieder zum Ver­käufe. Jedenfalls haben wir es mit einem sehr schlauen Bur­schen zu thuen, und so ist wenig Aussicht, ihn zu fangen. Das haare Geld bekommen wir ja doch ohnehin nicht wieder".

Mit diesem schlechten Troste kehrte der Graf mit seinem Diener zurück. Letzterer setzte sich noch an demselben Tage hin, um einen Brief nach Oberhermsdorf zu schreiben, denn eine tiefe Besorgniß quälte ihn, ob Vater Martin, weil er seine Habe verloren, noch sein Bauerngut, das ziemlich ver­schuldet war, werde halten können und wie sich dann die Aussichten für seine Liebe gestalteten.

VI.

Auf seinen Streifzügen, um das Haus wieder zu finden, wo der bübische Hinterhalt gelegt worden war^ hatte Joseph kein Glück. Er war damals noch fremd in der Hauptstadt gewesen und hatte sich während des Ganges mit seinem künf­tigen Schwiegervater zu eifrig unterhalten, um sich zu oricu- tiren. So wäre es reiner Zufall gewesen, wenn er das be­treffende Haus entdeckt hätte. Aber er war unermüdlich, sich darnach umzuthun und hatte in fünf oder sechs Hintergebäu­den allerdings merkliche Aehnlichkeit mit dem gesuchten gefun­den, die Leute wollten aber nirgend etwas wissen und so auf­merksam er auch in jenem Stadttheile alle Begegnenden be­trachtete , weder die elegante Figur des Herrn Assessors mit der blauen Brille und dem schwarzen Bollbarte, noch das

blaffe, trübselige Gesicht des Schreibers war ihm bis jetzt aufgestoßen.

Dagegen hatte er eines Tages, als er die Pferde seines Herrn auèritt, einen Menschen gesehen, der ihm genau zu der Beschreibung zu passen schien, welche Marie von dem „Bumm­ler" — (er war nun schon in der Hauptstadt so weit einge­bürgert, um ihre Sprache zu reden)! das heißt, von dem Umhertreiber gemacht, der sie an dem Morgen im Thiergar­ten erschreckt hatte. Die dicke, in mehrere Farben absonderlich in das Grün spielende Nase, die wüsten, unterlaufenen Au­gen, die gelben, mit Grau vermischten Strähne lüderlichen Haares, die unter dem zerrissenen Filze hervorhingen — Alles paßte. Joseph war aber zu Pferde gewesen, in herrschaftli­cher Livree — was konnte er mit ihm anfangen? Das Ein­zige, was er versuchte, war, an dem Baume, wo er lehnte und ihn angaffte, so nah als möglich vorbeizureiten,. in der Hoffnung, daß ihn das Handpferd schlagen werde — schä­men Sie sich, Herr Joseph Wendler! Aber das herrschaft­liche Thier wollte wahrscheinlich seinen edlen Hus nicht in so gemeine Berührung bringen, es sprang ein wenig an der Hand, die ihm die Aufmunterung gab, doch wollte es den Wink nicht verstehen und ging, ohne ihm etwas zu chun, an dem mißliebigen Kerl vorüber. Der spuckte hinter ihm her, denn er hatte sich über die Annäherung geärgert, war aber zu faul gewesen, seinen Standort zu ändern.

Joseph merkte sich diesen. Er hoffte ihn dort wieder zu finden, aber der Mann war zu praktisch, um sich an einen Liebliugsort zu hängen, das Feld seiner Thätigkeit war zu groß. Mehrmals noch besuchte Joseph diese Gegend zu Fuß, aber immer vergebens. Am Ende sagte er sich auch selbst, was er eigentlich dort wolle? Händel anfangen? Dem Men­schen vorwerfen, daß er seine Braut schön gefunden und ihn nachträglich dafür schlagen? Er selbst war zwar — sonst würde er nicht bei dem schlesischen Cürassierregimente, einem der schönsten und stolzesten Truppentheile der preußischen Rei­terei gestanden haben, — ein großer und starker Surfte, aber es fragte sich doch, ob der Andere sich die Züchtigung ruhig gefallen ließ, unter Zweien kommen Schläge oft herum und der Herr Graf würde sich nicht über die Rauferei seines