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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur

Allgem. Zeitung.

No. 140. Donnerstag den 17. Juni 1852.

** Die Zigeuner

von Alexander Puschkin. Aus dem Russischen im Versmaße des Originales übersetzt von H. L. Schmitt.

(Fortsetzung.)

V.

Zwei Jahr vorüber; gleicherweise

Zieht die Zigeunerschaar umher;

Wohin sie kommt aus ihrer Reise,

Ist Ruh' und gastlicher Verkehr.

Aleko lebet seine Tage

Fern von der Bildung Sclaverei;

Und ohne Kummer, ohne Plage,

Ist er, wie sie, Nomad' und frei.

Ganz denen gleich, die ihn begleiten,

Gedenkt er nicht vergang'ner Zeiten.

Er freut sich der Genossenschaft;

Er liebt es, unterm Zelt zu liegen,

In trunkner Faulheit sich zu wiegen,

Liebt ihrer armen Sprache Kraft.

Der Bär, dem heimischen Gehege

Entfloh'n, des Zeltes zott'ger Gast,

In Dörfern, an dem Steppenwege,

Nach einem Hof, in plumper Hast,

Tanzt er vor der besorgten Menge,

Und brüllet laut, vom Druck beengt

Der läst'gen Kette, die ihn lenkt.

Der Greis besorgt die Beckenklänge,

Gestützt auf seinen Reisestab;

Aleko singend folgt dem Thiere;

Rings zu den Bauern geht Semfire

Und nimmt die freien Gaben ab.

Und kommt die Nacht die drei zusammen

Bereiten Reis von fremdem Feld.

Einschläft der Greis; aus sind die Flammen,

Und still und dunkel ist das Zelt.

VI.

Am Frühlingssonnenstrahl erweichet Des Alten halberstarrtes Blut. Sie wiegt und singt von LiebeSglut; Aleko hört es und erbleichet.

S em fir e.

Alter Mann, strenger Mann, Schneide mich, brenne mich: Fest bin ich, fürchte nicht Feuersglut, Messerstich.

, mein Herz hasset dich, Cs verhöhnt, schmähet dich;

Andrer Lieb' zugethan, Sterbend auch liebe ich.

Aleko.

Sei still; das Lied ist mir zuwider, Die wilden Weisen ekel» mich.

Semfire.

Gleichviel, ob du sie liebst die Lieder, Ich finge ja auch nicht für dich.

Schneide mich, brenne mich, Stumm bin ich, rede nicht;

Alter Mann , strenger Mann, Du erfährst, kennst ihn nicht.

Frischer als Frühlingslust, Heißer als Sonnenschein, Jung und kühn liebt er mich, Und er liebt mich allein.

O wie liebkoS't ich ihn In der stilldunkeln Nacht!

Und wie oft haben wir Deines Graukopfs gelacht'

Aleko.

Hör' auf, Semfire, still! wir wollen . ..

Semfire.

Verstehst du wohl das Lied und mich?

Aleko.

Semfire!