janz nackt dastand. Vor Scham wurde sie — blaß, da hüllten ihr glücklicher Weise die Strahlen deS Bundestages in en tiefes Dnnkrl, un sie war jerettet.
* Kürzlich hatten die Barbiere in Warschau ek neu guten Tag. Ueber 2400 polnische Gutsbesitzer ließen sich auf dem großen Marschallsball dem russischen Feldmarschall Paskewitsch verstellen, vorher aber sämmtlich in einem großen Saale ihre Backen« und Schnurrbärte sorgsam abnehmen. Der Kaiser von Rußland duldet bekanntlich bei Civilisten keinen Bart.
Ein Schuft ist um so schuftiger, je tugendphra- senduftiger. ♦
* Müller. I, Schultze, seit wann bist Du'n Republikaner jewor'n?
Schultze. Ick? Replikaner? Du bist wol wunderlich!
M ülle r. Na seh' dock man bl^Deine Ku- karde an, die war sonst schwarz-weiß, un alleweile is fe janz roth.
Schultze. Weeß Jott V i e l e i ch t schämt s e s i $.
M ülle r. Verdenken kann ick et ihr nich.
* Portier. Erclenz entschuldigen! uf een Wort! — Ick wollte Jhn'n blos bitten, wenn Sie gesonnen sind, abzutreten, et doch noch dieseWoche möglich zu machen — » e andre Woche wollten wir den großen Saal schauern lassen — und rel wäre doch denn nich nöthig.
Kriminale; efchichte.
Man erzäht sich in Cöln eine fürchterliche Geschichte, welche >ch Ansangs nicht mittheilen wollte, die aber jetzt trotz Politik und Festigkeiten in allen Kreisen ve.sichert, besprochen und commentirt wird, daß ich nicht länger darüber schweigen mag. Ich gebe sie ohne die Wahrheit zu verbürgen, einfach wieder, wie sie erzählt wird hoffe jedoch bald etwas Näheres über diese Geschichte miltheilen zu können. In der Gegend von Belburg lebte ein Mann lange Zeit mit seiner Frau in Unfriede; sie trennten sich der Art, daß er ein Mädchen fand, mit dem er lebte, und sie sich mit einem andern Manne herumtrieb. Endlich kurz vor der Kirmes söhnten sie sich wieder aus, lebten friedlich kurze Zeit zusammen und gingen zur KirmeSzeit auf die Tanzmusik. Sie verließen diesen Ort zusammen, der Mann kehrte aber allein zurück, tanzte recht lustig und verließ am Ende den Saal. Allein am andern Morgen sand man die Frau in einem benachbarten Wasser der Art ermordet, daß Je
mand ihren Kopf so lange unter Wasser gehalten, bis sie erstickt war. Der Verdacht fiel natürlich auf den Mann, welcher auch verhaftet r.nd trotz seiner fortwährenden Versicherung der Unschuld vom Geschwornengerichte zum Tode vcruriheilt wurde. Er ist vor etwa sechs Wochen aus dem hiesigen Nenmarkte hingerichtel worden/versicherte aber noch vor dem Tode im letzten Augenblicke seinem Beichtvater, er sterbe unschuldig. Am vorigen Samstage stellte sich bei dem hiesigen Gerichte ein Mann und erklärte, er sei derjenige, welcher während der Zeit, alö der Hingerichtetete von seiner Frau getrennt war, mit ihr gelebt, und aus Aerger, daß sie sich mit ihrem- Gatte versöhnt, habe er die Frau in jener Nacht ermordet.
An Sie.
In deö Lebens süßem Hoffnungstraume, Nie von Sorg' und Kummer überfüllt, Cyanens Farbe und der Rosen Saume, Lilien schlang ich um Dein theures Bild. Jetzt sind es Ideale nur, als ich mich recht gesunden; Nein, solche Täuschung — bange schlägt mein Herz. Auf AuroraS Hügeln kühl ich weine Wunden: Theure Buße! Bitter ist mein Schmerz.
Ja, reines Mißgeschick stört meine Lebensfreuden! O, schöne Träume von Erhabenheiten, Naht euch dem Tartarus, des Strebens letzte« Ziel.
* Ein junger ironiftrt? in eine^Lesell- schaft über die Idee der Seelenwanderung u!w jMoß damit, er erinnere sich, das goldene Kalb gewesen zu sein. „Haben auch nichts verloren, als die Vergoldung", bemerkte lächelnd eine Dame.
Richtiges^Mttgefühl.
Gegen eine geistreiche Dame äußerte ein süßer Herr, daß er so häufig der wüthenden Kopfschmerzen unterworfen sei, fügte aber auch zugleich mit selbstgefälligem Lächeln bei, dieses wäre eine gewöhnliche Krankheit der Männer von Kopf. — „Sehr unbillig handelt da die Natur gegen Sie", erwiederte die Dame, „Ihnen die Leiden Anderer aufzubürden."
* Ein Vater, den man fragte, warum er seine, Tochter einem Manne gebe, der bisher sein Fenrd gewesen, antwortete: „Ich thue es auö Rache."/
Der beste Regent i st der: Den nur deS Volkes Noth, nicht Feindesmacht erschüttert;
Den nur die Schmeichelei, die Wahrheit nicht erbittert; Vor dem der Böse stets, der Gute niemals zittert'
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