Treue, mit der Sie Ihre früheren Versprechungen hielten, die sicherste Bürgschaft der deutschen Ration, daß Sie auch Ihre Versprechungen bezüglich der Realisirung der Freiheit und Einheit, wie Sie die« selbe im Mârze 1848 mit entblößtem Haupte garan- lirten, auSführen werden.
Die deutsche Nation wiederholt cs nochmals, daß eS nur die Sorge für Ihr kvnigl. Leben ist, die sie bewegt, Ew. Hoheit nicht mit der Oberhaupts- würde über Deutschland bekleidet zu sehen, und die Ablehnung der Ihnen von einer unterthänigen deutschen Deputation angetragenen Kaiserwürde spricht dafür, daß Sie in dem damaligen Momente im Sinne der Ration gedacht haben.
Ja, schwer sind schon die RcgierungSgeschâfte, die Sie für Ihr liebes preußisches Volk zu verrichten haben. Ew. Majestät haben die Thränen von Tausenden zu trocknen! Ew. Majestät haben den Schmerz der Frauen und Mütter zu lindern, deren vielgeliebte Männer und Söhne im Kampfe für dieselbe Sache Deutschlands fielen, an deren Spitze Sie sich im Märze 1848 großmüthig stellen wollten! Ew. Majestät haben die Väter aufzurichten, die niedergebeugt sind vom Grame über den Verlust ihrer Stütze, ihrer Hoffnung, über den Verlust ihrer Söhne, gefallen in dem heiligen Kampfe für die Freiheit! Ew. Majestät haben die Schwestern zu trösten, die ihre Brüder — die Bräute, die ihren Bräutigam verloren ! Ew. Majestät haben das deutsche Volk aufzurichten, das seine edelsten Männer, seinen größten Dichter, im Kerker schmachten sieht!
Und welche Hoffnungen haben Sic noch der Erfüllung näher zu führen, bezüglich der Ihrem Lande versprochenen Institutionen! —
Mögen Ew. Majestät die gesprochenen Worte deS DankeS so aufnehmen, w i e die deutsche Nation sie Ihne n u n t e r t h ä n i g st darbringt!
Mil diesem Wunsche erstirbt in tiefster Verehrung die dankbare deutsche Nation und in deren Namen die allerunterthänigste
„Rheingauer Volksbötin."
— ^sè^—
Musikalisch deklamatorische Abend- unterhaltung, veranstaltet i in H ö t e 1 d e R u s s i e, a m 9. Nove in der 1849.
Erste Abtheilung.
1. „Johann, er geht uud nimmer kehrt er wieder !" Monolog von Schiller, vorgetragen von Rhetor Brandenburg.
2. Großer Chor: „AlleS, waS Td/m hat, lobe
den Herrn Manteuffel," gesungen von dem Ausschuß des TreubundS.
3. „Ich lebe noch, und wag' es noch zu leben ?!" Monolog von Schiller, gesprochen von Isidor Hay- now.
4. „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht," für eine tiefe Stimme mit obligater Begleitung von Klapp- i n st r u in e n t c n , von W. Rangel, auSgeführt von dem Gesammtpersonal der königlichen —
5 „Ich bin ein Knabe noch an Jahren", von Mehul, gesungen von Joseph Franz, kaiserlicher Sänger.
6. An Deutschland: „Ach wenn du wärst mein eigen", für 2 Männerstimmen/ vorgetragen von Fritz Wilhelm und Franz Kaiser.
7. Finale auS : „die Deutsche Einheit" a u S? f ü h r t von der Gothaer Kapelle.
Zweite Abtheilung.
8. Trio von Preuß, Sachs und Johannover, ausgeführt (?) von * * *
9. DaS Lied von der goldenen Kette, vorgetragen von Naunieno, Königlicher Hofsänger.
10. „Gehängt, gehängt", Duo auS dem Postillon von Lonjumeau, erecutirt von Gerlach und Stahl, königl. Kammermusiker.
11. „Der Wein erfreut des Menschen Herz", ernster Vortrag von Friedrich Wilhelm Preuß.
12. „Der Deutsche Bundestag," Variations brillantes, für zwei Flügel componirt und vorgclragcn von Pudelschwingh und Metternich.
13. „Bemooster Bursche zieh ich auS", vorgetragen von Johann Frankfurter.
14. Steh' ich in finstrer Mitternacht", Gedicht von Michel Beer, in Musik gesetzt von Meher Beer, vorgetragen von Wilhelm Bäer.
15. Zum Schluß: „DaS Volk steht auf, der Sturm bricht los", auSgeführt von Kaiser, Keller, König, Stahl, Herzog, Gerlach, F ü r st, Rellstock, Sommer, Raunyn, Schubert, Schlippenbach und anderen berühmten Künstlern.
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Mancherlei.
Eine merkwürdige Rechnung.
Der „NcwAvrk-Miror" brachte vor Kurzem folgende Rechnung, welche einem amerikanischen Gericht bei Gelegenheit einer Klage wegen „gebrochenen Ehe versprechens", die neulich zur Verhandlung kam, mi vorgelegt war: 1 Hr.Eliphalet*** schuldet der Frâul. Jelilah***; Doll. Cent.
Für drei Cotillons, die sie bei der ersten
