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treu fremden Schiffen verbot, die spanische Küste zu besuchen, worauf die Spanier ihre Produkte auf ihren eigenen Schiffen nach Brügge brachten, von wo die Hansa solche abholten; die deutschen Schiffe gingen deshalb nicht mehr nach den spanischen Häfen. Zwar versuchte die Hansa, die Schifffahrt nach Spanien zu forciren; aber König Johann überwand die hansische Flotte und nahm ihr 48 reichbeladene Schiffe weg. Auch der niederländische reichladene Handel dehnte sich aus, indem während des Krieges der Hansa mit König Mrich VIII. von Dänemark die Niederländer zu einem eignen Antheil am nordischen Activhandel gelangten und ihnen dieser König für ihre Seehülfe gegen seine Feinde 1403 verschiedene Handelsfreiheiten einräumte. Die Hansa versuchte nun dem holländischen Handel auf alle mögliche Weise zu schaden. Allein die Holländer bemächtigten sich in der Bucht von Biskaja einer hansischen Flotte. 1451 beschloß die Hansa die Niederlage zu Brügge zu verlassen und solche theils nach Antwerpen, theils nach Middelberg zu verlegen. Trotz dem blühete Brügge auf, indem der fremde Handel gewann, und das Mißverständniß zwischen der Hansa und Holland nahm immer mehr zu. Die Besorgniß der Hansa nahm immer mehr zu, weil sich die Holländer des norwegischen Handels bemächtigten.
Auch England blieb nicht zurück, und schloß mit Flandern 1407 einen Tractat ab, der ihnen Handelsfreiheiten einräumte. Herzog Johann von Brabant ertheilte in demselben Jahre den schottischen Kaufleuten neue Privilegien. Um 1444 fingen englische Wollmami- fakturen an, alle andere Wollarbeiten zu übertreffen, was den Niederländern großen Schaden that. Lctz- teee bewirkte zwar bei der Hansa das Verbot der englischen Tücher, aber die Engländer verboten dagegen alle niederländischen Produkte bis es 1467 zu Errichtung eines neuen Handelsvertrages kam. Die Schifffahrt der Flemminge und Brabänter dehnte sich un- gemein aus. Auch der Seehandel Brügge's vermehrte sich so sehr, daß man in 1468 nicht weniger als 150 Kauffartheischiffe auf einmal in ihren Hafen einlausen sah.
Seit 1482, wo der Brüggesche Hafen wegen des Krieges des Herzogs Marimilian lange Zeit gesperrt blieb, wurde Antwerpen der Handelsplatz der Welt.
Auf einem Bundestag der Hansa 1491 in Antwerpen berathschlagten sie viel über die Beilegung ihrer Streitigkeiten mit den Engländern und Niederländern. Allein trotz aller Bemühungen konnte die Hansa nicht verhindern, daß sich außer ihr der Handel überall ausbildete. Auch der süddeutsche Handel nahm um diese Zeit an Blüthe zu, und besonders Nürnberg, das 52000 Einwohner hatte, zeichnete sich sehr auS, besonders durch einen Ueberschuß von allen Gattungen Künstlern und Handwerkern, die sich durch die Feinheit und Geschicklichkeit in ihrer Arbeit durch ganz Europa berühmt machten. Diese Stadt schickte ihre Waaren nach England, Spanien, Frankreich, Italien, in die Levante und im 17. Jahrhundert sah man eine Niederlage von Spiegeln ic. iu Eairo. Dazu nahm sie 1488 aus Schwaben die ersten Weber bei sich auf, die die Wollmanufaetur entführte. Ulm, Augsburg, zeichnete sich durch Fabrikation von Barchent, Damast aus; in Augsburg kamen jährlich 35000 Stück Barchent zur obrigkeitlichen Schau und über 70000 Stück Leinwand auf die Bleiche. Die augsburgsche Zitzfabrik lieferte jährlich -60000 Stück. Dergleichen Fabriken besaßen auch Heidenheim und Urach.
Um die Leser dieser Blätter ni$t zu sehr mit einzelnen geschichtlichen Bruchstücken 'M er? müden, möge es mir noch erlaubt sein, über den Ursprung, die Blüthe, die Glanzperiode und den Verfall der der deutschen Hansa einige Bemerkungen zu sagen und solche mit dem Streben der Jetztzeit in Berührung zu bringen.
(Fortsetzung folgt.)
Auch ein Wort über die Nassauische Lehrer- Versammlungen und ihre Beschlüsse.
Von der seit den 4. März in allen Landestreifen des Volks herrschende Bewegung sind auch unsere Elementarlehrer mächtig ergriffen worden. In zahlreichen größeren -und kleineren Versammlungen haben dieselben seither ihre gegenwärtige Lage, ihre Stellung zu andere Ständen und Institutionen u. d. m. zur Sprache gebracht und ihre Wünsche, Beschwerden
