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dauern zu lassen ; so schwierig und gefahrdrohend ist es, wenn diese Unterstützung der Arbeiterklasse auf- hören wird.

Lamartine's wiederholt ausgesprochene friedliche Ge­sinnungen betrachten wir nicht als vereinzelt per> sönliche. Sie sind beruhigend, weil alle bemittelte Klassen dieselben Gesinnungen hègen.

Ein neuer Konflikt mit Holland, wenn die Erklä­rung, daß Limburg als ein inländisches Gebiet zu betrachten, welches blos theilweise und nur durch ein moralisches Band der Föderation mit Deutschland verbunden sey," nicht zurückgenommen würde, welches durch eine ernste Drohung wohl schon-geschehen könnte.

Die in Neapel vorgefallenen Greuel übersteigen allen Glauben. - Es zeugt von gänzlicher Verblen­

dung oder Verstocktheit, den niedrigsten Pöbel mit den Linientruppen gegen Bürger wüthen zu lassen, in deren Interesse es lag, Ordnung' und Sicherheit zu erhalten. Die Schweizer werden doch endlich sich schämen, daß ihre tapfere Eidgenossen als Söldner des Königs zu solchen schmachvollen Gewaltstreichen mißbraucht werden.

Unter diesen ernsten Zeichen der Zeit bietet ein am 13. April von dem bayerischen Kriegsminister erlassener Befehl ein komisches Zwischenspiel, denn er enthält das wichtige Zugeständniß, daß die mili­tärischen Ehrenbezeugungen für den König, die fürst­lichen Personen und das Hochwürdigste nicht mehr durch Kniebeugen, sondern durch Kopfncigen gesche­hen sollen.

Bekanntmachungen.

Der Glementarlehrer in seinem Be­rufe , von Dr. Robert Haas, Darm­stadt 1847. Jonghaus, zwei Conferenzvor- träge.

Unter diesem Titel ist vor Kurzem ein Broschürchen erschienen, welches in mancher Beziehung die Beachtung des Lehrerstandes verdient. Der erste Vortrag ist eigent­lich kein pädagogisch und didactisch belehrender, sondern nur eine begeisternde Ansprache an die Lehrer und wenn man will, eine in Bezug auf manche äussere Verhält­nisse der Schule und Lehrer aufhellende, erläuternde Rede. Dieser Vortrag ist vorzugsweise als Beitrag zur Verständigung über eine würdige und segensreiche Er­füllung des Lehrerberufs zu betrachten, und er verdient gelesen und beachtet zu werden.

Der zweite Vortrag hat dagegen einen pädagogisch- didactischen Werth, indem hier das Amt des Lehrers und zwar:

1) tn Betreff seines allgemeinen Berufes an sich;

2) in Rücksicht auf dessen allgemeine Practische Me­thode;

3) in Bezug auf seine amtlichen Verhältnisse und

4) in Hinsicht auf seinen Bildungsgang in Betrachtung gezogen wird.

Es sind in diesem Vortrage sehr treffende psycholo­gische Erfahrungen an dem Kinde, und wahrhaft prac­tische Winke für eine allgemeine Methode gegeben. Sodann faßt der Verfasser auch die pecuniäre und amt­liche Stellung des Lehrers in's Auge, und zeigt hierin, daß er den Stand der Lehrer ehrt, achtet und ihn gerne weiter führen und besser stellen möchte, um das Wohl der Schule fester zu begründen. Wenn er auch, wie hier und da geschieht, das Kleinliche selbst berührt, so bekundet dies wohl nur, daß er die Sache bis in's Kleinste durchdacht hat; nur auf Seite 39 fühlten wir uns durch etwas unangenehm berührt, , indem hier Herbeischaffung von Stühlen für Schulvorsteher bei der Prüfung, ja sogar von Streusand und Sandfaß geredet wird, was doch allzukleinlich sein dürfte. Ueber den Bildungs­gang des Lehrers sagt der Verfasser viel Wahres und Beherzigenswerthes, wovon hoffentlich die nächste Zukunft anders ordnen wird.

Verlag der Friedrich'schen Buchhandlung in Wiesbaden. L. Friedrich, verantwort!. Redacteur. Druck der E. Ender è'schen Buchdruckerei zu Wiesbaden.