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über die Notaren oder Resultate der Visitation der Kasse, welcher der eine oder andere beizuwohnen hat, vernommen und mit seiner Vertheidigung gehört wor­den ist. Wird dieses versäumt, so ist das Verfahren nichtig.

Wenn die Rechnungskammer bei Prüfung der Rech­nungen oder bei Kaffen-Visitationen Unterschleife, Fälschungen re. entdeckte, welches leider meist so spät geschahe , daß aus dem Schiffbruch nichts mehr zu retten war; so mußte dieses, mit Einse, rdung der voll­ständigen Äeten dem Staats-Ministerium angezeigt werden, welches diese an die kompetente Gerichtsbe­hörde zur nähereu Untersuchung und Abfassung eines korrektionellen oder peinlichen Straferkenntnisses ab­zugeben hatte.

Diese auf Recht und Ordnung gegründete Bestim­mungen müssen beibehalten werden, denn bessere sind nicht zu substituiren. - Sind sie nicht immer genau befolgt worden, so liegt dieses nicht in ihnen, son­dern in der fehlerhaften Vollziehung.

(Fortsetzung folgt.

Die gute alte Zeit und der alte deutsche Handel.

Geschichtliche Mittheilungen von Friedr. Stöhr.

(Fortsetzung.)

Um diese Zeit wurde der Rheinische Handel durch viele Zölle, welche an verschiedenen Stellen am Rhein erhoben wurden, sehr belästigt, und es lehnten sich die Handeltreibenden Städte dagegen auf.

gen den Zoll beim Schloß Rheinfels, welches 1246 vom Grafen Dietrich von Katzenelnbogen erbaut wurde, versuchte man einzuschreiten, bedrohte das Schloß, jedoch vergebens. Um energischer zu han­deln, verbanden sich die Städte Mainz, Worms, Speier, Basel und Strasburg, denen die Erzbischöfe von Mainz, Cöln, Trier, die Bischöfe von Worms, Strasburg, Metz, Basel bald beitraten, wozu sich auch 1255 viele andere Städte gesellten, unter an­deren Zürich, Freiburg, Heidelberg, Frankfurt a. M.,

Bingen, Bacharach, Wesel , Boppard, Andernach, Bonn, Aachen, Münster, Cöln, Bremen und 60 westphälische Städte. Durch die Unterstützung des kaiserlichen Hofrichters gekräftigt, und durch den Beitritt des Kaisers Wilhelm zur Reife gebracht, brachte man eine Landmacht zusammen, auch rüsteten die Niederrheinischen Städte 500 und die Oberländi­schen Städte von der Mosel bis Basel 100 Kriegs­schiffe aus. Man überfiel damit die Raubschlösser und schaffte die'Rheinzölle ab. Trotzdem erbaute der Adel später neue Schlösser, und erpreßte neue Zoll­abgaben, bis 1271 alle Zollhäuser von Straßburg bis Cöln niedergerissen und zerstört wurden. Main; und Boppard behielten Abgaben zur Deckung der Unkosten für Vertheidigung der getroffenen Anstalten.

Der Handel der Europäer ging von Trapezunt nach Constantinopcl. Als derselbe sich sehr ausge­dehnt hatte, verweigerte sie 1306 den Fürsten von Trapezunt das Recht, ihre Waaren durchsuchen zu lassen, worüber eine Differenz entstand, in der sie die Stadt anzündeten und sich auf ihre Schiffe zurück­zogen. Auch nach China dehnte sich der Handel aus, und man brachte Seide, Baumwolle und Spe­zereien zurück. Ein Florentiner, Namens Franz Balduzi Pegoletti, machte 1335 eine Beschreibung dieses Handelsweges. Man kam von Assof nach Astrachan, dann nach Sara, Saratschick und Urgenz, wo man einen Theil der Waare umsetzte, und nach Otrar, Armalecco, Kamtschick nach Quinsai wciter- ging, wo man das Silber verkaufte, und endlich kam man mit dem baaren Erlös nach Pecking, wo man Waaren einkaufte. Ein Theil derselben ging von Assof und Astrachan nach Moskau und Nowogrod, und der

Ge- ' andere nach Venedig. Wegen der beständigen Strei­tigkeiten der Hansa mit den Russen verlor sich die Niederlage der ersteren zu Nowogrod, und der Levan­tische Waarenzug ging nun über Moskau durch Lief- land nach Misby. Von hieraus verschiffte sie, vor­züglich Lübeck, die Produkte in die westlichen Länder. Nach England gingen Tharsische Tücher, rohe Seide, Seidenzeuge, Baumwolle, Spezereien, Gewürze rc., yach den Niederlanden präparirte uud rohe Spezereien. Mehrere Deutsche besuchten 1318, 1331 und 1397 die Länder der Mongolen, Turkestan, Persien, Indien,