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dammren eS laut, daß die von den Insurgenten an­gegriffenen Hülfstruppen nicht Luft hatten sich von ihnen ruhig nicderschießen zu lassen. Es grenzt an das Komische oder wohl gar an Verrücktheit, zu ver­langen, die zur Verhütung der Gesetzlosigkeit anrü­ckenden nichtbadensche Truppen zurückzuziehen, damit Deutsche zum Morden deutscher Brüder nicht ver­wendet würden. Täuschen wir uns nicht über den Grund dieser Zärtlichkeit für unsere lieben deutschen Brüder, welche Schaaren von Raubgesindel an Frank­reichs Grenze zum Einfall in Baden herbeigelockt hatten, um von dieser deutschen Vendee aus den Bür­gerkrieg in das Herz des Vaterlands zu spielen. Jetzt ist dieser im Entstehen erstickt. Möge milde und nachsichtsvoll gegen die irregeleitete Menge der In­surgenten gehandelt werden. Das tolle Unternehmen hat zugleich das Gute in seinen Folgen, daß die Re­gierung mit starker Hand wieder den Zügel gefaßt hat, der ihr entfallen war. Die Gespensterfurcht vor Ruhland hat viel von ihrer Bedeutung verloren, seitdem man sieht, daß solches aus Furcht vor dem innern Feinde in Schach gehalten wird. Oestreich noch im­

mer unbeholfen und in der fatalen Lage, das Fremd­artige in seiner Bevölkerung in ein harmonisches Ganze zu fügen, hat den Gedanken an die Mieder­eroberung der Lagunenstadt und des dazu gehörigen Küstenlandes noch nicht aufgegeben. Gelingt ihm dieses auch, wie lange wird man dort die aufgedrun­gene Freundschaft dulden?

In Deutschland erhält sich noch in den meisten Staaten das Zweikammersystem, welches in den er­sten Abtheilungen so lange als Hemmschuh des Fort­schrittes gebraucht wird, bis deS Zauderns müde, die schwerfällige Maschine, dem raschen Lokomotiv, durch den kathegorischen Imperativ genöthigt, Platz machen muß.

Blicken wir mit Hoffnung und festem Vertrauen auf die Abgeordneten der Nationalversammlung, wozu sich täglich Mehrere einfinden. Auf sie sind aller Augen gerichtet. Es wird sich auch hier zeigen, daß — wie in der konstituirenden Versammlung Frank­reichs, Talente sich entwickeln, welche bisher todt und unbenutzt schlummerten, weil es denselben an Gelegenheit fehlte, sich kräftig zu entfalten.

Bekanntmachungen.

Erklärung des Sicherheitscomitfis zu Wies­baden die Lieferung von Gewehren betr.

Da uns wiederholt aus allen Landestheilen dringende Forderungen um Gewehren zukommen, mit dem jedes­maligen Bemerken, es seyen hier Lieferungen aus Lüttich angekommen, so erklären mir hiermit, daß diese Ge­richte grundlos und uns auch noch nicht Nachrichten zu- gekommcn sind, bis wann wir sie sicher erwarten dürfen. Wir verweisen daher auf unsere öffentliche Mittheilung, und werden ihr gemäss auf demselben Wege bekannt ma­chen, wann Lieferungen angekommen sind, mit dem Be­merken, daß alle brieflichen Anforderungen unbeantwortet bleiben werden.

Wiesbaden, den 2. Mai 1848.

Das Sicherhcitscomitsi.

An unsere Wiesbadener Mitbürger und Mitbürgerinnen.

Die durch alle deutschen Länder allgemein angeordnete Volkswehr ist auch bei uns frisch ins Leben getreten, und

es wird deren schleunige und möglichst vollständige Ein­richtung und Ausrüstung für Nassau um so dringender erachtet, als das Linien - Militär unser Land, wahrschein­lich auf längere Zeit, bereits verlassen hat.

Der Volkswehr liegt daher die wichtige Pflicht allein ob, mit Muth und nachdrücklichster Kraft die gesetzliche Ordnung des Landes aufrecht erhalten zu helfen.

Zur Hebung in Ausbildung des Instituts wird aber gleichmäßige und einfache Montirung der Mannschaft für dringend nothwendig erachtet.

Es begibt sich aber in jetziger verdienstloser Zeit, daß viele wackere Wehrmänner um so weniger im Stande sind, die Ausgabe dafür machen zu-können, als ihre Kräfte, durch den neuen Beruf zu sehr in Anspruch ge­nommen, kaum zur nothdürftigen Erhaltung ihrer Eristenz auszureichen.

Es ergeht daher an unsere Mitbürger und Mit­bürgerinnen die dringende Bitte, durch freiwillige Bei­träge einen Fond zur Bestreitung der Kosten für Mon- tirung des unbemittelten Theils der Wehrmannschaft zu. gründen.