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Wahlen zur Nationalversammlung nicht zu kurz zu kommen, zu den nämlichen Wahlmanövern ihre Zu­flucht nehmen, die man dem gestürzten System so übel genommen hat. Dabei stockt Handel und Ge­werbe ; große Handelshäuser falliren, mit einem Worte, die Dinge sehen trüb genug aus.

In England haben an einigen Punkten, in den großen Fabrikstädten Arbeiterunruben stattgefunden, an denen die von den französischen Neuigkeiten gleich­

falls dort zu Lande hervorgebrachte Aufregung ihren Antheil haben mag. Ucbcraü aber ist das Gesetz Herr geblieben. Zu Irland soll dagegen bei dem leidenschaftlichen Charakter des Volkes und seiner leichten Entzündlichkeit Ernsteres zu erwarten stehen.

Aus Italien kommt die Nachricht, daß der Pabst die Constitution schon im Druck habe. Aus der Lombardei dagegen erfährt man nichts Näheres. Das Land starrt von östreichischen Bajonetten.

Privatanzeigen.

Bekanntmachung.

Die Sitzungen des Stadt-Borstandes von Wiesbaden fin­den von jetzt an öffentlich statt, und die gewöhnliche Be­rathungen beginnen am Montag jeder Woche Nachmit­tags 4 Uhr, in dem hiesigen Rathhaussaale. Außerge­wöhnliche Sitzungen werden durch die öffentlichen Blätter bekannt gemacht.

Wir laden unsere Mitbürger ein, unserer Berathung beizuwohnen.

Wiesbaden, den 13. März 1848.

Der Stadt-Vorstand.

Die stehenden Heere in Deutschland in poli­tischer und staatswirthschastlicher Hinsicht von Friedrich Wilhelm. (Emmermann.) Wiesbaden, im Verlag der Redaction dieses Blatts. 1848. Preis 28 kr.

Obgleich vor den Ereignissen der jetzigen Zeit abge­faßt, hat diese kleine Schrift an ihrem innern Werthe nichts verloren, indem der Werf. den Maßstab der Stärke der stehenden Heere nach der Population der deutschen Staaten als unrichtig und drückend bestritt, einen anderen richtigen Vorschlag, die Reduktion desselben mit bedeuten­den Ersparungen empfahl, und die Kadettenbildung zur Besetzung der Officierstellen in ihrer Schädlichkeit schil­derte. Nach seiner Ansicht soll das Militär nur den kleinen Stamm zur Volksbewaffnung bilden, welches bei der Artillerie und dem Geniekorps unumgänglich nöthig erscheint, um in den Zeiten der Noth durch seine Vete­ranen und im Dienst gebildeten und eingeübten Führer dem Vaterland nützlich zu werden. Nur untad'elhaftes Betragen, Bildung und Befähigung schlägt der Vrf. vor soll künftig den Soldaten Anspruch ans höhere Grade gewähren.

Die Reform in den christlichen Kirchen Deutschlands der jetzigen Zeit und die

Möglichkeit der Vereinigung gleichgesinn­ter Konfessionen von Fr. W. Emmermann. Mainz 1818, im Debit der Kreidel^schen Buchhandlung. Preis 24 kr.

Es genügt, den Inhalt dieser kleinen Schrift anzu­zeigen, uni deren Verbreitung unter Protestanten zu be­fördern, welche dem Fortschritt der kirchlichen Reforma­tion nicht abhold und nur noch unentschlossen sind, welche Richtung sie in diesem Parteikampf nehmen wollen. Der Vers, erklärt sich auf Gründe gestützt, gegen die Stiftung neuer Sekten, welche jetzt, da die deutsche Nation nach kompakter Einheit strebt, die neu erwachte Kraft schwächen könnte. Daher wünscht er eine Vereinigung gleich ge­sinnter Konfessionen und hält die jetzige Zeit dazu am meisten geeignet. Vorzüglich werde die Bahn dazu er­öffnet, wenn eine Totaltrennung der Freunde des Fort­schritts von den Gegnern derselben statt finde. Um dieses zu erleichtern, hat er versucht, auf die tief eingreifenden Unterscheidungs-Momente der römischen, protestantischen und deutschkatholischen Kirche aufmerksam zu machen. Die kleine Schrift verhandelt in folgenden Abschnitten: 1) Das Verhältniß des Staats zur Kirche; 2) die reli­giöse Toleranz; 3) Verhältniße des Staats zur Schule und der Kirche zu derselben; 4) Prüfung und Anstel­lung der Geistlichen der christlichen Konfessionen; 5) der Gottesdienst und die Feier der dazu bestimmten Tage; 6) die verschiedenen Glaubensbekenntnisse; 7) die heilige Schrift und deren Gebrauch; 8) die Sakramente der christlichen Konfessionen; 9) die Glaubenslehren der verschie­denen christlichen Konfessionen; 10) Konzilien und Syno­den; 11) der Protestantismus, des Deutschkatholicismus und die Möglichkeit der Vereinigung beider.

Diese ist jetzt noch dadurch erleichtert worden, weil die neue Konfession den bereits anerkannten mit allen Rech­ten gleich gestellt wird, oder doch, wo dieses noch nicht geschehen, gleich gestellt soll werden, und also einenach­theilige Stellung durch diesen Nebertritt nicht mehr zu besorgen ist.

Verlag der Friedrich'schen Buchhandlung in Wiesbaden. L. Friedrich, verantwort!. Redacteur. Druck der E. Ender è'schm Buchdrucker« zu Wiesbaden.