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Fall eines Krieges fc viel als nichts geschcben. Wir vermissen thatkräftige Männer in der Regie­rung. Den bisherigen Auditeur Werren halten wir für den Mann, welcher Entschlossenheit in diese Behörde bringen könnte. Wir bedauern es, daß Werren in diesem Augenblick von Wiesbaden weg versetzt wird, obgleich nicht zu leugnen ist, daß auch das Amt Königstein seiner bedarf.

2 Wiesbaden, 10. April. Die Allgemeine nassauische Zeitung gewinnt in der Nähe und Ferne immer mehr Boden. Ihr Ziel ist die wei­teste Ausbeutung der Bewilligungen des 4. März, und zwar auf der Grundlage der demokratischen Monarchie. Ihr Redacteur hat im Großherzog- thum Baden eine gute Schule des konstitutionellen Lebens durchgemacht, und geht auf bestimmte prac- tische Ziele los. Wir hoffen aber, daß Herr Riehl nach seiner Rückkehr in die Heimath sich nicht bloß mit Politik beschäftigen wird, sondern besonders für eine höhere, gediegenere Kunstbildung unserer nassauischen Heimath, wozu er wie Wenige be­fähigt ist, beitragen wird. So wird er ebenfalls der ächten politischen Bildung in die Hände arbeiten. Eine höhere Anstalt für musikalische Bildung wäre das Erste, was wir von Herrn Riehl ins Werk gesetzt zu sehen wünschten, sobald es nur die Zeitverhältnisse erlauben. Die nichtige charac- terlose Musik hat den Volksgeist nicht wenig ent­sittlicht. Zunächst freilich dürfen wir Herrn Riehl in seiner politischen Thätigkeit nicht stören.

n Von der Lahn, 12. April. — Wir hoffen, daß fortan die Baumeister nicht mehr darauf ausgehen werden, bei Versteigerung öffent­licher Arbeiten durch Zulassung untüchtiger Hand­werker den Preis so herabzudrücken, daß ein tüch­tiger Meister die Arbeit nicht übernehmen kann.

6 Von der Lahn, 13. April. — Bei den gegenwärtigen Verhandlungen über den Bundes­freistaat und die demokratische Bundesmonarchie erlauben wir uns auf etwas aufmerksam zu ma­chen, was, soviel wir wissen, von der Presse noch nicht mit dem gehörigen Nachdruck hervor­gehoben worden ist, nämlich die harmonische gleich­mäßige Gestaltung des gesammten Bundesstaates. Es ist unsere Ueberzeugung, welche durch die Ge­schichte bestätigt wird, daß monarchisch regierte Staaten nur unter einem Monarchen zuck Bun­desstaat vereinigt werden können. Wollte man hier der Oberstaatsgewalt eine republikanische Form geben, so würde der Verein sich bald, wenn

die großen Zeiten des nationalen Aufschwungs vorbei wären, in einen bloßen Staatenbund auf­lockern, weil es der wechselnden Bundesgewalt den erblichen Monarchen der einzelnen Landschaften gegenüber an Einheit, Ansehen und Bestand feh­len würde. Die Reichsgeschichtc liefert den Be­weis, da selbst die Kaiser, nachdem das Reich ein Wahlreich geworden war, ihre Macht gegen die erblichen Vasallen nicht aufrecht zu erhalten vermochten. Diejenigen, welchen es Ernst mit dem monarchischen Princip ist, müssen daher mtd) folgerichtig dasselbe an die Spitze unseres Bundes stellen, was in diesem Augenblick aus vielen Gründen unmöglich sein möchte. In den einzelnen Staaten das monarchische, und an der Spitze des Bundes das republikanische Princip feststellen zu wollen, wird auf die Dauer nicht gelingen. Das deutsche Volk wird sich ganz nach der einen oder der andern Seite wenden müssen, wenn es nicht neuer Zersplitterung entgegen gehen will. Halbe Zustände können nur als Ucbcrgangszuständc an­gesehen werden. Man darf sich keinen gemüth­lichen Illusionen hingeben, fonbern muß den Muth haben, der vollen nackten Wahrheit ins Angesicht zu schauen. Der Lahnbote wird dieser Frage in der nächsten Zeit eine besondere Aufmerksamkeit zuwenden.

ß Von der Lahn, 12. April. — Man kann nicht oft und nachdrücklich genug darauf dringen, daß alle diejenigen, in deren Kräften es steht, den vielen brodlosen Arbeitern Beschäftigung gewähren. Arbeit, Arbeit allein kann uns zur Freiheit, Ruhe, zum Gesetz und zur Ordnung bringen oder in ihr erhalten, und cs ist die erste Forderung des Va­terlandes, daß Jeder auch selbst mit Opfern zur Arbeitsertheilung mitwirke. Lasse man keinen fleißigen Mann verdienstlos! Der Staat, die Gemeinde, der Einzelne haben tausend Mittel, Beschäftigung zu geben. Nur durch geordnete Arbeit kehrt das Vertrauen, kehren die Geschäfte, kehrt das verschwundene Geld zurück. Nach den letzten Hungerjahren thut dem Gewerb- und Ar­beiterstand Arbeit, reichliche Arbeit doppelt Noth. Leider hören wir, daß manche Gemeinden in die­sem Jahr längst beabsichtigte oder gar bereits begonnene Arbeiten einstellen wollen. Wir bitten sie im Namen des Vaterlandes, auf dieser unglück­lichen Bahn nicht fortzufahren. Wenn der Staat nicht bald umfassende öffentliche Arbeiten unter­nimmt, müssen wir schwere Klagen gegen ihn erheben. Wir vermissen überhaupt an unserer Re-