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gepflogen, ist eine Hauptversammlung von Abgeordneten aus allen Remtern auf den 12. April in Limburg festgesetzt.
Zweck dieser Versammlung ist, die Forderungen der Schule zur besseren Volksbildung festzusetzen und in einer Petition dem Herzoge und den Ständen vorzulegen.
Die Anmeldungen geschehen den 12. April bei Lehrer Ker el in Limburg, die Berathungen beginnen am folgenden Morgen.
ip Vom hohen Westerwald, 29. März. — Unserer Volkswehr stehen viele Hindernisse im Weg. Da der Westerwald meist nur von ärmeren, früher hart bedrückten Bewohnern bewohnt wird, so ist es eines Theils unmöglich, die Kosten der Selbstbewaffnung aufzubringen; auf der andern Seite fehlt in vielen bereits bestehenden Schaaren der Volkswehr der Geist der Ordnung und Einigkeit. Gütergemeinschaft ist den vielen Armen das letzte Ziel. Die Anführer verderben Vieles, indem sie falsche Ansichten von Subordination haben, sich im Dünkel ihrer neuen Stellung überheben rc. Auf den meisten Dörfern ist Niemand für diese Organisation thätig, man sieht sie als einen neuen Feind der Gemeindekassen an und wünscht, man möge diese drückende Pflicht wieder zurücknehmen, indem den Ortsbewohnern weder Zeit noch Geld ziw Bestreitung ihrer gewöhnlichen Bedürfnisse übrig bleibe. Dahin sind die Nachkommen der einst so stolzen Germanen gekommen
P Westerburg, 30. März. — Wie weit die Verblendung der Landleutc in dieser bewegten Zeit hier und da geht, beweisen folgende Vorfälle. In einem benachbarten Dorfe ist der Gemeinde- bullen von den Bauern im Zorne mit Holzarten durch viele Wunden auf grausame Weise im Stalle todtgeschlagen, und in einem andern Dorfe derselbe geschlachtet und als Sühnopfer von der ganzen Gemeinde feierlichst verspeist worden. In einem dritten Orte haben die Weiber den Zugochsen des dortigen Schultheißen die Schwänze und Ohren abgeschnitten ! Sind das die Früchte unserer Volksbildung? Da hört man doch Erfreulicheres aus den Lahngegenden.
Z Vom mittleren Westerwald, 29. März. — Sie wünschen Nachrichten vom Wester
walde. Erfreuliches habe ich Ihnen nicht nn> zutheilen; denn wir sind häufig Augenzeugen eines unsinnigen Betragens, welches meistens durch das Mißverständniß der neuen Proklamationen und durch das tactlose und ängstliche Auftreten der meisten Beamten hervorgerufen worden ist. Diese geben sich oft zu willenlosen Werkzeugen des zu- sammengelaufenen Pöbels her und wissen dem Volke nicht die wahre Seite der neuen Bewegung vor Augen zu führen. Es geht wild auf den Dörfern her. Selbst in den größeren Ortschaften versteht man die Aufgabe der Zeit' nicht. Die an mehreren Orten gebildeten Sicherheitscomitè's lassen sich häufig von selbstsüchtigen Zwecken leiten. Man behandelt nicht allgemeine vaterländische Fragen, sondern faßt am liebsten Privatangelegenheiten ins Auge. Man sucht sich an dem Pfarrer oder dem Schultheißen zu rächen, in manchen Versammlungen schmiedet man nur die Giftpfeile der Verläumdung. Partheiwuth zerklüftet Alles. Am gefährlichsten sind in diesem Augenblicke die Bauerncomplotte, denen nichts heilig ist. Die große Bewegung hat in hiesiger Gegend mchr den Charakter eines Bauerntumultes angenommen. Es muß von Seiten der Behörden, besonders der Geistlichen, mehr auf dem Wege der Belehrung gewirkt werden. Dies würde mehr wirken als die Instruktionen des Sicherheitscomitö's in Wiesbaden, welche au den Straßenecken augeschlagen, aber mit Koth beworfen oder herabgerissen wurden. Man müßte die gewichtigsten Wünsche und Forderungen der Gemeinden zu Protocoll nehmen und Abänderung nnd Hülfe versprechen. Die verhaßten Beamten sind ganz außer Kraft und die Wenigsten lassen sich auswärts blicken. Es ist heilige Pflicht jedes tüchtigeil Mannes in diesen helllosen Zustand einzugreifen.
a Aus dem goldnen Grund, 28. März. — Von manchen Seiten verspricht man sich in unserer Gegend goldne Berge von der nächsten Zukunft für die katholische Kirche. Wenn man vom Staate frei ist, will man durch eine starke Partei in der Kammer, welche in einem wohl vorbereiteten Volk einen tüchtigen Hinterhalt hat, allo dis Güter fordern, welche in früheren Zeiten der Kirche gehörten und deren Nutznießung man dem Volke in Aussicht stellt. Sie sollen von den Staatsdomänen ausgeschieden und unter geistliche Verwaltung gestellt werden. Aber diese Stifter, Klöster, Bisthümer waren Souveräne und alle
