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dem sie mit der bürgerlichen mehr zusammenfällt, da der Bürger Krieger und der Krieger Bürger wird. Die Gymnasien werden sich schneller in die Forderungen der Gegenwart finden, welche von der Wissenschaft und durch freie Vereine schon hinlänglich festgestellt sind. Der naturwissenschaft­liche Unterricht wird durch alle Klaffen besser ein­gerichtet werden, man wird den Jünglingen der drittobersten Klasse die Geschichte der deutschen Freiheitskriege, sowie den zur Universität Abge­henden die Geschichte seit 1815 nicht mehr vor­enthalten wollen. Der naturwissenschaftliche, be­sonders aber der historische Verein muß aus seinem Schlummer erwachen. Freie Vereine zur Förde­rung der bildenden Künste sowie der Musik werden entstehen. Alle Keime geistigen Lebens, welche in der Brust des streb- und bildsamen nassauischen Volkes ruhen, werden sich nun unter den Strah­len der aufgegangenen Freiheitssonue entwickeln.

xVom Rhein, 20. März. Im Amte St. Goarshausen hat sich ein Verein von Volks- fchnllehrern gebildet, welcher sich die Emancipation der Schule von der Kirche, sowie eine zeitgemäße Organisation des Volksschulwesens zum Ziele ge­setzt hat. Wir werden auf seine Bestrebungen zurückkommcu. Als eine der nächsten Aufgaben erscheint die Verwirklichung eines Gedankens von Diesterweg: die Einsetzung eines wo möglich aus den Lehrern selbst hervorgegangenen Krejsschulin- spectors nebst einem Kreisschulrathöcollegium, wel­ches zu gleichen Theilen aus Männern besteht, welche der Staat bestimmt, aus Lehrern, welche von den Lehrern, und aus Bürgern, welche von dem Ortsschulvorstand gewählt sind.

# Von der Dörsbach, 19. März. Als einen baldigst zu beseitigenden Mißstand müssen wir die Gewohnheit bezeichnen, daß während das in Gemeindewaldungen versteigerte Holz sogleich bezahlt werden muß, die Domäncnverwaltnng bis zum Herbste Ausstand giebt, wodurch das Domänen­holz natürlich im Preise steigt. Diese Ungleich­heit der Zahlungsfrist ist daher eine Ungerechtig­keit gegen die Gemeinden.

^ Aus der golduen Grafschaft, 18. März. Wir schlagen für dieses Frühjahr ein allgemein deutsches Volksfest, ein Constitutionsfest für unser Herzogthum vor, auf welchem unsere Liedertafeln, Turnvereine und besten Buchseuschützen

zusammen wirken sollen. Für die geeignetste Stätte dieses Festes halten wir die weiten, freien Räume des alten Dierstein, des heutigen freundlichen Oraniensteins, in der goldnen Au, zwischen Lim­burg und Dietz, im Herzen Nassau's gelegen.

ß Aus dem Amt Runkel, 17. März. Während in den uns benachbarten Aemtern die Verheißungen unseres Herzogs eineWahrheit werden, zunächst das Recht der freien Vereinigung, indem die Städte sich an die Spitze der gesetzlichen Ent­wicklung stellen und damit auf die ganze Umgegend einen wohlthätigen Einfluß üben, geschieht in unserm Amtssitz nichts von dieser Art. Desto mehr gährt es nun in den einzelnen Gemeinden, welche nicht über die große Bewegung dieser Zeit aufgeklärt werden, und in Angst und Unruhe verfallen, sie möchten etwas "verschlafen." Es ist aber an der Zeit, daß man die große Bewe­gung in gesetzliche Formen leitet, was ganz leicht dadurch geschieht, daß man die Wünsche und Forderungen des Volkes sich offen und frei aus- sprechen läßt und sie zusammenfaßt, um sie dem­nächst den Männern vorzulegen, welche das Ver­trauen des Volkes zu Abgeordneten berufen wird. Die Zeit ist vorüber, wo man die gerechten For­derungen der Staatsbürger durch einen Macht­spruch zum Schweigen brachte. Es ist Pflicht der Stadt Runkel, sich an die Spitze der Be­wegung zu stellen und alle Rücksichten bei Seite zu setzen, welche die standesherrlichen Verhältnisse zu gebieten scheinen. Thut sie dies nicht, so wird sie es erleben, daß ihre Gemeinden die Versamm­lungen anderer Amtssitze besuchen.

6 Usingen, 17. März. Hoffentlich wer­den die übrigen nassauischen Städte nun gleich uns Bürgerbibliotheken zur Erweckung eines wahr­haft staatsbürgerlichen Simics anlegen. Die Zeit der bloßen Untcrhaltungsliteratnr ist vorbei. Aber auch die rein technischen Vorträge in den Gewerbe- vereinen haben, wie die Erfahrung beweist, nicht den wünschenswerthen Anklang gefunden, wenn nicht staatsbürgerliche Gesinnung zngleich geweckt wurde. Auch auf dem Lande haben die Abend­schulen wenig gewirkt, weil man sich fast nur mit dem Schreiben und Rechnen beschäftigte und die Theilnahme der Gemeinden für geistiges Leben nicht zu wecke» wußte. Daher fonunt es, Laß manche Gemeinden in diesen Tagen ilpe Abend-

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