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und zwar soll es sich aus der Wurzel, aus den tiefsten Grundlagen, aus den ewigen sittlichen Mächten des Volkslebens selbst frei und fröhlich entwickeln. Wir wollen den neuen, mächtigen Geist, der aber nur der wiedererstandene uralte germanische ist, nicht in alte Schläuche fassen, wir wollen als wahrhaft Conservative keine halbe, son­dern eine ganze Reform; aber wir wollen sie ruhig, besonnen, in den festen Schranken des Gesetzes anbahnen und ins Leben ein­führen. Wir wollen den vernünftigen For­derungen der Gegenwart ganz nachgeben, damit der krankhafte Zustand der Erbitterung und des gereizten Hin- und Hrrzerrcns auf­höre und damit sofort zu einem freudigen Neubau geschritten werden kann. Wir sind erklärte Feinde aller derer, welche nur in der Zerstörung ihre Lust finden, aber warme Freunde aller schöpferischen Gedanken und ihrer Vertreter. Wir haben uns unser Ziel gleich vornherein weit und hoch gesteckt, so­wie deutsche Wissenschaft und die Praxis der mächtigsten, freisten und glücklichsten Völker des Alterthums und der Gegenwart uns dasselbe verschreiben. Besonders werden wir von England und Nordamerika, wo sich deutscher Geist glücklicher als im deut­schen Mutterlande selber entwickelt hat, zu lernen suchen. Wir haben uns, wie gesagt, ein hohes Ziel gestellt, wir werden uns aber auch durch keine Leidenschaft, durch kein Parteigetriebe über dasselbe hinaus oder an demselben vorbei drängen lassen. Können wir nicht mehr unserer Ueberzeugung gemäß handeln, so werden wir still bei Seite treten.

Wir werden die verschiedenen Seiten des Staatslebens in leitenden Artikeln be­leuchten und gern entgegengesetzten Ansichten darüber unsere Spalten öffnen, wenn sie sich in parlamentarischen Formen bewegen. Da wir alle noch einen besonderen Beruf

zu erfüllen haben, bitten wir bei kaum zu vermeidenden Mängeln unseres Blattes um Nachsicht. Unser Wunsch ist, das von der Natur so gesegnete Nassau niöge ein Muster- staat in der Gegenwart werden, wie es schon einmal vor einem Menschenalter als solcher galt. Wir bitten die Bewohner des Taunus und Westerwaldes in diesem Sinne mit uns zusammen zu wirken. Gott segne unser Vaterland!

Der Volksscbütze.

Mit Benutzung des We-kchen- »Stehendes Heer und Volkswehr, von einem deutschen Offizier.»

□ Mit dem Rufe "für Freiheit und Va- terland" schlugen die französischen Volksheere, nur von begeisterter Vaterlandsliebe zusammen- gehalten, in den neunziger Jahren die lang geübten und kriegsgewohnten Heere aus der Schule des großen Friedrich von Preußen. Mit demselben Rufe und mit demselben Patriotismus schlug der deutsche Landwehr­mann die berühmten Garden Napoleons in den Jahren 1813, 14 und 15. Ebenso erfochten im Jahre 1813 Die Amerikanischen Vol k^ schützen bei Neu-Orleans über Wellington's Grenadiere den glänzendsten Sieg und so zwar, daß General Hanson sich genöthigt sah, besonders mit Bezug auf die Männer aus dem Kentuckystaate, den überraschenden Befehl zu ertheilen: sie soll­ten ihre Kühnheit bezähmen und ihren unaufhaltsamen Kriegseifer ermäßigen.

Neben der inneren Kraft, welche eine wahre Nationalbewaffnung dem Volke ver­leiht, wird das Hauptgewicht der Entschei­dung der Schlachten in Der sicheren Kugel des Volks schützen beruhen. Schieß- fertigkeit, eine, wie uns die tägliche Er­fahrung lehrt, dem Volke viel leichter als