yen wäre, hatten wir ihn erkannt, den Mann, dessen Herz von jeher für die Freiheit seines Volkes schlug, xn Mann, der schon im Jahr 1832 für „Deutschlands Unheil durch National-Repräsentation", das waS wir feilte verwirklichen wollen, in klaren, tiefdurchdachten nd warm gefühlten Umrissen vorlegte, den in der Verbannung, einen politisch Geächteten, keine wälschen Verlockungen zu Komplotten gegen das Vaterland vereitert konnten, wie unsere heutigen Republikaner Struve, )erwcgh und Consortcn; nein, der unablässig kämpfte zegen Lug und Trug und die Verstrickungen, in die man Deutschland fesselte. Wir kennen ihn aber auch, den Mann der Rede, gewandt wie Einer, kein Staarmatz, Ke er die modernen Volksredner nennt, die wir hier .chört haben, welche die Apostel auf unsern Dorfschaft en ringS herum machten; wir haben ihn noch im Ge- ächtniß von dem kümmerlichen PrcßfreiheitSfeste her am I. April 1832 in Weinheim, und vom Hambacher Feste -er. Wird kein Gan deS Hessenlandes eine Wahlstimme nm deutschen Parlamente für den edlen Dr. Wilhcl in Zchulz haben? Oder soll vergessen werden, daß am $8. Juni 1834 Dr. Wilhelm Schulz vom Gericht zur Kassation, Entziehung der Pension und fünfjährigen sestungsarrcst wegen fortgesetzten Versuchs d es Hoch - e r r a t h s verurtheilt wurde, weil er die Rechte deS Volks damals schon vertheidigt, für die er jetzt, dem Vaterlande wiedergegeben, mit neuer Kraft in die Schranken tritt? (F- 2)
Karlsruhe, 6. Mai. Am Abend des 3. Mai kam das Bataillon des Leibregiments, welches an dem Gefecht bei Kandern Theil genommen hatte und Zeuge des an dem edeln G a g c r n verübten Meuchelmordes war, aus dem Oberlande zurück. Die wackern Krieger wurden von der Bürgerwehr empfangen und durch die Straßen der Stadt, am Schlosse vorbei, wo der Großherzog sie begrüßte und den lauten Hochruf der Wehrmänner von der Linie und der Bürgerschaft entgegen nahm, in die Kaserne geleitet. Eine zahllose Menge eräugte sich am Bahnhöfe und auf dem Wege der Truppen, um Zeuge des erhebenden Anblickes der Vereinigung der Bürger mit den Kriegern zu sein, deren Freude aus ihren Zügen sprach. Ein anderes Bataillon wird das heimgekehrte im Oberlande ersetzen, denn noch dürfen die Grenzen nicht ohne Schutz bleiben. Frankreich hat geduldet, daß in Paris, Lyon und au mehreren Orten Schaaren von Deutschen, Franzosen und Ange- -örigen anderer Länder sich bildeten und in den Waffen übten, mit der erklärten Absicht, vom französischen Gebiete aus feindlich in Deutschland einzufallen. Es hatte ferner den Anschein, als ob Frankreich zugeben wolle, daß die zurückgeslohenen Trümmer der Ungebrochenen Banden sich an der Grenze zu neuen Unternehmungen sammelten und rüsteten. Die Führer kündigten diese Absicht unverhohlen im Niederrheinischen Kourir an; sie hatten sogar die Frechheit, einen badischen Artillerieoffizier , der in bürgerlicher Kleidung nach Straßburg gekommen war, gefangen zu nehmen, nach Schiltigheim abzuführen und dem Kommandanten in Kehl anzuzeigen, daß sie die Auslieferung von drei in Bruchsal verhafteten Bandenführern verlangten, widrigenfalls der Offizier erschossen werde. Auf das Begehren deS Kommandanten wurde dann doch der Offizier von einer Abtheilung französischer Truppen befreit. Die französische Regierung hat endlich auch die Entfernung der Flüchtlinge von den Grenzen ungeordnet, und man darf glauben, daß der Anmarsch der Fremdenlegion auS Algerien gegen den Rhein, welchen das Gerücht meldete, nicht stattfinden werde. Der Sieg Lamartine'S und seiner Freunde in den Wahlen spricht ebenfalls dafür, daß Frankreich weitere Verletzungen des Völkerrechts gegen Deutschland vermeiden werde. Es ist für das Wohl beider Nationen zu wichtig, daß ihre inneren Entwicklungen ohne Krieg vor sich gehen, als daß die verständigen Patrioten nicht Alles aufbieten sollten, um den Frieden zu erhalten. (D. Z.)
Breslau, 25. April. Aus Warschau gibt die „Gazeta Polska" die Mittheilung, daß von den in Folge der entdeckten Militärverschwörung verhafteten Osfizie- ren der Warschauer Garnison, auf Grund eines Erkenntnisses des Kriegsgerichtes, bereits vier, der Geburt nach Kurlânder, vor einigen Tagen in der Eidatelle erschossen worden sind Im Königreich Polen sollen bereils die Bauern beauftragt sein, ihre Gutsherrn, sobald sie von Aufstand sprechen, dem nächsten Gendarmenchef zu überliefern. — Das Gerücht von einer durch Beamte verbreiteten Kontrerevolution in Galizien, nach der Manier vom Jahre 1840, taucht abermals auf. Vielleicht bangen mit jenem Gerüchte die bedeutenden Brandschäden , welche aus vielen Kreisen Galiziens jetzt -berichtet werden, irgend wie zusammen, (Brsl. 3 )
AuS O e st e r r e i ch, i m M-ä i. Der Krieg mit Ungarn steht bevor, denn Ungarn weigert sich seinen Theil au der durch Metternich gemachten österreichischen Staatsschuld zu bezahlen. Dieser treffliche Entschluß der tapfern Ungarn ist die Losung zum Aufstand aller Provinzen dieses finstern Reiches, dessen letzte Stunde geschlagen hat.
Tilsit. Die Voss. Z. meldet von hier: Nach einer so eben Angegangenen Korrespondenz-Nachricht, ist der Kaiser von Rußland in Riga angekommen. Er war daselbst erst zum 29. angcmeldet, aber, wie gewöhnlich, überraschte er, und kam 3 Tage früher. Von dort soll er nach Kowno und Polen gehen. Wahrscheinlich ist der alleinige Zweck seiner Reise, sich persönlich von dem Stande der Dinge in den Grenz-Provinzen zu überzeugen, der in den schwärzesten Farben geschildert war. — Die neue Bestimmung in Betreff der Einlieferung sämmtlicher Waffen an die Behörden, wird in Szameiten mit unerhörter Strenge auSgeführt, und es sind derselben auch sämmtliche kaiserliche Beamte unterworfen. Die Strafen oer Verheimlichung find für einen Gutsbesitzer : ^lchlagnahmc sämmtlicher Güter, für einen sonnten Privatmann: Strafarbeit in den sibirischen 'j$9yÄ$£l£nJ das höchste Strafmaß im russischen Gesetze und härter alF der Tod), sist einen Beamten ; Tod durchs Erschießen binnen .24 Stunden. Leider ist in der Taurogger Gegend schon ein Individuum, Namens Dogalsky, welcher bei der Ablieferung einiger Waffen die Versicherung gab, keine mehr zu besitzen, bei dem sich aber in Folge einer Anklage doch noch 1 Flinte^ 1 Säbel und einige Pfund Pulver vorfanden, $ur Strafarbeit in den Bergwerken verurtheilt, und wird in diesen Tagen abgeführt.
Däne m a r k.
Folgende Erklärung der dänischen Regierung ist, in vier Sprachen abgefaßt, in Rostock am 3. Mai -eingegangen und wird uns durch unsern RostockerCorresponbcntcn mitgetheilt: „Wir Frederik der Siebente von Gottes Gnaden ic. thun kund hiermit: Daß Wir in Folge der zwischen Uns und seiner Sr. Maj. dem Könige von Preuße», Sr. Maj. dem Könige von Hannover, II, kk HH. den Großherzogen von Oldenburg und Mecklenburg, so wie den freien und Hansestädten Lübeck, Hamburg und Bremen eingetrcteneu Feindseligkeiten, Uns veranlaßt gesehen haben, die Häfen, Küstenstrecken und Flußmündungen dieser Staaten, so wie die Häsen in Unsern eigenen Landen, welche von ihnen besetzt sind, in Blokade-Zustand zu erklären. Wir haben Unsern Kriegsschiffen den Befehl ertheilt, diese Maßregel auszuführen, und sowohl den eigenen als den Schiffen alliirtcr, freundschaftlicher und neutraler Mächte nicht zu gestatten, in die gedachten, von Unseren Kriegsschiffen blokirten Häfen und Oerter einzulaufen. Dieses zur Nachricht und Gelebung aller Ankommenden. Urkundlich unter Unserem königlichen Handzeichen und beigedrucktem SnfiegcL Gegeben in Unserer königlichen Residenzstadt Kopenhagen, den 29. April 1848. (U. 8.) Frederik U." (F, I.)
Kopenhagen, 27. April. Die Antwort des Kriegsministers auf den Bericht des Generals Hedemann
