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besitzer. Die großen Grundbesitzer sind übrigens edel genug, um sich solches nicht erst durch ein Edikt ab- zwingen zu lassen, sondern sie gehen in ihrer Aufopfer­ung so weit, daß sie erklären: fortan soll im polnischen Vaterlande ein jeder Familienvater Grundbesitz haben.

Frankfurt, 6. April. Gestern hat sich hier ein Polencomite gebildet, welches die Unterstützung Polens in seinem bevorstehenden Freiheitskampfe und zunächst die Unterstützung der auS Frankreich nach ihrer Hei- Math ziehenden Polen, von welchen einzelne Kolonnen in wenigen Tagen durch unsere Stadt kommen werden, bezweckt. ES ist sehr zu wünschen, und, bei der Shm- pathie Deutschlands für die polnische Sache, wohl auch mit Sicherheit zu hoffen, daß sich ähnliche Vereine al# ierwartS in Deutschland und namentlich in den Nachbar- städten, welche von den heimkehrenden Polen auf ihrem Durchzug berührt werden, wie Heidelberg, Mannheim, Darmstadt, Hanau, Mainz k., bilden. (F. I.)

Rendsburg. Die provisorische Regierung erließ unterm 31. März folgende „Ansprache an die dänische Nation."

„Dänen! Das Volk in Kopenhagen hat Euren König unseren Herzog, gezwungen, die Einverleibung Schleswigs in das Königreich Dänemark, seine Herab­setzung zu einer Provinz, zu erklären, und schon ziehen dänische Truppen in das Herzogthum Schleswig ein, um diesen Machtspruch durch Gewalt der Waffen aus­zuführen! Die provisorische Regierung der Herzogthümer Schleswig-Holstein hat den Entschluß gefaßt, die Rechte der Herzogthümer, wie die Rechte unseres Herzogs ge­gen fremden Einfluß zu sichern, und fühlt sich stark durch das Recht, welches sie vertheidigt, und durch den Bei- stand des ganzen deutschen Volks! Dänen! Die staatliche Selbstständigkeit des Herzogthums Schleswig beruht aus festen Verträgen! die gewaltsame Umwandlung seiner Stellung in eine dänische Provinz ist Bruch des Ver­trages ! Die Herzogthümer haben Euch oft beigestanden als treue Bundesgenossen in Tagen der Gefahr! Ihr thut, doppelt Unrecht, wenn Ihr jetzt unsere Rechte zu brechen und zu vernichten strebt! Wir wollen nur unsere Nationalität schützen, nicht fremde Nationalität angrei­fen! Mag der Norden Schleswigs sich demnächst frei erklären, ob er als Provinz dem dänischen Staate ein# verleibt, oder dem deutschen Vaterlande folgen wolle, wir werden seinem Willen keinen Zwang anthun! Wir bieten Euch ehrliches Bündniß und personelle Gemein­schaft des Landesherrn, so lange der Mannsstamm in Dänemark herrscht, wollen und aber einer unbeikom­menden Weiberherrschast nicht fügen! Dänen! Bedenkt, was Ihr thut! WaS das Recht verlangt, waS Euch zum wahren Nutzen dient — das bieten wir Euch frei# willig! Mehr könnt Ihr nicht erhalten — wohl aber Alles verlieren, wenn Ihr sortfahret auf dem Wege der Gewalt — daS Bestehen deS dänischen Reichs selbst, steht dann in Frage! Sieget Ihr im Waffenkampfe — und dies wird nicht geschehen, so lange deutsche Herzen schlagen — was Anderes habt Ihr dann, als ein ver­ödetes, feindlich gesinntes Land, unerträgliche Schulden­last und zerstörten Handel und Gewerbe! Siegen wir, wer wird uns dann hindern, Bedingungen zu stellen, die und Sicherung geben gegen jeglichen Uebergriff für die Folge! Noch ist es Zeit! noch stehen die Heere ein­ander gegenüber, noch hat der Kampf, die Zerstörung nicht begonnen, noch bieten wir Euch Frieden ohne Kampf!"

Rendsburg, 1. April. Der Krieg zwischen Schles­wig-Holstein und Dänemark ist ausgebrochen. Privat- nachnchten zufolge sind gestern bereits Vorposten-Gefechte in der Gegend von Hadersleben vorgefallen. Der Ad­vokat Blaunfeldt aus Flensburg, welcher dort eine dänische Freischaar errichten wollte, ist hier gestern als Gefangener eingebracht worden. Mehreren Dänen, die bisher noch frei herum gingen, ist Stuben-Arrest ange­kündigt worden. Andere hat man eingesteckt. Der Kampf dürfte ein erbitterter werden, wenn nicht die Dänen sich

eines Besseren besinnen, oder wenn nicht etwa die repu­blikanischen Gelüste eines Theils der dänischen Nation dieje in den Strudel der Revolution stürzen sollten, worin wahrscheinlich das Räuber-Gelüste nach Schleswig untergehen wird. Fortwährend treffen hier neue Frei- schaaren aus Holstein und dem nördlichen Deutschland überhaupt ein. Bundestruppen sind noch nicht ange- langt. Das Volk fängt schon an, Mßtrauen gegen den Bund zu hegen: „man werde uns im Stich lassen!" Erst hieß es, es kämen Preußen , dann sprach man von Hannoveranern, und noch immer ist kein fremder Soldat hier in der fast allein von unserer Bürgergarde besetzten Festung.

Rendsburg, 3. April. Die Dänen haben jetzt Hadersleben, Apenrade, Gravenstein und die Snfeln Aerrö und Alsen besetzt; sie stehen zwischen Apenrade und Flensburg. In bedeutendem Nachtheil aber sind wir gegen die Dänen durch den Magel an Offizieren, an Artillrrie und an Waffen. Während die Dänen in letzter Zeit eifrige Kriegsrüstungen machten, haben sie hier Waffen und Munition theils weggeschleppt, theils im schlechtesten Zustande zurückgelassen. Aber alle Mängel werden vergessen in der einmüthigen Begeiste­rung des ganzen Landes. Eine wunderbare Aufregung der Siegesfreudigkeit erfüllt das ganze Volk, und alle Stände find zu den größten Opfern in jedem Augen­blicke bereit. Ohne deutsche Hülfe wird der Kampf lang und blutig werden. Jetzt lernen wir schmerzlich den Mangel einer Flotte empfinden; hätien wir nur einige bewaffnete Fahrzeuge, so könnten wir die Dänen am Uebersetzen ihrer Truppen von den Inseln hindern; jetzt dagegen sind alle unsere offenen Städte an der Ostküste in jedem Augenblick der äußer­sten Gefahr preisgegeben. (Brem. Z.)

Berlin, 4. April. Ehe die Bundesversammlung die förmliche Aufnahme Schleswigs in den deutschen Bundesstaat ausgesprochen hat, werden die Schleswiger von den preußischen Kriegsrüstungen wenig Vortheile haben. Freiherr von Arnim, als Minister des Aus­wärtigen, gab nämlich in der Sitzung des vereinigten Landtags vom 4. April folgende Schleswig - Holstein betreffende Erklärung: „Ich bin für jedeö Wort, das ich hier rede, verantwortlich. Sie werden mich niemals ein Wort, das ich hier gesprochen, zurücknehmen hören. Wir haben an Dänemark nicht den Krieg erklärt. Wir machen nur eine Expedition zum Schuhe der deutschen Grenzen und deutscher Rechte. Es gilt, Eventualitäten zuvorzukommen. Der Bundesschluß vom 17. Sept. 1846 behielt dem Bunde die Kompetenz vor, die Rechte Aller und Jeder, d. h. des Bundes selbst, der erbberechtigten Agnaten und Holsteins wahr­zunehmen. Preußen anticipirt nur eben was in Folge dessen der Bund beschließen wird und muß. Vielleicht kommt es nicht zum Kriege. Die dänische Regierung begreift ihre eigne Stellung in Europa besser. Auch hat eine befreundete Macht ihre Vermittelung angetra­gen. Sobald Näheres bekannt ist, werde ich es vor­tragen."

— In Posen zeigt sich an einigen Orten Widerstand gegen die Herstellung der polnischen Selbstständigkeit, und zwar von Seite der Bauern und Juden, welche lieber preußisch bleiben als polnisch werden wollen, und deßhalb gemeinschaftliche Sache mit der deutschen Be­völkerung machen.

Ungarn.

Pesth, 31. März. Unser König nimmt Anstand, dem früheren Versprechen gemäß, das Ministerium zu bestätigen, so daß hier Alles in höchster Aufregung ist. Gestern ist Palatin Stephan nach Wien abgereist, um die unbedingte Bestätigung zu erlangen, widrigen­falls seine Würde in die Hände des Kaisers zurückzule­gen. Bringt er nicht die Bestätigung, so sollen heute mit dem Dampfschiffe alle Deputirte vom Reichstage hier eintreffen, Stephan zum König auSrusen, und wenn er nicht annimmt, sogleich die Republik proclamirt werden.