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cher binnen 24 Stunden nach der Verkündigung , bei demselben anzumelden und worüber von sämmtlichen Wehrmânnern deS Orts nach Stimmenmehrheit zu er­kennen ist.

So gegeben Wiesbaden, den 11. März 1848.

Adolph, vdt. von Dungcrn.

Wiesbaden, 14. März. Gestern Abend fand hier zur Feier unserer neu erhaltenen politischen Frei­heiten, und zum Beweis des Dankes für diejenigen, welche hierzu vorzugsweise mitgewirkt haben, ein groß­artiger Fackelzug unter Mitwirkung unsers Gesangver­eins und des Thcaterpersonals, sowie eines Theils des Orchesters und der Militärmusik statt.

Der Zug setzte sich nach 7 Uhr von dem Friedrichs­platze ans in Bewegung nach dem Herzoglichen Schlosse an dem Markte, wo ein Theil der Bürgergarde mit Waffen und vie Fackelträger sich auDellten, so gut dies bei dein ungeheuern Andrang und ohne weitere Anstalten zur Aufrechthaltung der Ordnung möglich war. Die Sänger und Musiker nahmen ihren Platz unten vor dem Bal­kon, auf welchem Seine Hoheit erschien und mit. sicht­barem Wohlgefallen die Huldigungen seiner Nassauer entgegennahm. Die ganze Versammlung sang nun un­ter Begleitung der Musik die Volkslieder: „ Heil dir im Bürgerkranz", — „ Was ist des Deutschen Va­terland ?" und später den Choral „ Nun danket alle Gott." Nach dem besonders stürmischen Lebehochrusen am Ende, sprach Seine Hoheit vom Balkon die Worte: „Ich freue mich und danke Euch für Eure Anhäng­lichkeit. Alle treuen Nassauer leben hoch ! hoch! "hoch!" und tausend und abermal tausend Kehlen stimmten freu­dig ein.

Nun ging der Zug durch die Burg - und Wilhelms­straße nach dem Palais Ihrer Königlichen Hoheit wer Frau Herzogin, wohin indessen der Berichterstatter, so­wie der größte Theil der Fackelträger, des ungünstigen Terrains wegen, nicht folgen konnte.

(Schluß folgt.)

Jena. Die weimarischen Landstände haben, wie der König von Preußen, ebenfalls den Versuch einer politischen Abschlagszahlung auf die jetzigen allgemeinen Forderungen gemacht. Kaum war aber diese Mitthei­lung zur öffentlichen Kunde gekommen, so gab sich auch unter einem Theile der Bevölkerung und der Studi- renden ein allgemeiner Unwille kund und man erklärte, am Nachmittage nach Weimar zu ziehen und nun per­sönlich Das zu fordern, was man vorgestern schriftlich erbeten. Nur der würdigsten und energischsten Ein­sprache mehrerer im Publikum -hochgeachteter akademi­scher Lehrer und einiger Bürger gelang cs endlich, die Ungeduldigen zu beschwichtigen. Man schritt hierauf zur Wahl einer neuen Deputation, welche heute Nachmittag mit einer Adresse an den Großherzog entsendet wurde, worin derselbe um sofortiges Zugeständniß der nicht er­ledigten Punkte unserer Adressen angegangen wird.

Weimar. Der längst gefürchtete Ausstand hat am '. März stattgefunden. In Folge dessen ließ die Ge­hrung der Volkswünsche nicht mehr aus sich warten.

Die Preßsrciheit, sowie die Verschmelzung desKammer- vermögens (Domänen) mit dem Landschaftsvermögen gegen eine dem Großherzog zu gewährende Civilliste ist bereite gesetzlich veröffentlicht. Alles ist ziemlich ruhig abgegangen. Militär ist ganz aus dem Spiele gelassen worden; die Bürger haben die Ruhe und Ordnung zu wahren gesucht. Nur einen Augenblick aus den Reihen der Bürgergarde getreten, melde ich Ihnen eiligst diese Nachricht, um sofort wieder an den Poften zurückzu- kehren, den Ehre und Nothwendigkeit einzunehmen mir geboten haben.

Dresden. Bei der gestern mitgetheilten Unterre­dung des Königs mit den Abgeordneten sechs verschie­dener Städte, wobei er die kurz abweisenden Antwor­ten gab, sollen ein Paar Füße hinter einer Tapete sicht­bar gewesen sein, wahrscheinlich einem Minister ange­hörig, der hier das Amt eines Sousleurs oder Zuslü- sterers versah. Möchten doch die Fürsten es jetzt über sich gewinnen, von den Ein- und Zuflüsterungen ihrer Minister und ihrer gewöhnlichen Umgebungen sich nicht mehr leiten zu lassen, dagegen die Gelegenheit eifrigst aufsuchen, die wahren Volkswünsche und Bedürfnisse durch unabhängige, wahrheitsliebende Männer zu erfah­ren, damit auch sie in ihren Handlungen selbstständi­ger würden, auf welches Ziel jetzt das Streben jedes deutschen Mannes gerichtet sein muß.

Leipzig, 8. März. Auch die Bauern in der Ge­gend Leipzigs fangen an, ihre Unzufriedenheit mit der Regierung zu erkennen zu geben; ein Aufruf des ^Kö- nigS „an seine Sachsen", war ofsiciell unter ihnen Ver­th eilt worden; sie verstanden dies so, als ob man sie „dumm machen" wolle. Sie schließen sich jetzt mit Leib und Seele der Fortschrittsbewegung an! Gestern verbreitete sich das Gerücht, die Minister wollten Trup­pen aus Preußen holen lassen. Das wäre das Ende ihrer Ehre! Sie irren sich, denn die Preußen werden hier mit Jubel als Brüder empfangen werden; die Preu­ßen sind den Sachsen noch viel lieber, als die jetzige Ministerherrschaft.

Nachschrift. Eben wird bekannt, daß der Abge­ordnete Joseph eine Aufforderung an die liberalen Mitglieder der 2. Kammer und die bedeutendsten außer der Kammer stehenden Liberalen des Landes hat erge­hen lassen, sich in Leipzig nächsten 12. März zu ver­sammeln und mit Energie zu handeln. (Fr. I.)

Hannover, 7. März. Nach der heutigen Audienz, in welcher der König die abschlägige Antwort auf die städtische Adresse gab, wurden Stadtdirector Evers und Stadtgerichtsdirector Kern zur königl. Tafel geladen, und sollen die Einladung auch angenommen haben. Eine stürmische Sitzung des Magistrats und der Bür­germeister soll erfolglos geblieben, nach andern Angaben eine wiederholte und kräftige Vorstellung an den König beschlossen worden sein. Einer Deputation von Celle ward, wie es heißt, die Audienz verweigert, weil sie u. a. um Wiederherstellung des Grundgesetzes petitioniere.

Stuttgart. Ein hiesiger Verein von Frauen hat