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gen auSgerückt, nun kamen vor Abend drei polnische Ulanen in das Städtchen gesprengt, rissen gleich bei dem Bürgermeister, ebenso bei dem Distriktskommissär und vor dem Postamte den preußischen Adler herunter und hieben ibn in Stücke. Die deutschen Einwohner und Beamten hiesiger Stadl, dadurch sehr beunruhigt, gingen nun zu mehreren polnischen Bürgern und baten, daß man ihnen doch sagen möchte, ob sie bleiben oder flüchten sollten. Die polnischen Bürger meinten, in der Nacht würden allerdings wohl Sensenmänner ein­rücken, man solle diese dann nur ebensogut und freund­lich aufnehmen wie die preußischen Soldaten. ES dauerte auch nicht lange, da rückte wirklich eine Masse dieser Insurgenten heran. Ihrem Verlangen, daß man ihnen zu essen und zu trinken geben solle, wurde mit der größten Bereitwilligkeit überall genügt, und würden sie darnach vielleicht auch abgezogen sein, wenn nicht hiesige Aufwiegler, unter denen mehrere bis jetzt ge­achtete Bürger sich besonders hervorthaten, sich mit ihnen verbunden hätten. Nun fingen die Gelderpressun­gen an; die Pistole wurde überall auf die Brust ge­setzt, und man mußte den Insurgenten Alles geben, was sie verlangten, jede Person 1, 2, 3—10 Thaler. So wurden mindestens 2—300 Tblr. erpreßt. Allein auch damit begnügten die Räuber sich nicht, sie fingen an, zu plündern und zu demoliren, so daß sie in vie­len Häusern Thüren einsprengten, Fenster, Spiegel, Möbel, Glaswaaren und dgl. mehr zertrümmerten. Alle Waffen, die sie irgend vorfanden, wurden mit­genommen. Das geraubte Geld beträgt an 1000 Tblr. und der anderweitige Verlust mindestens an 5—6000 Thlr. Diese Plünderung begann des Abends um 9 Uhr und so dauerte der Vandalismus bis zum an­dern Morgen um 6 Uhr. Jetzt steht man hier wie auf den Trümmern von Jerusalem, die Einwohner sind von allen Mitteln entblöst, am Tiefsten aber empört sie der Umstand, daß die polnischen Bürger, welche rettend hätten einschreiten können, gerade um­gekehrt die Zerstörer führten und ihnen die Wohnungen

der reichen Leute anwiesen. Jetzt haben wir eine Kom­pagnie Militär hier. (Pos. Z.)

Berlin, den 18. Mai. sDie Dänen. Der Prinz von Preußen.) Die Verhandlungen mit Dänemark sind wieder in eine andere, nicht eben friedliche Phase getreten. Die Dänen haben den von England angebotenen Was- fenstillstand nicht angenommen. Sie wollen Alfen und den Norden Schleswigs noch immer behalten. Endlich weigern sie sich hartnäckig, die Schäden des Embargo zu ersetzen. Wenn sie Elbe und Weser nicht mehr blo- kiren, so ist daS eine Demonstration zu Gunsten Eng- lands und Rußlands. — Der Prinz von Preußen wird in einem Briefe den Empfang des DocumenteS, welches ihn einladet, den Verhandlungen über das VerfassungS- werk beizuwohnen, anzeigen und in demselben Briefe seine Zustimmung zu dem constitutioncllen Princip auösprechen. Diesen unter Verantwortlichkeit dcü Ministeriums geneh­migten Brief wird der „StaatS-Anzeiger" veröffentlichen.

Schleswig - Holsteinische Angelegenheiten.

Flensburg, 19. Mai, Abends. Von Leuten, die eben vom Sundewitschen kommen, erfahre ich, daß unsere Truppen gestern schon wieder mit den Dänen zusammen gewesen sind und daß diese eine ziemlich bedeutende Niederlage erlitten haben. — Große Böte sah man mit todten und verwundeten Dänen nach der Insel hinüberfahren. Auf dieser Seite des Wassers halten die Dänen sich hinter einer starken Verschan- zung und hinter dem Schutz ihrer Kanonenböte ver­wahrt. Letztere entsandten gestern mehrere Bomben auf einen nicht ganz weit vom Wasser entlegenen Bau- erhof. Sie wähnten „Tydskere" in demselben hierdurch zu belästigen. Diese hatten aber schon lange gedacht, daß dies so kommen würde, und hatten daher schon das Haus längst geräumt. Man hat sich königlich darüber gefreut, wie die Dänen so unermüdet fortfuh­ren, auf die „alten Mauern" dieser Stelle zu bombar- diren!

Vermischtes.

Kunstnotiz.

Einsender dieses hatte gestern Gelegenheit, von einem kleinen Sängerkreis die Aufführung zweier Chöre: „Auf, auf, ihr deutschen Freiheitsbrüder" re. (von Dr. K. W. Kirsch) und einen Auszug aus dem Freiligrath'- schen Gedicht: „Schwarz, Roth, Gold", — beide von Ed. Kunz so vortrefflich eomponirk, daß alle Anwesen­den davon begeistert wurden, — zu hören.

Dem Vernehmen nach sollen diese Compositionen in den nächsten Tagen bei Buchhändler W. Kreide! erscheinen und es werden daher alle Musikfreunde auf dieselbe hiermit aufmerksam gemacht.

Ein Musikfreund.

Sechserbüchse für die deutsche Flotte bei Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.

Bis zum 23. Mai eingegangen .... fl. 84. 24 kr. Am 24. Mai sind eingegangen:

Metzger Blumenschein 24 kr. W. 8. Neuendorff 6 kr. G. Fauser 12 kr. Fr. Käsberger 6 kr. Kaschau 6 kr. Leupold 6 kr. A. Hofmann 6 kr. Zwermann 6 kr. A. Wolf 6 fr. Mathes, Glaser, 6 fr. Rieser. Schneider. 6 fr. H. Käsebier 6 kr. I. A. Petmecky 6 fr. P. Zimmer 6 fr. Reifenberg 9 fr. Goldschmidt 6 fr. Windecker, Wittwe, 12 fr. Levi 6 fr. El. Mark 6 kr. Wittwe Seiler 6 fr. Hammelmann 6 kr. Seibert 12 fr. G. Bäppler 12 fr. W. Eichhorn 12 fr. A. Mahr 6 fr. I. Geiß 6 fr. Th. Pfeiffer 6 fr. H. Engel 6 fr. M. Bcrlv, Banquier, 12 fr. Th. Fehr 12 fr. Kunz 6 kr. Hiffelsheimcr 12 kr. M. Földner 6 fr. Ritzel 12 kr. K. Schmidt 6 kr. Dervin 6 kr. Hofmann, Glaser: 30 fr. Lehm. Strauß 12 fr. Rechnungskammerrath Dodel 18 fr. Fam. Ferger 18 fr. Chr. Unzicker 6 fr.

Zusammen fl. 90. 51 fr.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Bei Unterzeichnetem ist erschienen:

Entwurf

des deutschen Reichs Grundgesetzes.

Der hohen, deutschen Bundesversammlung als Gutachten der 17 Männer des öffentlichen Vertrauens überreicht am 26. April 1848.

Frankfurt a. M. Benj Krebs.

Exemplare deS obigen wichtigen Werkes (Preis 12 Kr.) sind bei mir eingetroffen; Anbestellungen darauf werden nach der Reihenfolge des Eingangs von mir expedirt.

Wiesbaden. Wilhelm Friedrich,

(283) Buchhändler am Friedrichsplatz.

Von unseren nicht nur allein in fast allen Ländern Europa's, sondern auch bereits in den vereinigten Frei Saaten von Nordamerika und in Mexiko rühmlichst bekannten, von der Berliner und anderen Sanitätsbehörden' sowie von den englischen Chemikern Curfield und Abbut approbirten verbesserten Rheumatismus-Ableitern,

ä Exemplar mit vollständiger Gebrauchs-Anweisung 36 kr., stärkere 54 kr. und ganz starke fl. 1. 45 kr.,

gegen

chronische und akute Rheumatismen, Gicht, Nervenleiden und Gongestionen,

als: Kopf-, Hand-, Knie- und Fußgicht, Gesichts-, Hals- und Zahnschmerzen, Augenfluß, Ohrenstechen, Hart­hörigkeit, Sausen und Brausen in den Ohren, Brust-, Rücken- und Lendenweh, Gliederreißen, Krämpfe, Läh­mungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Gesichts-Rose und andere Entzündungen u. s. w. halten folgende Herren stets Lager:

In Bielefeld Herr C. F. Lohmann.

In Gießen Herr I. G. Appel.

In Mainz Herr A. D. Ganz.

In Paderborn Herr Louis Grasn.

In Pr. Minden die Herren I. Kaiser u. Comp.

(108) In Wesel Herr Joh. Tenhompel.

In Worms Herr Joh. Friedr. Schlipp.

In Wiesbaden die Expedition der Nassauischen Zeitung.

Entstehendes Attest möge statt aller Anpreisungen als Beleg für die Gediegeheit unserer Rheumatismus- Mletter dienen. Wilh. âayer & Comp. in Dreslau.

Attest.

Edictalladung.

Den Concurs über die Andreas Lauths Eheleute zu Reichenbach betreffend.

Nachdem über Andreas Lauth und dessen Ehefrau Elisabetha geb. Fritz von Reichenbach rechtskräftig der ConcurS erkannt ist, so wird zur Anmeldung ding- licher oder persönlicher Ansprüche an deren Vermögen Termin auf

Freitag, den 23. Juni d. J. (314)

Morgens 8 Uhr

bei Vermeidung des Ausschlusses von der vorhandenen Masse anberaumt.

Idstein, den 13. Mai 1848.

Herzog!. Nassauisches Amt.

Metzler.

Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen:

Stimmen des Heils.

In einer Auswahl von Predigten nach der Ordnung des Kirchenjahrs, gehalten am theologischen Seminar in der Stadtkirche zu Herborn,

von ©. Ä. Hindi, Professor der Theologie und Pfarrer.

Zweite Auflage.

£ur Erbauung in Stunden christlicher Andacht. 610 Seiten groß 8. Mit größeren Lettern gedruckt.

Preis fl. 3.

Die „Stimmen des Heils" enthalten einen ganzen Jahrgang mit allen Sonntags- und Fcstpredigten, und sind darum auch besonders zum Hausandachtsbuch geeignet. Der Geist dieser Predigtsammlung ist der des Evangeliums. — Ueber den hohen Werth des Werkes haben sich bereits namhafte Literatur- Zeitungen durch die günstigsten Kritiken ausgesprochen. Die Verlagsbuchhandlung kann daher allen christlichen Familien diese Predigt-Sammlung als ein Hausandachtsbuch mit vollem Recht empfehlen.

Wilhelm Friedrich (199) am Friedrichsplatz in Wiesbaden.

Die von Ew. Wohlgeboren erhaltenen, zwei und einen halben Monat hintereinander an mir selbst ange­wandten drei Mayer'schen Rheumatismus-Ableiter haben von einem Uebel mich fast ganz befreit, welches in Folge eines Falles im Kriege 1813 entstanden, aber seit 1830 mit so heftig wüthenden, zuckenden Schmerzen verbunden gewesen ist, daß ich jeden Winter und selbst im Sommer beim Witterungs-Wechsel Tag und Nacht unsäglich viel zu leiden gehabt, mir und den Meinigen jede Lebensfreude gestört, eine große Menge Arzneien erfolglos gebraucht, und auch nach fünf Badereisen immer nur geringe und vorübergehende Erleichterung gefunden habe.

Von diesem Uebel bin ich, nachdem ich vor zwei und einem halben Monat aus Verzweiflung zu den Mayer'schen Nheumatiömus-Ableitern meine Zuflucht genommen, nunmehr, wenn auch nicht ganz und immer, so doch m dem Grade befreit, daß ich die nur seltenen und äußerst geringen Empfindungen desselben mein ganzes Leben hindurch gern erdulden, dieser AmuletS mich unausgesetzt bedienen, und die Stunde segnen will, in der ich zu deren Anwendung meine Zuflucht genommen habe. Dies bescheinige ich gern der Wahrheit gemäß mit dem Anheimstellen des beliebigsten Gebrauches dieser Zeilen.

Grünberg, im März 1848. Steuer,

Poudee de Chine

von

(117) Vilaiii & C’ in Paris.

Untrügliches und durchaus unschädliches Mittel, grauen, rothen und verbleichten Haaren binnen 2 bis 3 Stunden eine schöne, natürliche und dauernde schwarze oder braune Farbe, je nach dem Wunsche des Gebrauchenden, zu geben. Dasselbe wird unter der Bedingung verkauft, wenn nach richtig vorge­schriebenem Gebrauche die versprochene Wirkung nicht stattfinden sollte, den dafür gezahlten Preis zu­rückzuerstatten.

Herrn Buchhändler Fr. Weiß Wohlgeboren hier.

Königl. Kreis -PhysikuS.

Preis für die grosse Flasche fl. 8. »4 kr. Des­gleichen für die halbe Flasche fl. 1. 48 kr.

Zu haben bei der Expedition dieses Blattes.

'©«ncf und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. — Redacteur : Karl Braun. — Verantwortlicher Herausgeber: Wilhelm Friedrich.